Startseite > Chefökonom, MarktWirtschaft > Schön, Deutschland beschleunigt gerade den Weg zu Eurobonds

Schön, Deutschland beschleunigt gerade den Weg zu Eurobonds

11. September 2011

Erst hat die von Deutschland vorangetriebene softe Umschuldung Griechenlands (die noch gar nicht in trocknen Tüchern ist) dazu geführt, dass sich die Krise auf Italien und Spanien und deren Banken ausbreitet. Längst zweifelt der Markt an Frankreichs Banken. Nun reden sie hier von einer harten Umschuldung Griechenlands, das zwar zweifellos insolvent ist.

Allerdings könnte man an diesem Wochenende auch den Eindruck gewinnen, dass es in Deutschland ein paar Politiker gibt, die mit ihrer „Prinzipientreue“ die Krise gerade auf den ultimativen Höhepunkt treiben.  Blöd nur, dass es einige wohl gar nicht so richtig mitbekommen – Jürgen Stark scheint es dagegen bestens verstanden zu haben.

Spätestens wenn die EZB französische Staatsanleihen aufkaufen wird, wird auch dem Letzten klar sein: Der einzige Ausweg aus dem Schlamassel liegt in einer gemeinsamen Schuldenaufnahme im Euro-Raum, falls dann noch jemand den Euro retten will. Erst dann kann man wirklich über einen Schuldenschnitt für Griechenland nachdenken.

Es ist eigentlich nur noch eine Frage der Zeit, wann es zu dem Euro-Sondergipfel kommen wird, auf dem die Eurobonds beschlossen werden. Schön, dass die Deutschen gerade alles unternehmen, diese Zeit extrem zu verkürzen. Zu hoffen bleibt, dass Schäuble und Merkel sich ausreichend darauf vorbereiten, um ihren eigenen Leuten und der deutschen Öffentlichkeit den Weg in eine Art Fiskalunion tragbar zu gestalten.

Advertisements
%d Bloggern gefällt das: