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Die Eurobonds sind tot – es leben die Eurobonds!

12. September 2011

Grundsätzlich gibt es drei Varianten, wie Gemeinschaftsanleihen eingeführt werden können. Eine ist sehr teuer und bekommt wohl ein schlechtes Rating. Eine andere bräuchte Verfassungs- und Vertragsänderungen im Euro-Raum, was lange dauert. Die dritte wurde vom Bundesverfassungsgericht vergangene Woche ausdrücklich bestätigt, ließe sich sehr schnell starten und wäre zudem auch gar nicht so teuer.

Herr Kraemer von S&P verwies darauf, dass Eurobonds, bei denen jedes Land mit seinem EZB-Kapital haftet, das Rating des schwächsten Mitgliedstaates bekommen würden – also aktuell Griechenlands „CC“. Auf diese Konstruktion bezog sich auch das Ifo-Institut, als es Mehrkosten für Deutschland von 33 bis 47 Mrd. Euro im Jahr errechnet hatte. Diese Variante können wir also schon einmal streichen, vielen Dank an die Ifo-Leute für die Berechnungen.

Für die Konstruktion, in der alle Staaten für alles haften, also gesamtschuldnerische Eurobonds, braucht es eine EU-Vertragsänderung (No-Bailout-Klausel) sowie zumindest in Deutschland eine Grundgesetzänderung. Dieses Modell braucht somit Jahre, um eingeführt zu werden. Sie ist zudem wohl in Deutschland auch nur dann vermittelbar, wenn es ein Art Fiskalunion geben sollte.

Ein Weg in eine solide Fiskalunion wäre aber, die Anleihen nach blauen (60% des BIP gemeinschaftlich) und roten Bonds (alles bei mehr als 60% bleibt in nationaler Verantwortung) aufzuteilen. Zudem könnte man immer noch Zinsunterschiede einbauen, indem jedes Land gemäß seiner Verschuldung eine Emissionsgebühr zahlen muss. Damit ließe sich der Anreiz deutlich reduzieren, auf Kosten der soliden Staaten, seine Schulden ausufern zu lassen.

Wenn sich die Euro-Staaten grundsätzlich auf letztere Variante einigen würden, könnten sie in der Zwischenzeit bis zur endgültigen Ratifizierung aller Vertrags- und Verfassungsänderungen Eurobonds ausgeben, ähnlich wie es die EFSF derzeit macht. Jedes Land garantiert gemäß EZB-Kapitalanteil plus 20-Prozent-Überdeckung. Diese Variante würde wohl ein Rating von „AA“ bekommen, sagen Analysten und Bankvolkswirte. Und sie wäre ziemlich schnell zu starten. Diese Variante wurde übrigens voll vom Bundesverfassungsgericht gedeckt, das vergangene Woche die ESFF als verfassungskonform bestätigt hat.

Legt man den durchschnittlichen Aufschlag der EFSF-Anleihen gegenüber Bundesanleihen von Januar bis Juli zugrunde, als 0,8 Prozentpunkte, würde man eigentlich auf jährliche Mehrkosten für Deutschland von 8 bis 17 Mrd. Euro kommen – abhängig davon, ob man den Aufschlag nur auf die ausstehenden Anleihen oder die Gesamtschulden Deutschlands anwendet. Die Kosten würden aber erst dann anfallen, wenn Deutschland komplett seine Schulden über Eurobonds begeben hätte. Das Gleiche gilt übrigens auch für gesamtschuldnerische Gemeinschaftsanleihen, deren Rating wohl auch bei „AA“ liegen dürfte – wenn nicht sogar besser.

Allerdings dürften Eurobonds eine Art Liquiditäts- und Reservewährungabschlag auf die Verzinsung genießen. Schätzungen liegen bei 0,5 Prozentpunkten. Die Chancen stehen somit sehr gut, dass auf Deutschland am Ende gar keine Mehrkosten zukommen. Und wenn doch, wäre der Beitrag zur Euro-Rettung relativ verschwindend im Vergleich zu dem, was ein Auseinanderbrechen des Euro kosten würde.

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