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Aus den Schranken weisen

29. September 2011

Noch stellen sich dem marktliberalen Ideal eines schrankenlosen Welthandels zwei gewichtige Hürden in den Weg: Da sind zum einen die klassischen Zölle und zum anderen die institutionellen Handelsbarrieren. Gerade letzteren wird dabei vergleichsweise wenig Bedeutung zugemessen. In ihrer Studie weisen die Economics-Autoren Márquez-Ramos, Martínez-Zarzoso und Suárez-Burguet von der spanischen Universität Jaume I nach, dass besonders institutionelle Hürden Handelsströme stark beeinflussen können.

In ihrer Studie verwenden die Autoren ein ökonomisches Gravitationsmodell, das den Handel zwischen zwei Ländern in Abhängigkeit von Marktgröße und Entfernung bemisst. Verglichen werden damit die Effekte von Zöllen auf der einen Seite und die Auswirkungen von Transportkosten, Wartezeit an der Grenze, Dokumentationsanforderungen und Kompatibilität der IT-Systeme – subsummiert als institutionelle Handelsbarrieren – auf der anderen Seite.
In der Empirie stützen sich die spanischen Wissenschaftler auf Daten für 28 verschiedene Produktkategorien aus 13 OECD-Ländern erhoben im Jahr 2000.

Die Autoren kommen dabei zu dem Schluss, dass über eine weitreichende institutionelle Anpassung der bilaterale Handel stärker verbessert werden kann, als über den bloßen Abbau von Zollschranken. Gleichzeitig schränken sie jedoch ein, dass ihre Ergebnisse branchen- sowie landesabhängig zu betrachten sind: Von institutionellen Handelserleichterungen würden besonders Industrieländer mit ihren großen, high-tech dominierten Märkten profitieren.

Das ganze Paper finden Sie unter diesem Link: Trade Policy versus Trade Facilitation: An Application Using „Good Old“ OLS

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