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Konferenz der neuen Denker: Irrweg Mathe

10. Oktober 2011

Welche Verantwortung hat die Mainstream-Ökonomie für den Zustand der Welt? Einen großen und nicht den besten, das zeigt sich zunehmend. Und da der Zustand der Welt unverkennbar ein schlechter ist, hat die Mainstream-Ökonomie ein Problem. Sie ist es sogar selbst, so der Tenor auf der Konferenz „New Thinking about Global Challenges“ in Berlin.

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„Professional economics“ seien zu einer Art von Aberglauben verkommen, sagt Robert Johnson, Direktor des vor zwei Jahren gegründeten Institute for New Economic Thinking. Dazu hat die Begeisterung vieler Ökonomen für die Mathematik erheblich beigetragen. Oft sei Mathematik in der Ökonomie schon selbst für Wissenschaft gehalten worden worden.  Mathematik diene auch oft nur zur Einschüchterung kritischer Geister, die nicht so firm darin sind.

Es gelte nun alte Traditionen der ökonomischen Wissenschaft wieder zu erwecken. Namen: John M. Keynes, Charles Kindleberger, Peter Temin, aber auch der lange nicht mehr ernst genommene Friedrich List.

Ökonomische Modelle seien zudem oft reichlich seltsam konstruiert, so Johnson. Diese belegten Stabilität nicht als Ergebnis einer Analyse, sondern unterstellten sie als Annahme, als sei Stabilität eine natürliche Eigenschaft des System. „Es ist Zeit für ein Paradigmenwechsel im Sinne von Thomas Kuhn“, so Johnson.
Falsche Theorien hätten Folgen: Austerität, also drastische Sparpolitik, ist generell ein Irrweg, so Johnson. Das habe sich in Studien gezeigt.

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