Startseite > Chefökonom > Die neue Sachverständige

Die neue Sachverständige

16. Februar 2012

Seit dieser Woche steht es fest: Nachfolgerin von Beatrice Weder di Mauro im Sachverständigenrat wird Claudia Buch. Die Professorin aus Tübingen ist Expertin für internationale Finanzmärkte und entspricht damit exakt dem Profil, das es für die Nachfolge brauchte. Das ist in der derzeitigen Lage ein Schlüsselthema des Sachverständigenrats. Doch vielen sind ihre genauen Positionen weitgehend unbekannt, da sich die 45-Jährige nicht in die Öffentlichkeit drängt.

Hier einige Ihrer Positionen:

  • Sie sieht die systemischen Risiken von Großbanken mit Sorge und fordert eine massive Anhebung des Eigenkapitals – dieses solle sich an den Eigenkapitalquoten von Industriebetrieben orientieren.
  • Dabei hält sie aber nicht allein die Größe von Banken entscheidend, sondern fordert auch eine Berücksichtigung kleinerer Institute, wenn sie stark systemisch verflochten sind.
  • Buch fordert eine fest geregelte Insolvenzordnung für Staaten
  • Sie plädiert zudem für die Einführung nationaler Schuldenbremsen in den Euromitgliedsstaaten
  • Sie fordert strengere Sanktionen bei Verfehlungen im Bereich der Haushaltspolitik innerhalb der Eurozone sowie „durchgreifende Strukturreformen in Produktmärkten und Arbeitsmärkten“
  • Einen „Ausbau fiskalischer Transfersysteme“ oder „ein formales Verfahren zur Vermeidung und Korrektur makroökonomischer Ungleichgewichte“ hält sie dagenen nicht für notwendig
Advertisements
  1. Dr.NorbertLeineweber
    25. Februar 2012 um 18:43

    Dr.NorbertLeineweber: Die Frau ist ein Genie! Haarklein alle die Punkte, die ich schon seit Jahren gepostet habe. Wohl das erste Mal, dass eine ökonomisch gradlinige und stringente Ordnungspolitik zu diesen Themen Einzug halten wird. Alle systemischen Problemfelder zeigen, dass wir Prof. Buch schon seit Jahren im Kabinett hätten haben müssen! Uns wären hunderte Milliarden erspart geblieben. Das sollen sich alle Kritiker vor Augen halten und zwar deutlichst. Von wegen regierungsfreundlich, dem Gemeinwohl und dem Steuerzahler verpflichtet!

    Der Autor ist Mitglied CESifo/IIPF

  2. 16. Februar 2012 um 22:42

    Frau Buch vertritt die Meinung der Bundesregierung: Die Krise ist durch fiskalische Unsolidität entstanden. Die These hat zwar nicht viel mit der Realität zu tun, ist aber gut für die Karriere. „Peer Group Conformity“ nennt man das in der Soziologie. Wenig originell aber erfolgreich. „Normal Science“ trotz alledem. Thomas S. Kuhn war viel zu optimistisch!

  3. André Kühnlenz
    16. Februar 2012 um 13:51

    Vielleicht noch als Ergänzung: Die Deutsche Zentralbibliothek für Wirtschaftswissenschaften Leibniz-Informationszentrum Wirtschaft (@ZBW_news) hat gestern „eine Auswahl ihrer Veröffentlichungen bei ECONIS Select“ über Twitter verlinkt:

    http://www.zbw.eu/kataloge/econis_select/econisselect_docs_2012/mi-c-m-buch.htm

  1. No trackbacks yet.
Kommentare sind geschlossen.
%d Bloggern gefällt das: