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INET 2012 – „Verrückte“ Lösungsvorschläge für die Eurokrise

13. April 2012

Natürlich ist sie Thema Nummer eins bei der INET-Konferenz: Die Eurokrise. Getreu dem Motto der Konferenz „Neues Denken“ laufen einige Ökonomen herum, die recht ungewöhnliche Ideen zur Lösung der Krise haben. Seit längerem tourt Richard Koo durch Europa und versucht Zentralbanker für einen wie er selber sagt, „verrückten Vorschlag“ zu begeistern. Auch auf der Konferenz warb Koo nun erneut leidenschaftlich für seine Idee.

Der japanische Chefökonom von Normura warnte, dass Europa dieselben Fehler mache wie Japan in den 90er-Jahren. Wenn die gesamte Wirtschaft – Firmen wie Haushalte in einem Prozess der Entschuldung sei, dann führe Austerität in eine gefährliche Abwärtsspirale. Japan habe die Bereinigung dieses Fehlers aus den 90ern fast 15 Jahre gekostet. Nun da sich die Eurozone in einer ähnlichen balance sheet recession befinde, müsse man andere Maßnahmen ergreifen. Die beste Lösung für diese Situation wären Eurobonds, da diese aber politisch schwierig durchsetzbar sind, hat Koo hat eine andere Idee zur Lösung. Der Japaner fordert Kapitalkontrollen innerhalb der Währungszone. Er fordert eine Regelung, nach der Staatsanleihen nur noch von Akteuren des eigenen Landes, nicht mehr von ausländischen Anlegern gekauft werden dürften. Damit, so Koo, hätte man die jetzige Krise verhindern können. Ein kontroverser Vorschlag – der aber laut Koo bei auch in Europa immer mehr Policymakern zumindest auf „neugieriges Interesse“ stoße.

 

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  1. Heiko Diekmann
    14. April 2012 um 06:35

    Ich habe da auch noch eine Idee, die noch nicht öffentlich diskutiert wurde.
    Die EZB oder einer der Sicherungsfonts könnten selbst, für Staaten die sich nicht refinanzieren können, Creditausfallversicherungen ausgeben.
    Die höhe der Versicherungsgebühren legt auch die Finanzierungskosten eines Landes fest, deren Creditausfall möglich scheint.
    Die EU hätte Einnahmen aus den Versicherungsprämien, mit denen sie ein Wirtschaftsprogramm auflegen könnte, um so Staaten zu helfen, wieder auf die Bahn zu kommen.
    Staaten die keine Reformen auf den Weg bringen, werden so, ohne weiteren Eingriffe, dazu bewogen ihr Wirtschaftssystem zu reformieren.
    Des weiteren ist man aus dem dem Dielema heraus, immer wieder unter Zeitdruck zu geraten. Der Anleihemarkt käme wieder zur Ruhe.
    Zudem würden diese Versicherungskosten nicht in die Taschen der Grossbanken fließen, sondern kämmen so dem der alles ausbaden muss, dem Steuerzahler zu gute.
    Staaten würden sich nicht über so hohe Zinsen beschweren können,  da sie ja immer auf den freien Markt zurück kehren könnten, um sich da Geld zu besorgen.
    Ich glaube so könnte es gehen.

    MfG

    Heiko Diekmann

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