Startseite > Chefökonom > Die Kolumne – Was dem Euro recht ist

Die Kolumne – Was dem Euro recht ist

24. August 2012

Im Streit um Staatsanleihekäufe der EZB wird offenbar, dass wir ein anderes Verständnis davon haben, was Gesetze bedeuten. Zumindest in Sonntagsreden. Und bei der Bundesbank.

Wenn Europas Zentralbanker aus der Sommerpause auftauchen, wird es ernst. Dann ist zu entscheiden, ob und wie die Notenbank in Not den massiven Kauf von Staatsanleihen ankündigt. Was für Bundesbankchef Jens Weidmann ein Unding ist, ist für andere die mögliche Lösung aller akuten Panikprobleme an den Märkten.

Jetzt muss es noch nicht zwingend gegen Weidmanns Position sprechen, dass er, wie er festhalten ließ, im Zentralbankrat als Einziger dagegen war, das überhaupt zu erwägen – was ja heißt, dass 21 dafür sind, neben dem zweiten Deutschen somit auch die Geldhüter aus Holland, Finnland, Estland, Österreich und Luxemburg. Nur fragt sich, ob die ökonomischen Argumente so überzeugen, wenn selbst solche Bundesbankfreunde nicht mehr mitziehen.

Umso bemerkenswerter könnte sein, dass Weidmann seinen Widerstand stark juristisch begründet – und im Grunde damit, dass die Euro-Rettung leider nicht erlaubt ist. Dass er damit allein steht, könnte in der Tat ein Mentalitäts- oder Kulturproblem sein. Und ein Zeichen dafür, dass es unterschiedliche Auffassungen gibt, wie Gesetze zu verstehen sind – ob sie im Notfall auch mit gesundem Menschenverstand zu nehmen und gar zu erneuern sind. Sollte die deutsche Antwort da grundlegend anders sein, wäre es auf Dauer schwierig, in einer Währungsunion gütlich auszukommen. Es sei denn, der Unterschied ist in der Praxis gar nicht so groß.

Falsche Angst vor Willkür

Juristisch geht es gerade darum, ob es mit dem EZB-Mandat vereinbar ist, wenn sie ankündigt, notfalls unbegrenzt Staatsanleihen zu kaufen – was nach Urteil der Befürworter schon genügen würde, um die Märkte zu beruhigen. Geht es nach den Bundesbankern, darf sie das nicht: weil in den Statuten steht, dass sie erstens für Preisstabilität sorgen soll und zweitens nicht unmittelbar Schuldtitel von Staaten erwerben darf. Womit die Deutschen in der Tat schlechte Erfahrung gemacht haben.

Die Befürworter halten dagegen, dass das ein ganz anderes Problem war, die Preisstabilität gar nicht gefährdet ist, es umgekehrt angesichts der Marktpanik aber das Problem gibt, dass die niedrigen Leitzinsen gar nicht bei denen ankommen, die sie dringend bräuchten – und die Notenbank in solchen Fällen auch ungewöhnliche Mittel nutzen muss, damit ihre Geldpolitik wieder wirkt. Zumal sie laut Statut auch die „allgemeine Wirtschaftspolitik“ der Union unterstützen soll – wozu man die Vermeidung von Marktturbulenzen rechnen kann. Und zumal die „grundlegenden Aufgaben“ der EZB auch darin bestehen, „das reibungslose Funktionieren der Zahlungssysteme zu fördern“, auch mit Interventionen an Finanzmärkten oder dem Kauf von Staatsanleihen am Sekundärmarkt, statt bei den Staaten, was nicht verboten ist.

All das scheint Jens Weidmann wenig zu beeindrucken, der kontert, dass gar nicht eindeutig festlegbar sei, wann Umstände besonders seien, und dass dann jeder kommen könne. Das öffne Willkür Tür und Tor. Fazit: Deshalb geht das gar nicht. Womit wir beim Kern des vermeintlichen Mentalitätsgefälles wären.

In Deutschland können wir mit so etwas schlecht umgehen. Da haben wir gelernt, dass wir an einer roten Fußgängerampel nicht gehen dürfen. Weil das sonst jeder macht. Weshalb die meisten von uns selbst dann brav stehen bleiben, wenn wir nachts auf leerer Straße stehen (und der eine oder andere das wahrscheinlich sogar am autofreien Sonntag machen würde). Wer sagt uns schon, wie leer eine Straße sein muss? Gesetz ist Gesetz.

So viel Konsequenz versteht bekanntlich anderswo kein Mensch, nicht nur im Süden Europas, sondern auch im pragmatischen Großbritannien, in den USA und sonst wo. Da kann man sich vorstellen, wie entgeistert die Kollegen im EZB-Rat oder bei IWF-Treffen dasitzen, wenn Herr Weidmann sagt, da könnte sonst jeder kommen. Und wie ratlos Herr Weidmann dasitzt, dass die anderen das nicht verstehen wollen.

Grund, den Euro sofort abzuschaffen wegen unvereinbarer Rechtsverständnisse? Nicht unbedingt. Das Ding ist ja, dass wir zwar so aufgewachsen sind, keine Ausnahmen machen zu dürfen, auch bei uns in der Rechtsprechung aber interpretiert und abgewogen wird, wenn es der gesunde Menschenverstand gebietet.

Bundesbank kann auch anders

Wenn die EZB nächstens auf leerer Straße über eine rote Ampel ginge, wäre das zwar nicht schlimm, aber auch nicht gut. Wegen des Vorbilds. Im akuten Fall geht es aber darum, ob sie, um beim Beispiel zu bleiben, an einer roten Fußgängerampel rechtsergeben stehen bleiben muss, wenn auf der anderen Seite gerade, sagen wir, eine ältere Dame überfallen wird. Und ob die unterlassene Hilfe dann auch damit begründet werden kann, dass es verboten sei, bei Rot zu gehen; und dass sonst ja jeder kommen könnte; und wer denn bitte sage, wann so ein Regelbruch tolerierbar ist oder nicht.

So ein Gequatsche würde auch ein deutscher Richter sofort stoppen – mit dem Verweis darauf, dass es nun einmal einen Notstand gab, gegenüber dem das Gehen bei Rot vertretbar ist. Was ja nicht heißt, dass von jetzt jeder bei Rot über die Ampel gehen darf. Und was natürlich mit der Abwägung verbunden ist, ob es sich um einen Notfall handelte (oder ältere Damen nun mal überfallen werden und das kein Grund ist, bei Rot über die Ampel zu gehen).

Um so eine Abwägung kommen auch Notenbanker nicht umhin, wenn es darum geht, abzuschätzen, ob gerade die Währung zu kippen droht, wenn an Märkten im Monatsrhythmus Panikschübe entstehen, obwohl die Euro-Länder enorm konsolidieren – und unser Finanzminister wegen der panikartigen Flucht in deutsche Staatsanleihen kaum noch Zinsen auf neue Schulden zahlen muss. Was ist daran normal? Was ist denn dann ein Notstand, der legitimieren könnte, dass eine Notenbank ausnahmsweise den Kauf von Staatsanleihen ankündigt, soweit das Aussicht darauf bietet, eine Katastrophe zu verhindern? Die wichtigere Frage ist, ob sie das kann. Nicht das Juristische.

Natürlich muss man dann dafür sorgen, dass so etwas nicht beliebig vorkommt, die Ausnahme gut begründet ist und Missbrauch verhindert wird. Alles nicht einfach, klar. Nur wäre es absurd, die Krise deshalb eskalieren zu lassen, aus Angst, da könnte ja jeder kommen.

Das Gute ist, dass auch deutsche Gralshüter aller Erfahrung nach am Ende pragmatisch abwägen. Auch die Bundesbank hat in der Krise 1975 mal Staatspapiere gekauft und 1993 interveniert, um den Franc zu retten – was auch nicht Kernauftrag der Bundesbank war. Da hat Hans Tietmeyer entschieden, dass sonst Schlimmeres droht, und das Prinzip mal Prinzip sein lassen. Ohne dass die Welt unterging und danach jeder gekommen ist.

Das Schlechte ist, dass das bei uns eher lang dauert, erst die Prinzipien hochgehalten werden. Und dass es bei heutigen Bundesbankpräsidenten beängstigend lang dauert, bis für besondere Umstände auch mal besondere Mittel zugelassen werden.

Email: fricke.thomas@guj.de

Advertisements
  1. peter schebesta
    27. August 2012 um 23:40

    wird euro-fans wie sie natürlich nicht interessieren, aber vielleicht finden sie ja trotzdem was nachdenkenswertes

    http://www.faz.net/aktuell/finanzen/devisen-rohstoffe/euro-prophet-felix-zulauf-europa-zahlt-fuer-den-euro-mit-viel-leid-11868289.html

    • 28. August 2012 um 00:14

      Nein, sowas interessiert mich nicht. Mich interessieren grundsätzlich nur Propagandaartikel für den Euro. Wo kämen wir sonst hin! (ich möchte ja nicht, dass Sie Ihre Klischees noch in Frage stellen) TF

      • peter schebasta
        28. August 2012 um 11:26

        ok sie haben immerhin mehr humor als ich angenommen habe 😉 das nimmt mich wieder ein wenig für sie ein , rein menschlich betrachtet. ökonomisch sind und bleiben sie auf dem irrweg.

  2. blaublütiger hochadel
    27. August 2012 um 06:48

    Dualismus von Kultur und Zivilisation – Krieger für den Wettbewerb?

    Die Weidmann´sche Gesetzesdeutung könnte ein Ausdruck des deutschen Habitus sein, auf dessen Grundlage Deutschland, Europa und die Welt möglicherweise zu prägen beabsichtigt wird: Es fällt die Hinwendung zu einer quasi unantastbaren, sakralen Ordnung auf, der einer Enthistorisierung der Gesellschaft beinahe gleichkäme. Das heißt, die Deutung zivilisatorischer Prozesse in Vergangenheit und Gegenwart wäre zumindest isoliert – und hätte die Ausrichtung auf eine Uniformierung, gegebenenfalls Konservierung der Wahrnehmung von Wirklichkeit zur Folge: Die zeitlose (Markt-) Ordnung im deutschen Sinne.

    In einer habituell übermäßig großen Bewunderung der Medizin und Maschine, liegt es nahe, die Strukturen der sakralen Ordnung durch quasi unhinterfragbare maschinelle Automatismen zu festigen. Und abweichendes Verhalten pathologisch zu interpretieren.

    Die von den Normen jeweils abweichende Einheit, gleichgültig ob Individuum, Kommune, Bezirk, Land oder Staat, ist stets schuldig auf Grund der mangelnden oder fehlenden Anwendung angeblich rationaler Prinzipien zur roboterhaften Selbststeuerung in einer als gesund und ewig gültig unterstellten Ordnung: Insbesondere handelt es sich dabei um Verfehlungen einer mikroökonomischen Haushaltsdisziplin.

    Ohne Analysen (oder unterdrückten Analysen) von gesamtgesellschaftlichen, zivilisatorischen Prozessen, ohne Prüfung deren Ursachen, Wirkungen und Folgen, steht laut Gesetz die “Schuld” der die Normen verletzenden jeweiligen Einheit von vornherein – vorurteilshaft – fest. Und ist repressiv zu behandeln. Die Postulate der Menschenwürde und eigenverantwortlichen Selbstbestimmung sehen nach bisherigem Verständnis anders aus.

    Kurz nach dem Hartz-IV-Urteil vom 09.02.2010 äußerte sich ein früherer Bundesrichter dahingehend, dass oben genanntes Urteil eine hervorzuhebende Bedeutung nicht bloß auf das Sozialstaats-, sondern auch auf das Rechtsstaats- und Demokratieprinzip habe. Jedenfalls stellte er fest, dass das gerichtlich behandelte Gesetz keine Geschichte mehr habe und so eine Einladung für Richter der Sozialgerichtsbarkeit sein könnte, verfassungsrechtliche Inhaltskontrollen zu umgehen…

    Befinden wir uns auf dem Weg zu einer enthistorisierten Gesellschaft, in einer unantastbaren, sakralen (Markt-) Ordnung? Einem Dualismus zwischen Kultur und Zivilisation, wobei sich in alter deutscher Tradition – im modifizierten Gewand – die angebliche (Stabilitäts-) Kultur erhebt über die Zivilisation? Und somit zivilisatorische Wirklichkeiten ausgeblendet, isoliert, abgeschlossen werden? Werden etwa Krieger für den Wettbewerb geformt?

    • John Doe
      27. August 2012 um 18:21

      „Befinden wir uns auf dem Weg zu einer enthistorisierten Gesellschaft, in einer unantastbaren, sakralen (Markt-) Ordnung?“

      Leider ja! Der Neoliberalismus ist eine Religion. Er beruht ausschließlich auf dem Glauben, dass imaginäre Märkte sich ohne menschliches Zutun zum Wohle aller entwickeln. Die Formel von der unsichtbaren Hand. Wer sich diesem völlig unterwirft, nur dem offenbart sich der Markt begreifen. Die Ungläubigen werden in der sozialistischen Hölle landen. Dies haben uns die Hohepriester geweissagt, die vom Markt inspiriert sind! Dieser Schwachsinn wurde bereits mit dem so genannten Machester-Kapitalismus widerlegt. Märkte und das Kapital sind untrennbar miteinander verbunden. Dem Kapital ist es gelungen sich quasi unsichtbar zu machen. Sichtbar sind eben nur noch Märkte, nicht wirklich greifbar und scheinbar mit einem eigenen Leben ausgestattet.

      Es geht um Voodoo oder die Wirtschaftswissenschaften, wie manche das nennen – die Entschiedenheit und Unversöhnlichkeit, mit der hier Wahrheiten gegeneinandergestellt werden, der böse Staat, die bösen Steuern, der gute Staat, die guten Steuern, wenn man nur fest die einzige Wahrheit glaubt. Die eine Wahrheit wird aus dem subjektiven Zusammenhang gerissen und sie wird zum Objektivismus geweiht. Alles basiert auf Interessen und/oder Wertvorstellungen und die können nur subjektiv sein. Das altbekannte Spiel, sich vor die glatzköpfige Menge zu stellen und zu weissagen das neue Haarwuchsmittel würde nun endlich die volle Haarpracht wachsen lassen, funktioniert immer noch! Es stehen nicht Konzepte zur Wahl, sondern nur unterschiedliche Interessen. Nimmt man den Menschen aus dem System, bleibt nicht mehr viel von Markt übrig.Heute ist der anbetungswürdige Götze der übernatürliche Markt, aus dem sich die Legitimation ziehen lässt. Der Feudalismus gründete seine Legitimation auf Kaiser, König, Adel „von Gottes Gnaden“. Es sind wohl eher Zeichen der Zauberei und des Wahns als der Wissenschaftlichkeit!

      Es werden Formeln gebraucht: der Markt gerät in Panik, der Markt fordert, der Markt hat das Vertrauen verloren, der Markt reagiert, der Markt prognostiziert, der Markt stagniert etc., ihm werden menschliche Verhaltensweisen zu geschrieben, gerade so, als ob es sich um eine natürliche Person, wie du und ich, handelt.

      Ich habe immer wieder Journalisten dieser Zeitung gefragt, ob sie mir denn nicht endlich mal seinen Namen, seine Adresse verraten können, denn ich will ihn was fragen. Ich bat sie mir bitte zu erklären, wie der Markt mit ihnen Kontakt auf genommen hat, ob er sms, email benutzt oder über Mittelsmänner mit dem Spiel „Post nach Jerusalem“ ihnen Informationen hat zuflüstern lassen. Woher denn der gute Draht zu ihm komme, wenn sie uns mitteilen, er würde sich gerade, wie eine Krabbe, seitwärts bewegen. Sie müssen ihn dann sogar gesehen haben, wie er sich seitwärts bewegt. Wo haben sie bloß dieses Verhalten beobachtet können, wenn sie doch den ganzen Tag im Büro hocken und nicht mal auf den (Markt)-Plätzen unterwegs sind ? Antwort habe ich immer noch nicht erhalten.

      Gerade zu übernatürlich, Mystik pur, schaudernd geheimnisvoll wird es, wenn erklärt wird, er handele mit der „unsichtbaren Hand“! Wie können die Journalisten, die selbsternannten Hohepriester, denn wissen, dass es sich um eine Hand handelt, wenn diese doch „unsichtbar“ sei. Die benutzte Redewendung dient wohl eher dazu, den Maulaffen feilbietenden, staunenden Glatzköpfen seine ihn umgebende Aura der Zauberei zu vermitteln. HOKUSPOKUS; AUSREDE, weil sie damit ihre eigene Unwissenheit kaschieren können. Dabei hilft es auch nicht viel unhöflich mit dem nackten Zeigefinger auf A. S. zu deuten und ertappt zu knatschen: Der hat das aber auch gesagt!

      Es funktioniert immer noch, dieses Spiel. Ach, wie gern lassen wir uns doch belügen. Ach, wie gern glauben wir. Wir wollen sogar, dass die anderen uns bewusst für dumm verkaufen sollen. Wir sterben sogar den Heldentod in den Armen des Entrepreneurs, nachdem wir seine absolute Macht, auch über Menschen, seinen Reichtum, seinen Glanz, seine Privilegien gegen die Looters mit unserem Leben verteidigt haben, weil wir, obwohl wir zu den Looters gehören, den Hauch der „Macht“ (Star Wars), seine natürliche Überlegenheit gespürt haben. Mit unserem Tod gehen wir geläutert in die Unendlichkeit ein und schauen von irgendwoher zu, wie die Geretteten mit dem besten Champus der zu haben ist unsere Läuterung feiern!*

      Es lebe der Markt, schart Euch um ihn, machen wir uns auf zum Kreuzzug, wie weiland die Kinder gen Jerusalem zu Kreuze zogen und nie dort an kamen!

      *(frei nach Ayn Rand, Atlas Shrugged, deutsch „Der Streik“, erzählt)

  3. alexander rain
    26. August 2012 um 22:36

    Thomas Fricke :
    Bin schon erstaunt, wie schnell Sie da mal ein paar Zahlen um sich werfen. Wie wäre es, vorher mal nachzusehen. Beim Konsum sind die Griechen längst auf ein Niveau zurückgeworfen, das es zu Anfangszeiten des Euro gab. Die Arbeitslosigkeit ist doppelt so hoch. Wollen Sie noch mehr? Mit welchem Argument? Und ich finde es auch zu plump, immer nur drauf zu dreschen und zu rabarbern, bei den Griechen sei alles nur auf Pump geschehen. Die Tatsache, dass da eine Menge auf Pump gemacht worden sein mag, heißt nicht, dass man das Land deswegen um Jahrzehnte zurückwerfen muss. Das ist einfach Unsinn. Die Krise ist einfach kein Grund, das Land in eine furchtbare Depression zu stürzen und die Chancen auf Besserung damit noch zu verschlechtern. TF

    das land hat aber nun mal keine basis das läßt sich doch nicht leugnen ein agrarisch touristisch geprägtes land hat einen anderen lebensstandard als eine industrieland wie deutschland oder die schweiz.
    was wollen sie machen , dauerhaft alimentieren? das geht politisch in den „geberländern“ niemals gut. letzlich ist die alimentation ja auch in den letzten 10jahren in die taschen diverser clans geflossen und natürlich auch beim „kleinen mann“ angekommen in form des aufgeblähten staatsapparartet mit posten und pöstchen für jedermann. das ist nun mal auf pump passiert, das läßt sich doch nicht wegdiskutieren. ich wünsche auch jedem den höchsten lebensstandard aber der muß doch numal mal erwirtschaftet und bezahlt werden. D kann nicht die ganze welt retten und noch nicht einmal für griechland reicht es.

    • 27. August 2012 um 11:08

      Ganz schön einfach, Ihre Welt! Die ganze Welt retten? Seien Sie mir nicht böse, aber solche Sätze spiegeln den latenten Größenwahn, der sich bei uns in dieser Krise breit macht. Der Großteil der Welt hat weder Lust, noch Bedarf, sich von uns retten zu lassen. Und wenn wir wollten, hätten wir Griechenland längst retten können – das wäre uns viel günstiger gekommen als dieses lange Merkel-Elend, sich gegen Hilfen immer so lange zu sträuben, bis der nächste Crash schon ansetzt und uns nichts anderes mehr übrig bleibt. TF

      • alexander rain
        27. August 2012 um 16:56

        das merkel-elend und rot/grün-elend hätte man sich in der tat sparen können und griechenland gemäß maastrich einfach sich selbst überlassen, dann ware es pleite gegangen. nicht schön und viele verwerfungen, aber der sturm wäre wie jeder sturm auch wieder verzogen. ja ich bin ein verfechte rvon bei rot bleibt man an der ampfel stehen, das hat sich bewährt. jetzt haben wir doch eine rechtserosion ohne gleichen. jeder liest aus den verträgen war er will und ignoriert was ihm nicht paßt.
        europa und gemeinsinn ist (evt. leider) eine naive träumerei. jeder staat kämpft für seine interessen. ohne D wäre die ehemaligen weichwährungsländer kaum noch im euro und daran interessiert.

        ich weiß, sie sind ja ein großer freud des retten und eurobonds, ezb-finanzierung oder wie auch immer man es nennt- aber das wird die probleme sowohl ökonomisch als auch politisch noch enorm verschärfen, wir sind beide jungt genug, das wir es noch erleben werden, wenn diese „retterei“ so weitergeht.
        ich bin gespannt welche politischen kräfte sich nun daraus entwicklen werden. österreich macht es ja vor mit der stronach -partei.
        ich erlebe es ja tagtäglich in meinem rot,grün-bis schwarzem -gelben bekanntenkreis/freudneskreis- das mindeste was jeder spürt ist unbehagen egal welcher partei er für gewöhnlich wählt.

        ich will es mal zuspitzen: der euro-fantasimus wird europa um jahrzehnte zurückwerfen.
        daran besteht kein zweifel mehr.

  4. alexander rain
    26. August 2012 um 22:27

    ach herr fricke, ich empfehle ihnen kostolanys buch von 1995 „bilanz der zukunft“. da steht so ziemlich exakt genau das drin, was jetzt passiert. und seine letzte prohezeihung europa wird um jahrzehnte zurückgeworfen , wenn die „ultraeuropäer“ sich durchsetzten mit der einführung des euros, das erleben wir doch momentan und ich fürchte noch viel heftiger in den nächsten jahren. überall streit der hochemotional geführt wird. parteineugründungen in österreich und siche rauch noch in anderen ländern.

    „wirre klagen“ nennen sie das also- ich finde die herren lagen deutlich besser mit ihren einschätzungen als andere ökonomen, die den euro ausschließlich bejubelt haben.
    eine abhängige zentralbank sehen sie also nicht??
    die inflation wird noch kommen. bei uns
    die deflation in der „südschiene“ auch.

    kurzum ich sehe nicht wie der euro, die eurozone befriedet hat, leider ist das gegeteil der fall und es wird vermutlich noch deutlich schlimmer, wenns erst beim normalsterblichen bürger in deutschland ankommt.

    • 27. August 2012 um 11:15

      Wenn Herr Kostolany nur ansatzweise geahnt hätte, in welch dramatische Krise die Finanzwelt seit 2007 geraten ist, hätte er sicher nicht empfohlen, Aktien zu kaufen, schlafen zu gehen und beim Aufwachen immer Gewinne mitnehmen zu können. Es spricht schon viel dafür, dass das Ausmaß der Euro-Krise ohne diese Finanzkrise (und einer für post-bubble-economies typischen Panikneigung) nicht erklärbar ist – weil die Euro-Staaten auf eine Situation nicht vorbereitet waren (und die deutsche Regierung und Bundesbank bis heute nicht), in der es mal nötig sein könnte, einen lender of last resort zu haben, was sich aus X Finanzkrisen herleitet. Diese ganze Krise nur auf das Schludern eines – mit Verlaub – wirtschaftlich ziemlich unbedeutenden Landes zurückführen zu wollen, ist in Deutschland aus naheliegenden Gründen beliebt, wird der Realität aber nicht gerecht. TF

      • alexander rain
        27. August 2012 um 17:02

        da haben sie kostlany nicht im ansatz gelesen, der berühmt berüchtigte satz mit „dem schlafenlegen“ ist nämlich mehr als verkürt und verzerrt. aber seis drum.

        sie können es drehen und wenden wie sie wollen, aber sie schludern argumentativ um irgendwie die kurve zu bekommen. aber erst war der euro -das ist und bleibt fakt. und nur über dieses konstrukt ist auch D mit in die haftung gekommen und griechenland , spanien hätten niemals dieses leben auf pump-egal ob kredite in privater oder öffentlicher hand gehabt.

        und ihr lender of last resort FED ist doch maßgeblich für diverse bubbles verantworlich.
        sie verschieben es nur gerne noch ein stück in die zukunft.

  5. Regine Meyer
    26. August 2012 um 08:47

    „Oder ob es um eine sich verselbständigte Finanzkrise handelt, in der die Konsequenzen und die Panik an den Märkten in keinem normalen Verhältnis mehr zu den ursprünglichen Verfehlungen steht. Wenn letzteres der Fall ist, wie es fast sämtliche Experten in der Frage mittlerweile sagen, hat der Einsatz der EZB als Retterin in letzter Not einfach die höhere Priorität. Finden Sie nicht? TF“

    Schade Hr. Fricke, daß Sie diese Meinung nicht mit ein paar nachvollziehbaren Fakten ergänzt haben. Welche Panik? Was genau steht in keinem normalen Verhältnis mehr zu den urspr. Verfehlungen? Welche Experten?

    So muß ich leider raten, ob Sie z.B. die lt. Spanien und Schäuble völlig ungerechtfertigten Zinsen meinen. Falls so, dann könnte dieser Zins mit einem erhöhten Risikoaufschlag zusammenhängen, da die Rettungsschirme mit einem aus Anleger-Sicht zu risikobehafteten Gläubigerschutz versehen wurden, weshalb die EZB ja nicht ganz zufällig über eine zusätzliche Risikoverschiebung zulasten Öffentlicher Gläubiger nachdenkt. Um in ihrem Bilde zu bleiben: Wenn die EZB all den alten Damen aus dem bedürftigen Süden nur so über die Straße helfen zu können meint, indem sie sämtliche Ampeln in Euroland demontiert, dann mag es ein rührendes Bild z.B. in der spanischen Presselandschaft abgeben, wenn Hr. Draghi einer alten Dame über die Straße hilft. Allerdings werden sich die Augen der Weltgemeinschaft dann doch eher auf die dramatischen Bilder richten, wenn nämlich währenddessen anderswo diverse alte Damen über den Haufen gefahren werden. Weil unser heldenhafter Seniorenbetreuer nun mal nicht überall sein kann. Oder besser: will. Und da nun kommt Herr Weidmann wieder ins Spiel: Als tatsächlicher Retter in der Not. Oder meinen Sie wirklich, daß das Staats-Haftungsrecht, dem die öffentlich rechtlichen Bediensteten der Bundesbank unterliegen, dessen Grundkapital dem Bund gehört, unabsehbare Kollateralschäden im ureigenen Wirkungs- u. Haftungsradius für vertretbar halten wird? Gar mit einer Pauschalregelung? Remember: Im Rahmen der Integrationsverantwortung des Art. 23 GG sind im Zuge von hoheitlich übertragenen Aufgaben lediglich begrenzte Einzelermächtigungen erlaubt. Wir sind KEIN Bundesstaat, sondern ein souveräner Staat. Infolgedessen hat auch ein Hr. Weidmann nur eingeschränkt tatsächlich Ermessensspielraum. Wenn derzeit in großem Stil Kapital aus Europa abgezogen wird, dann vielleicht auch deshalb, weil das außereuropäische Ausland die begrenzten pol./rechtlichen Spielräume hierzulande schon länger begriffen hat. Vor allem aber wurde begriffen, daß es nur eine einzige Möglichkeit gäbe, diese Hürden zu „überwinden“. Und auch die ist alles andere als attraktiv für Anleger. Schönen Sonntag noch 😉

  6. 25. August 2012 um 18:15

    Ein intelligenter Artikel, jeder gelesene Satz war mit einem virtuellen Kopfnicken verbunden.
    Das Rote-Ampel-Beispiel illustriert die Entscheidungslage auf überzeugende Art; auch Leute, die sich nicht zu den Ökonomieexperten oder Großjuristen zählen, verstehen um was es geht – und können fundiert selbst urteilen.

  7. "just call me Joe"
    25. August 2012 um 10:14

    Dear Herr Fricke,

    als „Dengländer“ überquere ich natürlich bei rot eine Fussgängerample in England auch ohne die besonderen Umstände die Sie beschrieben haben. Auf Deutschlandbesuch wurde mein Verhalten mit einem Knöllchen belohnt. Ein Polizist wartete auf der anderen Strasseseite und kassierte. Es war Markttag und der Fussgängerverkehr dementsprechend grösser.

    Deutschland sollte seine Polizistenrolle aufgeben, ganz abgesehen vom unanständigen Abkassieren. Das Vermarkten von „common sense“ wäre zu empfehlen.

  8. Mayrhofer Herbert
    25. August 2012 um 10:02

    Herr Fricke
    Wen sie 20 Jahre nicht zum Zahnarzt gegangen sind sich die Zähne nur sporadisch geputzt haben und Dan doch mal den weg zum Artzt finden weil ihnen immer wieder gesagt wird wie sie in ihrem Mund aussehen, und der Arzt Dan nur noch radikal Maßnahmen ergreifen kann um ihre Baustelle in ordnung zu bringen sind sie natürlich arm aber es gibt keinen Grund von ihrem Nachbarn zu verlangen er müsse ihre Arztrechnung bezahlen ,sie hätten genauso ihre Zähne täglich putzen könen und regelmäßig zum Arzt gehen könen Dan müssten sie heut nicht vor einem Scherbenhaufen stehn

    • Verena Sabine
      27. August 2012 um 08:29

      Der Nachbar würde aber gut daran tun, sich an der Zahnsanierung zu beteiligen, wenn er wüsste, dass anderenfalls seine sorgsam gepflegten Beißerchen auch über Nacht wegfaulen würden. Mit anderen Worten: Ihr Beispiel ist in keiner Weise zielführend.

      • Mayrhofer Herbert
        27. August 2012 um 12:29

        Das ist ganz einfach Unsinn dieses Horormärchen vom Weltuntergang sollte Griechenland den Euroraim verlassen müssen erzählen diejenigen welche Tort jede Menge Geld zu verlieren haben,wen sie sich maßlos überschuldet haben und wohlgemerkt „niemand“hatt sie dazu grzwungen!, haben sie die Kosequenzen zu tragen möglicherweise werden sie ein Leben lang Lohngepfändet sie sind ja schließlich keiner Naturkatastrophe zum Opfer gefallen wo man übermäßige Solidarität mit ihnen haben könnte oder müste.In solchen Situationen wäre vielen Dan wieder das Kominidtische System recht zumindest was die Schulden anbelangt die sollen alle tragen auch die welche über Jahrzehnte anständig gewirtschaftet haben.Um bei Griechenland zu bleiben 52Protzent aller Unternehmen zählen nicht Ordnungsgemäß ihre Steuern das bezieht sich auf den jetztzudtand Tausende kassieren noch immer Renten von verstorbenen Angehörigen!
        Es wird wohl kein vernünftiger Mensch Glauben das dieses Land welches nur noch sprichwörtlich durch eine Herz Lungen Maschine am Leben erhalten wird jemals seine Schulden begleichen wird die steigen täglich um “ 10 Millionen“!! Euro und man kann sich aussuchen in man diesen Irrsinn noch viel länger ohne hoffnung fortsetzen will,man möge sich die Ansichen dazu bei Beginn dieser Rettungsaktion ansehn es wurde jedem eingeredet das nur ein Bruchteil der bis jetzt ausgegebenen Summen nötig sei und alles wird gut und wo stehen wir jetzt ?,es wurde das zigfache an Geld verschleudert mit dem einzigen Effekt das die Lage weit aussichtsloser ist Alls zuvor.

  9. Frank Valerian
    25. August 2012 um 09:46

    Als Chef Ökonom der FTD haben Sie, Herr Fricke, guten Grund, an der Seifenoper Geld laufend mitzuschreiben. Schließlich beschäftigt jeden Bürger dieses Thema, gegenwärtig sogar mehr als Fußball, und das bringt Quoten. Denn anders als bei den Fanclubs nutzt jeder Bürger Geld jeden Tag und er meint, er wisse wirklich wovon die Rede sei.
    Der Bürger fiebert also nicht nur wie ein Fan um seinen Club, wenn er selbst einen Teil seines ersparten Geldes oder seines laufenden Einkommens zu verlieren droht. Er kann zudem und anders als im Fußball die Verluste der Vorjahre und wenn er älter wird, auch die der vergangenen Jahrzehnte nicht vergessen.
    Deshalb sind Vergleiche wie Ihrer mit der alten Dame und der roten Ampel zwar eingängig, sie verschleiern aber, woran inzwischen alle alten Industrienationen kranken; am meisten jene, die auf moderne Dienstleistungen gesetzt haben.
    Unsere Märkte ermitteln längst keinen Preis mehr für den nachhaltigen Nutzen einer Ware. Sie bewerten in Überflussgesellschaften kurzfristige Präferenzen von Kunden, bei denen das Einkaufserlebnis im Mittelpunkt steht, also eine Dienstleistung die von der Ware selbst weitgehend entkoppelt ist und ihren Wert schon in dem Augenblick verliert, in dem der Kunde die Shopping Mall oder das Fast Food Restaurant verlässt.
    Diese Problematik sei hier ausgeklammert, obwohl sie hinter vielen scheinbar polemischen Äußerungen über Schuldner steht, die vom Zeitgeist getrieben, eben gerne solche Erlebnisse genießen möchten, denen sie aber selbst nichts vergleichbares als Angebot gegenüberstellen können.

    Das eigentliche Problem des Geldes besteht seit Urzeiten darin, dass es von Menschen in die Welt gebracht wird, deren Erfahrung darin besteht, Menschen mit Worten zu überzeugen. Wir wählen Politiker in einem Wettbewerb, in dem es um Versprechungen geht. Sie bieten uns im Verbund mit den Medien und den „Geldwechslern“, wie es in der Bibel heißt, Wetten auf die Zukunft an. Das war schon zu jenen Zeiten so, als Könige von Kurfürsten gewählt wurden. Seit die Macht vom Volke ausgeht, wie es die Verfassung so sagt, hat sich aber Entscheidendes verändert. Keiner dieser „Gewählten“ braucht für seine Wahlversprechen mehr persönlich haften. Ihm droht weder der Königsmord noch die Guillotine. Es genügt heute, die gute Absicht gehabt zu haben, um eine lebenslange Versorgung zu behalten, auch für den der politisch scheitert.

    Anstatt durch harte und klare Wettbewerbsregeln ( einschließlich Standards für Umwelt, Verbraucherschutz etc.) der Wirtschaft die Wirtschaft zu überlassen ist die Politik desalb der Versuchung erlegen, über das Mittel Geld die Wirtschaft zu stimulieren und zu steuern. Und weil die Bevölkerung sich aus gutem Grund einer nach oben offenen Belastung durch Steuern und Abgaben widersetzt ist der Staat zusammen mit den Banken auf die Finanzierung von Staatsdefiziten verfallen, in dem er ihnen die Schöpfung von Geld über Zentralbankkredite erlaubt.
    Dass am Ende dieser Entwicklung ein neuer real existierender Sozialismus unvermeidlich stehen muss, das will heute jeder politische Gutmensch nicht wahr haben. Wie leicht ist es doch, sich auf die StaSi Vergangenheit zu konzentrieren und diese „aufzuarbeiten“, anstatt sich auf die ökonomischen und sozialen Ideen zu konzentrieren, die schließlich zu dem StaSi Regime geführt haben.

    Deshalb wäre es gut, Sie würden sich der technischen Vorschläge von Herrn Helmut Rohe einmal annehmen und dafür ein Beispiel aus dem Alltagsleben konstruieren. Anstelle der Ampel und der alten Dame werden Sie vielleicht bei David Graeber in dessen Buch Schulden – die ersten 5000 Jahre fündig.

  10. Reinhart Czisch
    25. August 2012 um 00:30

    Solange nicht der Nutzen, den Deutschland aus dem Euro gewinnt, genau so oft und penetrant der Höhe der Staatsbürgschaften,die Deutschland stellt (mehr ist es im Moment ja nicht), gegenüber gestellt wird, wird sich die verheerende unsolidarische Einstellung der Bevölkerung nicht ändern. Und Merkel und Konsorten profitieren ja, wie aus den Befragungen deutlich wird, von ihrem Beharren auf den unerfüllbaren Bedingungen gegenüber Griechenland und anderen Staaten, die wior, Deutschland, in diese Lage durch Niedriglöhne und anderes erst in diese Lage ghebracht haben. So erzeugt man ein antieuropäisches Klima, um die Chancen zu erhöhen, wiedergewählt zu werden. Wenn die deutsche Gesetzesfurcht denn wirklich der Grund für das uneinsichtige Verhalten sein sollte, dann wäre weder Europa noch dem Euro mehr zu helfen.

    • Very Serious Sam
      25. August 2012 um 09:50

      Ich finde es erstaunlich, wie locker hier die rule of law als Basis jeden Rechtsstaates und Bundes aus solchen abgetan wird. Beginnend bei TF selbst, über diverse Kommentatoren.

      Alle scheinen zu ignorieren, dass es eben die Verletzung von Regeln war, die Europa in diese Situation gebracht hat. Und dass mehr desselben, mehr Regelüberschreitungen, die Probleme nur verschärfen kann (und nicht mehr zu stoppen ist – die Geschichte zeigt, dass Missbrauch nunaufhaltbar ist). Dasselbe gilt natürlich auch für mehr desselben in Sachen Bürgschaften, Schuldenvergemeinschaftung etc.

  11. Very Serious Sam
    24. August 2012 um 23:13

    „Natürlich muss man dann dafür sorgen, dass so etwas nicht beliebig vorkommt, die Ausnahme gut begründet ist und Missbrauch verhindert wird. Alles nicht einfach, klar“

    Nicht eifnach? Nein: unmöglich! Es wurde ausnahmslos jede Stabilitätsregel von fast jedem EZ-Land gebrochen. Es ist nach diesen Erfahrungen bestenfalls naiv zu glauben, man könne mit einem wie auch immer gearteten Regelwerk derartigen Mißbrauch in Zukunft verhindern.

  12. 24. August 2012 um 21:58

    Wenn diese Oma schon diverse Male von dem netten Herren an der rotem Ampel geholfen wurde, sie unbelehrbar ist, den hilfsbereiten Herrn anspuckt und als NAzi bezeichnet, dann solte dieser Herr bei Rot stehen bleiben. Mittlerweile besteht ja lebensgefahr für den Retter, zum Finanzinstitute aus England darauf wetten das dieser Herr eins aufs Maul bekommt und Schlägertrupps schicken damit diese Wette auch aufgeht. Wäre es da nicht sinnvoll diese Institute die darauf wetten das dieser Herr eine aufs Maul bekommt an die Kette zu legen. Vielleicht wird dann auch diese dmme alte Dame nicht mehr überfallen.

    • Robert
      27. August 2012 um 00:56

      „Wenn diese Oma schon diverse Male von dem netten Herren an der rotem Ampel geholfen wurde, sie unbelehrbar ist, den hilfsbereiten Herrn anspuckt und als NAzi bezeichnet, dann solte dieser Herr bei Rot stehen bleiben.“

      Ja sorry, aber wenn sie die alte Dame auf der anderen Straßenseite beschimpfen, bevor Sie sie retten, sie solle doch mit ihrer hohen Rente nicht auf Staatskosten leben und als faul und gierig und betrügerisch abtun, dann brauchen Sie sich auch nicht über die Reaktion der alten Dame wundern.

      Kurz übertragen: Wenn in fast allen Medien über (ausnahmslos) „Pleite-Griechen“ geschimpft wird und alte Feindbilder bedient werden, dann dürfen Sie sich nicht über eine Gegenreaktion aus den betroffenen Ländern wundern.

  13. Moneywatcher
    24. August 2012 um 21:42

    Lieber Fricke, die ständigen Rufe nach Rettungsfonds, -plänen, -schirmern ,-… auch in den Medien führt nun offensichtlich nicht ans Ziel. Denn die Hauptprobleme sind: Die meisten Eurostaaten (auch Deutschland) geben systematisch mehr Geld aus als diese einnehmen (Ausnahmen bestätigen diese Regel), das wir kein funktionierende Bankenaufsicht haben und auch die EZB bisher gar keine Ahnung davon hat Banken zu beaufsichtigen, das Politiker per se Anpassungsschmerzen fast immer vermeiden wollen solange es mit (fremden) Geldern hinausgezögert werden kann und das die 38 verschiedenen Stabilitätspakte stetig aufgeweicht oder gebrochen wurden sobald es mit dem Wirtschaftswachstum mal klemmte.

    So lieber Fricke, denken Sie als Chefökonom mal darüber nach was denn die Krisenländer selber tun können um Kredite von den EURO Institutionen zu vermeiden. Privatisierungen ? Asset Backed Staatsanleihen (Gold/Immobilien-/ Aktienvermögen) ? Zwangsanleihen ? Wirkungsvolle Eingrenzung der Steuerhinterziehung in den südlichen Ländern ? Reformen ?

    Die Letten, Polen und Finnen haben es auch geschafft weitgehend selbständig aus der Krise zu kommen.

    • 24. August 2012 um 23:06

      Lieber Herr Moneywatcher, beobachten Sie auch ein bisschen, was in „den“ Ländern in den vergangenen zwei Jahren schon gemacht worden ist? Ich bin wirklich immer wieder sprachlos, was wir uns da aus der Ferne für ein absurdes Urteil anmaßen. Die Spanier, Iren, Portugiesen, Italiener und auch Griechen haben in den vergangenen Monaten so dramatische Kürzungen und Steueranhebungen mitgemacht, dass es einfach nur unerhört ist, solche platten und kenntnislos überheblichen Urteile zu fällen. Wissen Sie, was bei uns los wäre, wenn unsere Regierung auch nur ansatzweise ähnliches machen würde? Sorry, wenn ich das mal so undiplomatisch ausdrücke. TF

      • Traumschau
        25. August 2012 um 10:04

        So ist es, Herr Fricke!
        Das Problem dabei ist außerdem, dass alle Sparanstrengungen der Südstaaten durch unsere Exportüberschüsse zunichte gemacht werden. Wenn wir jetzt nicht endlich beginnen, eine ausgeglichene Leistungsbilanz anzustreben, wird der Euro sowieso zerbrechen. Da schon allein dieser Prozess der Angleichung mindestens eine Dekade dauern wird, weil seit der Einführung des Euro die Ungleichgewichte kumulierten, hat man tatsächlich keine Zeit mehr, nur darüber zu reden: Handeln ist angesagt. Eine erste Maßnahme wäre ein gesetzlicher MIndestlohn! Über die anderen Maßnahmen habe ich berichtet …
        Wer sich über die Hintergründe informieren möchte, dem empfehle den hervorragenden Podcast auf „Wrint“ zur Krise (WR097).

      • aleander rain
        25. August 2012 um 21:07

        ach herr fricke,
        das mag ja alles sein , daß in griechenland , IT manches an reformen passiert- aber sie sollten sich doch die ausganglage betrachen- girechenland war vor dem euro ein landwirtschaftlich/touristischen land und mit entsprechend eher niedrigem lebensstandard. dann kam er der euro – der gegen jede ökonomische vernunft zwangseinführt wurde – und schon gab es rasante sprünge für naehzu alle griechen, jeder hat lustig mitgemacht beim leben auf pump. gewaltige gehalterhöhungen, jede menge neue stellen im öffentlichen dienst.
        und jetzt nimmt man vielleicht 30% zurück, was man vorher um 200% oder noch mehr aufgebläht hat.

        das nennen sie reformen oder sparen?

      • 26. August 2012 um 21:41

        Bin schon erstaunt, wie schnell Sie da mal ein paar Zahlen um sich werfen. Wie wäre es, vorher mal nachzusehen. Beim Konsum sind die Griechen längst auf ein Niveau zurückgeworfen, das es zu Anfangszeiten des Euro gab. Die Arbeitslosigkeit ist doppelt so hoch. Wollen Sie noch mehr? Mit welchem Argument? Und ich finde es auch zu plump, immer nur drauf zu dreschen und zu rabarbern, bei den Griechen sei alles nur auf Pump geschehen. Die Tatsache, dass da eine Menge auf Pump gemacht worden sein mag, heißt nicht, dass man das Land deswegen um Jahrzehnte zurückwerfen muss. Das ist einfach Unsinn. Die Krise ist einfach kein Grund, das Land in eine furchtbare Depression zu stürzen und die Chancen auf Besserung damit noch zu verschlechtern. TF

  14. 24. August 2012 um 21:36

    Welche Aufgaben die Zentralbanken erhalten, bestimmt der Gesetzgeber, siehe §§ 19, 20 BBankG. Deutschland hat die westliche Regel übernommen, dass der Staat nicht direkt von der Zentralbank Geld leihen kann. Der Gesetzgeber kann das ändern.

    Für die Zentralbanken spielt es überhaupt keine Rolle (alte Erfahrungen hin und her), ob die Staaten die Geldmenge für die Staatsschulden direkt von der Zentralbank erhalten, oder ob die Zentralbanken diese Geldmenge den Banken leihen und diese zu höheren Zinsen an die Staaten weitergeben. Für die Geldwertstabilität ist die Höhe der Staatsverschuldung in Relation zur Wirtschaftskraft eines Landes und die Höhe der Zinsbelastung der Staaten massgebend.

    Also machen Sie als FTD doch mal den Vorschlag:

    Die nationalen Zentralbanken erhalten per Gesetz den Auftrag, ihren Staaten direkt Darlehen zu gewähren. Die Schulden dürfen die in den EU-Verträgen festgelegten Stabilitätskriterien nicht überschreiten. Es bleibt bei der Regel, dass die Zentralbankgewinne an die nationalen Staaten abgeführt werden, allerdings neu in der Form, dass statt der Gewinnausschüttung die Staatsschulden in gleicher Höhe getilgt werden. Für 2012 würde das alleine für den Bund 36 Mrd € Tilgung statt Zinsen an Banken bedeuten.

    Zinsen an Banken von Staaten, denen ja die Währung „gehört“, entbehren jeder sachlichen Grundlage, sind also tatsächlich Geschenke an die Banken.

    Und dann gleich noch ein Vorschlag:

    Wenn Staaten Darlehen, die sie am Kapitalmarkt aufgenommen haben, nicht zurückzahlen können, destabilisert diese Staatsinsolvenz die Staaten, die Kapitalmärkte und die Banken.

    Wenn Staaten Darlehen, die sie von ihren nationalen Zentralbanken, also genaugenommen von sich als Eigentümer der Währung, erhalten haben, wird die Zentralbank diese Geldsumme einfach ausbuchen! Weder die Staaten noch die Kapitalmärkte oder die Wirtschaft werden destabilisiert.

  15. Franz Josef Lang
    24. August 2012 um 20:08

    Also, so geht das: Man vereinbart spielregeln (Gesetze), hält sie nicht ein- und wenn dann die schmerzlichen Konsequenzen spürbar werden, erklärt man, daß das
    Ganze nicht so ernst zunehmen ist.
    Wer glaubt dann den nächsten Spielregeln noch?
    Doch wohl nur jemand ohne eigenes Denkvermögen, aber das sind ja die beliebtesten und zuverlässigten Untertanen.

    • 24. August 2012 um 23:12

      Herr Lang, es gibt auch einen Vertragsartikel, der der EZB vorschreibt, das Funktionieren der Zahlungssysteme zu sichern. Soll die EZB diese Regel auch brechen? Die entscheidende Frage ist nunmal, ob es noch um eine normale Staatsfinanzenkrise geht, in der Regierungen nicht solide gewirtschaftet haben. Oder ob es um eine sich verselbständigte Finanzkrise handelt, in der die Konsequenzen und die Panik an den Märkten in keinem normalen Verhältnis mehr zu den ursprünglichen Verfehlungen steht. Wenn letzteres der Fall ist, wie es fast sämtliche Experten in der Frage mittlerweile sagen, hat der Einsatz der EZB als Retterin in letzter Not einfach die höhere Priorität. Finden Sie nicht? TF

  16. Rabea
    24. August 2012 um 14:14

    An der roten Ampel kann ich entscheiden stehen zu bleiben und auf grün zu warten oder zu gehen. Jede Entscheidung hat seinen Grund. Sehe ich meine Gehaltsabrechn ung habe ich nicht mehr die Entscheidung, mir wird ca 50% meines Gehaltes abgezogen für Steuern und Sozialabgaben. Kaufe ich ein Grundstück zahle ich Grundsteuer, auch hier habe ich nur die Entscheidung Miete oder Eigentum. In anderen Ländern unserer Euro-Staaten sieht das zum grossen Teiul ganz anders aus. Da gibts die Spielräume selbst über Steuerabgaben zu entscheiden, da es keinen funktionierenden Beamtenapparat inkl Repressalien gibt.

    Wenn jeder in jedem europäischen Land seien Steuern zahlen würde, dann hätten wir die jetzigen probleme nicht.

    Aber als deutscher weiter zu bluten,NUR weil der Bürger nicht die Chance der Schröpfung zu entgehen, ist UNGERECHT!

    • 25. August 2012 um 10:03

      Ja,ja… das vorbildliche Deutschland und die schlampigen Euro-Staaten im Süden. Lassen Sie sich doch bitte nicht auch diese einseitige, populistische Sichtweise einreden. Zudem scheinen Sie der Mär aufzusitzen, Europa hätte ein Staatsschuldenproblem (denn für Sie scheint ja die Steuerpolitik des Rätsels Lösung darzustellen). Das ist jedoch mitnichten der Fall!

  17. YSIPatrick
    24. August 2012 um 14:04

    Italien hat vor Einführung des Euro eben nicht von 7% geträumt. Ich kann dir, DIrk, genau sagen, wie hoch die Zinsen waren und wie hoch die Inflationsraten, womit sich der Realzins ergibt. Im Jahr 1997 waren es nominal 6,86%, bei einer Inflationsrate von 2% macht das real etwa 4,86%. Anfang des Jahres waren es in der 7% bei Inflationsraten von ebenfalls etwa 2%. macht 5%, sie waren also damals niedriger als heute!

    • aleander rain
      25. August 2012 um 21:14

      da halte ich es aber mit prof. manfred neumann. der hat in der SZ alles dazu gesagt. und ich behaupte mal als einer der führenden ökonomen/geldtheoretiker im land kann der das besser beurteilen.
      und seine scghlußfolgerung war -ich drücke es sehr flapsig aus – IT, spanien sollen mal nicht so tun als ob 7% eine katastophe wären.

  18. Chris
    24. August 2012 um 13:38

    „Was ist denn dann ein Notstand, der legitimieren könnte, dass eine Notenbank ausnahmsweise den Kauf von Staatsanleihen ankündigt, soweit das Aussicht darauf bietet, eine Katastrophe zu verhindern?“

    7% Zinsen für Italien oder Spanien sind sicher kein Notstand. In den 90er Jahren mussten die gleichen Länder bis zu 12% Zinsen aufbringen und auch damals lagen die Zinssätze ca. 6% über denen der deutschen Staatsanleihen.

    Volkswirtschaften mit einem derart unterschiedlichen Leistungsniveau mit einer Währung beglücken zu wollen, ist dagegen tatsächlich ein katastrophaler Fehler auf den Milton Friedman schon 1998 ausdrücklich hinwies. Übrigens hatte er schon damals prophezeit, dass das größte Risiko einer europäischen Währungsunion von Italien ausgehen würde.

  19. Traumschau
    24. August 2012 um 13:29

    Guter Artikel! Vielen Dank!
    Die Krise lässt sich m.E. nur dann wirklich lösen, wenn wir drei entscheidende Schritte gehen:
    1. Die Regulierung der Finanzmärkte: Stichwort Trennbankensystem nach Glass-Steagall
    2. Beseitigung der wirtschaftlichen Ungleichgewichte. Hier muss auch D. handeln: wir brauchen endlich den gesetzlichen Mindestlohn! Exportweltmeister ist ein schöner Titel, aber für die Währungsunion insgesamt verschärft das die Krise.
    3. Die EZB muss unbegrenzt – unter strikten Bedingungen – für alle Staatsanleihen garantieren. Die notwendigen Anpassungen und Reformen brauchen Zeit. Die EZB ist als einzige in der Lage, diese Zeit zu verschaffen.

    Wird einer der drei Punkte ausgelassen, wird der Euro zerbrechen.
    UND: Das dumme Gequatsche der Politelite und B-Promi-Politdarsteller muss aufhören!
    Da aber nichts von den oben genannten Punkten – aus mehr oder weniger ideologischen Gründen – umgesetzt werden wird, wird der Euro zerbrechen! Jens Weidmann gehört zu diesen Ideologen, die nie gelernt haben, mal nach rechts oder links zu schauen und mit einem Tunnelblick durch die Gegend trampeln!
    Das ist nur meine persönliche Meinung.

    • Peter Knittel
      24. August 2012 um 22:32

      Der schliesse ich mich an.

    • aleander rain
      25. August 2012 um 21:11

      ach ja, strikte bedingungen ? wer legt die fest? was passiert wenn die nicht eingehalten werden?

      sind das wieder so strikte bedingungen wie no-bail-out? sorry, solche verträge sind das papier nicht wert auf dem sie stehen. das zeigt doch überdeutlich die vergangenheit und gegenwart.
      und sie sehen ja, wie auch herr fricke, hier propagiert- man solle sich nicht so haben und verträge wäre quasi nur eine empfehlung und ob man sie einhält oder nicht,solle man situationsbedingt entscheiden?

      ich nenne das eher die erosion des rechtes ud bin eigentlich sprachlos.

  20. Michael Gunczy
    24. August 2012 um 12:34

    Noch dazu muss sich Weidmann, auch wenn es so nicht ausgesprochen wird, den Vorwurf gefallen, dass Deutschland überproportional von den Zinsspreads profitiert.
    Also könnte er es riskieren bei Rot über die Ampel zu gehen und die alten Dame Europa vor den Finanzhaien retten.

  21. Dirk
    24. August 2012 um 12:20

    Man hat bei Vertragsabschluß ganz bewusst die Staatsfinanzierung durch die EU/ EU- Mitglieder verboten.
    Man hat ganz bewusst eine 3% Regel geschaffen.
    Man hat das damals ganz bewusst getan für Fälle wie den jetzt eingetretenen.
    Welche Grundvoraussetzungen haben sich geändert?
    Welche Grundeinschätzungen haben sich geändert?
    Keine, nur damals war eine solche Regelung gut um das (Wahl-)Volk zu beruhigen.
    Und heute:
    Die EZB greift nur ein, wenn ….
    Der gleiche Käse, denn auch heute muß das (Wahl-)Volk beruhigt werden.

    Und mal eine Frage, Italien hat vor Einführung des Euro´s von 7% Zinsen geträumt, bezahlt haben sie eher 17%.
    Wieso kann Italien, Spanien etc. nicht kurzfristig den Risikoaufschlag bezahlen? Gemessen an der Gesamtverschuldung dieser Länder spielt es doch gar keine Rolle wenn z.B. Spanien für 1 Jahr höhere Zinsen bezahlt, sobald die Reformen greifen sinken auch die Risikoaufschläge. Reformiert man wie Griechenland und in dem Tempo, dann bezahlt man halt länger die Risikoaufschläge.
    Der freie Markt ist da letztendlich hart aber gerecht.

    • Traumschau
      25. August 2012 um 10:15

      Welcher freier Markt? Ich verstehe überhaupt nicht, was Sie meinen! Die Staatsverschuldung in Spanien, Italien, Portugal und auch Irland lag vor der Finanzkrise UNTER der von Deutschland. Bitte besorgen Sie sich mal die Zahlen bei Eurostat.
      Erst in Folge der Bankenrettungen sind deren Staatsschulden explodiert. Hätte man den „freien Markt“ entscheiden lassen, dann wären all die gepämperten Banken pleite – und das Finanzsystem weltweit implodiert. Leider hat man daraus bis dato KEINE Lehren gezogen. Die seitdem getroffenen Maßnahmen sind in keinster Weise ausreichend, um eine Wiederholung der Finanzkrise zu verhindern. Sie sind schlecht informiert! Sorry!

  22. Smorkin
    24. August 2012 um 11:59

    Sehr geehrter Herr Fricke,

    die Eurokrise macht eines deutlich – es gibt nur Hypothesen und Annahmen. Niemand kann sagen was, wann passiert, jede andere nicht abgegrenzte Äußerung ist daher unseriös. VWL ist eben Glaubenssache. Mein Glauben geht in eine andere Richtung. Wir weder sehen was die Zukunft bringt in Sachen Griechenland – habe ich richtig in die Glaskugel gesehen – aber wir werden sehen…

    • aleander rain
      25. August 2012 um 21:18

      das finde ich nun gar nicht – alles sehr exakt vorhergesagt von prof starbatty, prof. hankel, prof. nölling, prof friedman – oder auch von andre kostolany 1995 in seinem buch (bilanz der zukunf) – sie haben genau beschrieben, was passieren wird, wenn der euro zwangseingeführt wird. und sie haben alle recht behalten.

      unrecht hatten solche leute wie prof. bofinger, der trotzdem nicht müde wird, weiter exakt das zu behaupten was er schon sei 10jahren erzählt. das nenne ich ich „selbstbewußtsein“

      • 26. August 2012 um 21:34

        Meinen Sie das wirklich? HAben Sie nochmal nachgelesen, was die genannten Professoren in ihren – mit Verlaub – reicht wirren Klagen alles prophezeit haben? Ganz im Ernst: davo ist so gut wie nichts eingetreten (Dauerhochzinsen, Hochinflation, eine abhängige Zentralbank usw), und die Art der Krise, die wir jetzt haben, haben die besagten Ökonomen gar nicht vorhergesagt. Da muss man schon ein bisschen näher hinsehen. TF

  1. 25. August 2012 um 12:53
  2. 24. August 2012 um 14:30
Kommentare sind geschlossen.
%d Bloggern gefällt das: