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Gerhard Illing: Die Diskussion um den Euro – endogene Risiken und multiple Gleichgewichte

18. September 2012

Die deutsche Debatte um die Euro-Krise unterscheidet sich massiv von der internationalen Diskussion. Weil bei der Deutung namhafter deutscher Ökonomen und Notenbanker die wahren Ursachen der Krise verkannt würden, laufen viele Vorstöße Gefahr, kontraproduktiv zu wirken und die Bemühungen in den kriselnden Euro-Ländern zu konterkarieren, schreibt der Münchner Ökonom Gerhard Illing.

Beispielhaft sei die Debatte um die Risiken von Target 2: Dabei seien die Ungleichgewichte im Euro-Zahlungssystem nur das Symptom des fortschreitenden Vertrauensverlusts in den Zusammenhalt der Euro-Zone. Damit ergebe sich „die paradoxe Situation, dass sowohl die Höhe des Risikos als auch dessen Eintrittswahrscheinlichkeit umso stärker steigt, je mehr in der öffentlichen Debatte in Deutschland Zweifel am Fortbestand des Euro gestreut werden“. Erschienen ist der Aufsatz im „Leviathan“  und wurde uns vom Nomos Verlag zur Verfügung gestellt.

Hier ist der Beitrag: Die Diskussion um den Euro – Endogene Risiken und multiple Gleichgewichte

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  1. "just call me Joe"
    20. September 2012 um 12:00

    Vielen Dank für den Artikel.

    Ihn unter WIRTSCHAFTSWUNDER zu präsentieren ist wohl als Ironie gemeint.

    Wie wäre es mit Wirtschaftswunden?

  2. hagentunt
    20. September 2012 um 11:36

    Eine gute Analyse mit einem problematischen Fazit: Euro-Zentralismus ist doch nicht die Lösung, sondern das Problem. Wie wäre es mit einer Rückkehr zu den Prinzipien der Subsidiarität, Selbstverantwortung und Haftung? Mit diesem Ziel lassen sich Übergangshilfen rechtfertigen, aber nicht mit der Perspektive einer zunehmenden Entmündigung der Wähler und der ihnen verantwortlichen Politiker durch kostspielige Eurokraten.

  3. Dr.Burdenski
    20. September 2012 um 08:30

    Könnte es sein, dass das Eurosystem eine unsinnige Zusammenfassung kulturell völlig verschiedener Ländern unter einer gemeinsamen Währung ist? Könnte es sein, dass ein Auseinanderfallen zwingend ist und dass es nur um die Frage geht, wieviel vorher noch kaputt gemacht wird? Griechenland hat wie Deutschland seine Erfahrungen mit Inflation und Währungsverfall, aber der Grieche zieht daraus eben andere Schlüsse als der Deutsche. Sollten wir nicht lieber jedem Volk sein Wertesystem lassen statt eine zunehmend gewaltsame Zusammenführung anzustreben?
    Das Ignorieren solcher Fragen hat bisher nur zu 2 Denkschulen der Volkswirtschaft geführt, die in unwürdiger Weise aufeinander einschlagen statt sich auszutauschen. Die Volkswirte haben – anders als sie glauben – kein Modell zur Erklärung der ganzen Welt, sondern nur von Teilwelten.

  4. Alex
    19. September 2012 um 21:41

    Das Problem ist aber, dass wenn Sie sich irren, Sie zu einer Art „Baghdad Bob“ werden. Sie werden -im übertragenen Sinne- immer noch proklamieren, dass es keine Amerikaner in Baghdad gibt, wenn man im Hintergrund schon Abrams-Panzer durch das Bild rollen sieht.

    Die Strategie „Bloß nichts schlecht“ reden funktioniert nicht – weder im Krieg noch in der Wirtschaft.

    Alex

  5. Tunt
    19. September 2012 um 09:33

    Eine gute Analyse mit einer problematischen Schlussfolgerung: Mehr Fiskal-Zentralismus ist keine Lösung, sondern eher ein Problem. Die Zentralisierung der Geldpolitik war der erste Fehler, den man mit einem zweiten nicht korrigieren kann. Wie wäre es mit einer Rückkehr zu Subsidiarität und Selbstverantwortung als mittelfristiges Ziel? Für eine solche Perspektive kann man meinetwegen auch den Übergang abfedern, aber nicht für undemokratischen Eurokratismus.

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