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Wirtschaftsdienst exklusiv – Erwartungen der Wirtschaft

14. Januar 2013

Die Hauptgeschäftsführer der wichtigsten deutschen Industrieverbände melden sich zu Wort. Im aktuellen Wirtschaftsdienst kann man ihre Prognosen für das Geschäftsjahr 2013 nachlesen.

Michael Knipper, Geschäftsführer des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie, blickt optimistisch auf das kommende Geschäftsjahr. Insgesamt rechnet er mit einem nominalen Wachstum der Umsätze von 1,5%. Gemessen an den Vorlaufindikatoren 2012 hält er den Wohnungsbau für das wichtigste Zugpferd der Branche, während der öffentliche Bau mit einem erwarteten Umsatzrückgang von 1% bis 2% den baukonjunkturelle Positivtrend ausbremst. Angesichts solcher Labilität erinnert Knipper an die Verantwortung der Politik und hofft auf positive Impulse im Bundestagswahljahr, die zur Wachstumsstabilität des Baugewerbes beitragen.

Verhaltener fällt die Prognose von Matthias Wissmann, Präsident des Verbandes der Automobilindustrie, aus. Die deutsche Automobilindustrie profitiere zwar von wachsenden Pkw-Märkten vor allem in Amerika und China. Verlässt man jedoch die globale Ebene und konzentriert sich auf West-Europa, so ist ein drastisches Schrumpfen des Marktes zu verzeichnen, das die deutsche Automobilindustrie beeinträchtigt.

Die Chemieindustrie litt 2012 unter den schwierigen konjunkturellen Rahmenbedingungen, was sich vor allem im Produktionsrückgang und in sinkenden Inlandsumsätzen niederschlug. Trotzdem schuf die deutsche Chemie im letzten Jahr 22 000 neue Stellen. Dies gibt Anlass zur Hoffnung, so Utz Tillmann, Hauptgeschäftsführer des Verbandes der Chemischen Industrie. Es zeuge von einer grundsätzlichen Widerstandsfähigkeit der Branche, sodass 2013 ein Zuwachs der Chemieproduktion um 1,5% möglich sei. In diesem Zusammenhang ist das Exportgeschäft ein wichtiger Faktor. Um die Branche langfristig zu stärken, müssen die Handelsbeziehungen der deutschen Chemie zu Amerika aber auch zu Japan und den Schwellenländern vertieft und erleichtert werden. Deshalb fordert Tillmann ein (transatlantisches) Freihandelsabkommen, das unter anderem die Abschaffung von Industriezöllen vorsieht.

Auch Klaus Mittelbach, Vorsitzender der Geschäftsführung des Zentralverbands Elektrotechnik- und Elektronikindustrie, rechnet mit moderatem Wachstum für die Elektroindustrie. Dabei profitiert die Branche vor allem von der Konjunkturerholung in den USA und China. Aber auch Nachholeffekte durch die Notwendigkeit von Instandhaltungsmaßnahmen und Tendenzen zur Reindustrialisierung in den USA und Großbritannien schieben die Produktion an. Diese Prognosen sind jedoch abhängig von politischen Entwicklungen – nicht nur  in Deutschland, wo die Energiewende politische Konkretisierung erfahren muss. Auch die politische Lage im Euroraum, in Amerika oder dem Nahen Osten hat maßgeblich Einfluss auf die deutsche Elektroindustrie.

Die VDMA-Prognose für die Maschinenproduktion 2013 beläuft sich auf ein Wachstum von 2%. Ralph Wiechers, Leiter der Abteilung Volkswirtschaft und Statistik des Verbandes Deutscher Maschinen und Anlagenbau e.V. (VDMA), rechnet in diesem Zusammenhang aber erst einmal mit einem Produktionsrückgang, der erst im Jahresverlauf kompensiert werden kann. Dass Chancen auf eine zyklische Erholung bestehen, ist auf die erhöhte Investitionsbereitschaft vor allem von Schwellenländern zurückzuführen.

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