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Wirtschaftsdienst exklusiv – Was tun gegen Steuerflucht?

22. Juni 2013

Nach Offshore-Leaks und Debatte über geringe Steuerzahlungen großer multinationaler Konzerne stellt sich die Frage „Was tun?“ Wie und ob sich Steuerflucht wirksam bekämpfen lässt, diskutieren im Juni-Zeitgespräch des Wirtschaftsdienst die renommierten Ökonomen Kai Konrad, Thiess Büttner, Manfred Gärtner, Christoph Spengel und Margit Schratzenstaller.

Das Volumen der weltweiten Steuerhinterziehung wird je nach Datengrundlage sehr unterschiedlich geschätzt: für Deutschland fehlen nach Berechnungen des DIW pro Jahr annähernd 100 Mrd. Euro im Staatsbudget. Und dies gerade jetzt, wo Steuereinnahmen dringend gebraucht werden, um die Schäden der Finanzkrise zu beseitigen!

Bevor Maßnahmen vorgeschlagen werden, muss aber klar sein, wogegen sie helfen sollen, stellt Spengel fest. Handelt es sich um illegale Steuerhinterziehung – meist von Privatpersonen – oder um legale Steuergestaltung von großen Unternehmen? Ein geeignetes Gegenmittel gegen kriminelle Praktiken ist der bessere Informationsaustausch, der bisher durch das Bankgeheimnis der Steueroasen verhindert wird. Eine Alternative ist die anonyme Besteuerung an der Quelle. Für Unternehmen wird die OECD im Juli zahlreiche Einzelvorschläge machen, wie die Möglichkeiten der Steuergestaltung eingeschränkt werden können. Dabei stellt sich die Frage: Muss eine globale Lösung gefunden werden, oder sollte die EU eine Vorreiterrolle spielen?

Gärtner und Schratzenstaller warnen: Wenn die Besteuerung von Kapital global vereinheitlicht und auf eine Quellensteuer umgestellt wird, ist der einzelne Staat nicht mehr frei in der Wahl seines Steuersystems. Dann kann sich eine Gesellschaft nicht mehr dafür entscheiden, Arbeit und Kapital nach gleichen Maßstäben zu besteuern. Ob es sich allerdings auszahlt, Steueroasen auszutrocknen, stellt Konrad infrage. Maßnahmen gegen Steueroasen haben möglicherweise nur kurzfristige Wirkungen. Langfristig werden kleine Steueroasenländer durch Steueroasen in großen Staaten verdrängt. Büttner hat in einer empirischen Untersuchung festgestellt, dass für deutsche Konzerne auch jetzt schon kleine Steueroasen keine so große Rolle spielen. Wichtigste Steuerfluchtländer sind Polen, die Niederlande, Singapur und Hongkong!

Den vollständigen Beitrag lesen Sie hier:
WDJuni2013Steuerflucht

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  1. CPU
    27. Juni 2013 um 18:25

    Eine globale Vereinheitlichung in der Besteuerung von Kapital ist Utopie, da es immer Länder geben wird, die die Steuerhinterziehung als Geschäftsmodell nutzen.

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