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Wer sind die besten Prognostiker im Land? – die Langzeitwertung

10. Januar 2014

Vorschau StatistikAllen Unkenrufen zum Trotz: es gibt sie, die Prognostiker, die das Wirtschaftstreiben mit ziemlich hoher Trefferquote richtig vorhersagen. Und das über viele Jahre. Wie die neue Langzeitauswertung der Prognostiker des Jahres seit 2002 ergibt, steht ganz oben nach wie vor Carsten Klude, Chefökonom von MM Warburg. Der Hamburger Volkswirt schnitt zwar 2013 weniger gut ab als sonst, erreichte im Schnitt der vergangenen zwölf Jahre aber immer noch Rang 13, bei teils deutlich mehr als 50 Teilnehmern. Zu den Topleuten im Langzeitvergleich gehören auch David Milleker von Union Investment und Roland Döhrn vom Essener RWI-Institut. Weit unten stehen einflussreiche Institutionen wie die EU-Kommission, der IWF und die OECD, die ihre Prognose allerdings immer auch schon im Oktober/November erstellen und daher einen Informationsnachteil gegenüber den traditionellen Dezember-Prognosen anderer haben.

Das Ranking basiert auf den jährlichen Vergleichen zwischen ursprünglichen Prognosen und tatsächlicher Entwicklung des deutschen Bruttoinlandsprodukts, wie wir sie von 2002 bis 2012 jeweils im Dezember in der Financial Times Deutschland gemacht haben. Die jüngste Auswertung für das Jahr 2013 erschien Ende Dezember in der Südeutschen Zeitung. In der Langzeitauswertung werden die jährlichen Platzierungen für jede Prognoseinstitution gemittelt.

Auf die Prognosesicherheit einzelner Prognostiker lässt die Rangliste nur in Einzelfällen schließen, in denen die jeweilige Chefökonomen-Position über lange Jahre mit derselben Person besetzt war. Das gute Abschneiden der Bank of America resultiert noch wesentlich aus der Zeit bis 2010, als dort Holger Schmieding als Europa-Chefvolkswirt wirkte; seitdem ist Schmieding Chefökonom der Berenberg Bank, die noch nicht berücksichtigt wurde (dies ist erst nach drei Jahren der Fall). Ähnliches gilt für die Société Générale, deren Europa-Chefökonomin bis 2011 Véronique Riches-Flores war.

Zur Gesamttabelle der Langzeitauswertung

  1. 11. Januar 2014 um 14:29

    „Die Zukunft vorherzusagen, ist unmöglich, und alle derartigen Versuche wirken – wenn sie ins Detail gehen – schon wenige Jahre später lächerlich.“ Das ist der erste Satz in einem Buch, das sich ausschließlich mit der Zukunft beschäftigt; nicht irgendein Buch, sondern das Standardwerk der Futuristik: „Profile der Zukunft“, geschrieben von einem großen Denker, dessen prophetische Worte anzuzweifeln noch kein ernstzunehmender Wissenschaftler gewagt hat: Sir Arthur Charles Clarke (1917 – 2008). Der hohen Politik ist das egal.

    Was dabei herauskommt, wenn die Gestaltung der Zukunft der hohen Politik überlassen wird, erleben wir seit dem Beginn der so genannten Finanzkrise im Herbst 2008. Die hohe Politik und vorgebliche Wirtschaftsexperten, von denen sie beraten wird, versuchen ständig, „die Zukunft vorherzusagen“: Man will einen „selbsttragenden Aufschwung“ herbeiführen, eine „Energiewende“ finanzieren, sich auf den „demographischen Wandel“ einstellen und nebenbei Massenarmut, Umweltzerstörung, Terrorismus und Krieg bekämpfen. Solange eine Mehrheit von Wählern diesen Unsinn glaubt, geht uns die Zukunft immer mehr verloren, denn:

    „Im Grunde ist Politik nichts anderes als der Kampf zwischen den Zinsbeziehern, den Nutznießern des Geld- und Bodenmonopols, einerseits und den Werktätigen, die den Zins bezahlen müssen, andererseits.“

    Das schrieb der Freiwirtschaftler Otto Valentin in einem Artikel mit dem bezeichnenden Titel „Warum alle bisherige Politik versagen musste“ im Jahr 1949. Daran hat sich bis heute nichts geändert. Tatsächlich gibt es für die Menschheit gar keine Zukunft mehr, wenn es nicht endlich gelingt, die Zinsumverteilung von der Arbeit zum Besitz (Kapitalismus) abzustellen und damit auch die hohe Politik überflüssig zu machen, die ohnehin nichts dagegen auszurichten vermag, solange unsere seit jeher fehlerhafte Geld- und Bodenordnung so ist, wie sie noch ist.

    Was passiert, wenn nichts passiert – wenn also die hohe Politik weiterwurstelt, ohne sich auch nur im Geringsten der Situation bewusst zu sein, in der wir uns alle gegenwärtig befinden? Dazu gibt es genau zwei mögliche Szenarien:

    Was passiert wenn nichts passiert

  1. 10. Januar 2014 um 13:38
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