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Wirtschaftsdienst exklusiv – Ökonomen als Ratgeber

13. März 2014

Die Wirtschafts- und Finanzkrise hat es der Öffentlichkeit vor Augen geführt: Der Rat von Experten ist dringend erforderlich. Aber sind die wirtschaftswissenschaftlichen Fachleute überhaupt fähig, die Politik zu beraten? Welche Ökonomen fanden in Politik und Medien Gehör? Was müsste bei dieser Kommunikation besser werden? Diesen Fragen widmen sich Justus Haucap und Tobias Thomas im aktuellen Wirtschaftsdienst.

Das Lamento über den geringen Einfluss der Ökonomen ist alt. Schon Keynes musste sich dem entgegen stemmen: „… when they are right and when they are wrong, (they) are more powerful than is commonly understood.“ Genau dies wird den Ökonomen nun vorgeworfen: Sie hätten sich zweifach geirrt: zum einen hätten sie durch ihre Forderungen nach Liberalisierung der Finanzmärkte die Krise mit verursacht, und dann hätten sie sie natürlich nicht vorhersehen können. Hier ist offenbar etwas schiefgelaufen.

Wie sollte aber eine gute Politikberatung funktionieren? Ganz wichtig ist der Wettbewerb verschiedener Forschungsrichtungen, aber auch der Blick über den Tellerrand der deutschen ökonomischen Forschung hinaus. Letzteres ist mittlerweile gelungen, wie die Autoren finden. Wem sollte aber zugehört werden? Bisher wurde dies allein aufgrund der Forschungsleistungen entschieden. Das Handelsblattranking kürte jährlich den „besten“ Ökonomen anhand dieses Kriteriums. Wie die Forscher von Medien und Politik wahrgenommen wurden, spielte dabei keine Rolle. Mit dem 2013 entwickelten FAZ-Ranking sollte dem abgeholfen werden. Dieses würdigte sowohl ihre Arbeit in der Forschung als auch ihre Rezeption in Medien und Politik.

Und welche Kommunikationskanäle werden genutzt? Vor allem Gutachten und das persönliche Gespräch prägen die Interaktion zwischen Wirtschaft und Politik. Aber auch Fachzeitschriften werden gelesen. Allen voran der Wirtschaftsdienst, der ifo Schnelldienst und der DIW-Wochenbericht. Es gibt also durchaus einen lebhaften Informations- und Meinungsaustausch. Dennoch halten die Autoren es noch nicht für geklärt, wie sich Politikansätze durchsetzen. Hier gibt es noch Forschungsbedarf. Als gesichert kann aber jetzt schon gelten: Wer sich Gehör verschaffen will, sollte dies in einer verständlichen Sprache tun.

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