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Konjunktursignale der nächsten Tage

6. Mai 2014

Erste Erkenntnisse darüber, ob und wie stark die Ukrainekrise sich auf die wirtschaftliche Stimmung auswirkt, liefert die Sentixumfrage am Montag. Neben zahlreichen anderen wichtigen Indikatoren wie Einkaufsmanagerindizes, ifo Wirtschaftsklima werden auch die letzten fehlenden deutschen Konjunkturindikatoren des ersten Quartals geliefert, der prominenteste ist sicherlich die Produktion im Produzierenden Gewerbe. Das wichtigste Ereignis dieser Woche ist aber die Sitzung der Europäischen Zentralbankrats am Donnerstag.

Die wichtigsten weltwirtschaftlichen Indikatoren der kommenden Tage lesen Sie hier: 2014-05-02 Wochenvorschau

1-5Montag: In den letzten Wochen haben sich die Ereignisse in der Ukraine überschlagen. Es wurden weitere Gebäude besetzt, Geiseln genommen und die politischen Sanktionen seitens des Westens ausgeweitet. Die Hoffnungen auf eine Deeskalation durch den Genfer Prozess haben sich zerschlagen. Gleichzeitig kommen aus der Peripherie Eurolands immer bessere Signale. Die sentix-Umfrage vom Mai ist die erste, die auf diese Ereignisse reagieren kann. Wir erwarten in Euroland eine Verbesserung der Lagebeurteilung, aber infolge des Ukraine-Konflikts leicht gedämpfte Konjunkturerwartungen.

2-5
Donnerstag: Die deutsche Nettoproduktion für März komplettiert den industriellen Datenkranz für das erste Quartal. Nach vier guten Monaten mit Anstiege der Auftragseingänge und der Produktion dürfte es im März zu einer Verschnaufpause gekommen sein. Frühindikatoren wie die Einkaufsmanagerindizes oder die Details der ifo-Umfrage deuten auf ein leichtes Minus hin. Nichtsdestotrotz werden sowohl die Auftragseingänge als auch die Produktion im ersten Quartal merklich zugelegt haben.

3-5

Donnerstag: Die Vorzeichen für die EZB-Ratssitzung im Mai sind schwierig. Zuletzt hat die Inflation wieder etwas zugenommen, ist aus Sicht der EZB aber immer noch viel zu niedrig. Eine Entscheidung über unkonventionelle Maßnahmen dürften die Notenbanker zumindest bis zum Juni verschieben, da ihnen dann neue makroökonomische Projektionen zur Verfügung stehen. Bei der jetzt anstehenden Sitzung dürften vor allem die Verspannungen am Geldmarkt adressiert werden. So könnte die EZB die liquiditätsabsorbierenden Geschäfte aussetzen, mit denen sie ihre früheren Wertpapierkäufe sterilisiert.
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http://www.dekabank.de/db/de/research/index.jsp

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