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Konjunktursignale der nächsten Tage

14. Juni 2014

Nachdem es beim ersten Stimmungsindikator des Monats – dem Sentix – nichts mit einer Aufhellung war, ruhen nun die berechtigten Hoffnungen auf den ZEW-Konjunkturerwartungen, die am Dienstag veröffentlicht werden. Am gleichen Tag werden auch die US-Inflationsdaten bekanntgegeben. Diese stehen seit dem starken Rückgang der Arbeitslosigkeit in den USA stark im Fokus der US-Notenbank Fed. Am Mittwoch entscheidet sie über die Leitzinsentwicklung. Besonders interessant: Drei neue stimmberechtigte Mitglieder nehmen an der Sitzung teil.

Die wichtigsten weltwirtschaftlichen Indikatoren der kommenden Tage lesen Sie hier: 2014-06-13 Wochenvorschau

13-6-14aDienstag: Der Sentix ist gefallen. Nun liegt es scheinbar auf der Hand, dass auch die ZEW-Indikatoren im Juni sinken. Wer diesen Schluss zieht, übersieht, dass „der Sentix“ ein Eurolandindikator ist. Der deutsche Sentix konnte hingegen sowohl bei der Lageeinschätzung als auch bei den Erwartungen zulegen. Dies, aber auch die expansivere Geldpolitik der Europäischen Zentralbank und Rekordstände an wichtigen Aktienmärkten sollten die Finanzmarktanalysten gnädiger auf die Gegenwart und beherzter auf die Zukunft blicken lassen. Wir erwarten daher einen Anstieg des ZEW-Konjunkturlageindikators sowie der ZEW-Konjunkturerwartungen im Juni.

13-6-14bDienstag: Die US-Verbraucherpreise dürften im Mai erstmals seit Juli 2013 in die Nähe von 2 % ansteigen. Eine auffallende Preisentwicklung erwarten wir weder für die Lebensmittelpreise noch für die Energiepreise. Klammert man beide Bereiche aus (Kernrate), dann erwarten wir zwar einen im Vormonatsvergleich etwas schwächeren Preisanstieg als in den beiden Vormonaten. Im Vergleich zum Vorjahr dürfte sich der Preisanstieg aber dennoch auf 1,9 % und damit auf den höchsten Stand seit März 2013 beschleunigen. Von einer unerwünscht hohen Preisentwicklung lässt sich zumindest bislang noch nicht sprechen.

13-6-14cMittwoch: Beim Zinsentscheid der FED im Juni sind drei neue Mitglieder dabei. Wir gehen davon aus, dass das Lager der Falken (also diejenigen, die für einen weniger expansiven geldpolitischen Kurs stehen) von dieser Neubesetzung profitieren wird. Die Tauben (also diejenigen, die für einen expansiveren geldpolitischen Kurs stehen) dürften unter den stimmberechtigten FOMC-Mitglieder allerdings weiterhin eine relative Mehrheit besitzen. Vermutlich werden das Statement sowie die neuen Projektionen auf einen etwas strafferen geldpolitischen Kurs hindeuten. Yellen hätte dann bei der Pressekonferenz die Möglichkeit, diesen Eindruck zu entkräften.
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http://www.dekabank.de/db/de/research/index.jsp

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