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Frankreich braucht den Merkel-Moment

2. Juli 2014

Unseren großen westlichen Nachbarn wird bei uns ja gern als Land der Reform- und Sparunwilligen geschimpft. Wie absurd. Allein im vergangenen Jahr sind jenseits des Rheins mehr Ausgaben gekürzt und Steuern angehoben worden als in drei Jahren bei uns unter Blut-Schweiß-und-Tränen-Gerd. Was Frankreich deshalb als letztes braucht, ist ein Schröder-Moment, so ne Agenda 2010. Eher einen Merkel-Moment.

Unsere Kanzlerin hat Ende 2005 in ähnlich desolater Lage nach vielem heillosem Sparen und Reformieren eine Reformpause ein- und ein Konjunkturpaket auflegen lassen. Und ist aus der Pause seitdem ja auch nicht so richtig wieder aufgetaucht. Das hat prima gewirkt und geholfen, überhaupt erst wieder einen Aufschwung hinzukriegen und die Rekordarbeitslosigkeit abzubauen.

Es ist absurd, wenn sie sich jetzt mit Handraute und Füßen dagegen wehrt, dass Franzosen wie Italiener jetzt mit ähnlichen Mittel einen Aufschwung hinkriegen und ihre Rekordarbeitslosigkeit abzubauen versuchen wollen. Nur um sich als eine Sparkanzlerin feiern zu lassen, die sie selbst nie gewesen ist.

Mehr dazu im Gastbeitrag in der Süddeutschen Zeitung – hier.