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Konjunktursignale der nächsten Tage

4. Juli 2014

Schwache deutsche Produktionsdaten setzen zu Wochenbeginn den Reigen der unerfreulichen Maidaten fort. Am Mittwoch wird die chinesische Inflationsrate veröffentlicht. Die Bank of England entscheidet schließlich am Donnerstag über den Leitzinspfad, an dem sich kurzfristig nichts ändern wird. Doch perspektivisch könnte die BoE die erste große Zentralbank werden, die ihre Leitzinsen erhöht.

Die wichtigsten weltwirtschaftlichen Indikatoren der kommenden Tage lesen Sie hier: 2014-07-04 Wochenvorschau

1-Juli14-AMontag: Die deutsche Nettoproduktion kommt im zweiten Quartal nicht richtig in Schwung. Nach einem Miniplus im April bringt der Mai schon wieder einen leichten Rückgang. Vorbote waren die heute veröffentlichten Auftragseingänge und Umsätze der Industrie. Beide haben merklich nachgegeben. Von der Bauwirtschaft kommen derzeit auch keine Impulse, da diese während des warmen Winters wohl mehr Aufträge abgearbeitet hat, als man ursprünglich gedacht hatte. In den Produktionsdaten zeigt sich die prognostizierte Abschwächung der Konjunktur nach dem starken ersten Quartal nun sehr deutlich.

1-Juli14-BMittwoch: Die Inflationsrate in China lag im Mai bei 2,5 % und damit deutlich unter dem Regierungsziel von 3,5 %. Aufgrund saisonaler Faktoren erwarten wir im Juni einen Rückgang auf 2,2 %, und auch im weiteren Jahresverlauf dürften die Raten deutlich unter 3 % bleiben. Die Regierung hat den Spielraum für expansive Maßnahmen, der sich durch den geringen Preisdruck ergibt, in den vergangenen Monaten nicht ausgeschöpft. Allerdings hat sie zuletzt in ihrer Kommunikation den Fokus wieder verstärkt darauf gelegt, das Wachstumsziel von 7,5 % erreichen zu wollen. Der jüngste Anstieg der Einkaufsmanagerindizes zeigt, dass dieses Ziel noch in Reichweite liegt.

1-Juli14-CDonnerstag: Nach ihrer jüngsten Kommunikation könnte die Bank of England (BoE) ab Ende dieses Jahres anfangen, ihren Leitzins graduell zu erhöhen. Somit dürfte es bei dem Zinsentscheid im Juli noch keine Kursänderungen geben. In UK hält der dynamische Aufschwung seit Anfang 2013 an, das Wachstum steuert in 2014 auf eine Rate von 3 % zu. Die Inflationsrate, die Zielgröße der Geldpolitik, bewegt sich derzeit und im Prognosezeitraum nahe des Zielwertes von 2 %. Mit diesem makroökonomischen Rahmen hat die BoE Spielraum, als erste der großen Notenbanken das krisenbedingte Leitzinstief zu verlassen.

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http://www.dekabank.de/db/de/research/index.jsp

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