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Konjunktursignale der nächsten Tage

8. August 2014

Die Eskalation der Ukrainekrise und das Anziehen der Sanktionsschraube dürften die Stimmung der Finanzmarktanalysten gehörig unter Druck gebracht haben und zu einem merklichen Rückgang der ZEW-Konjunkturerwartungen (Dienstag) geführt haben. In den Zahlen zum Bruttoinlandsprodukt werden sich diese Ereignisse noch nicht widerspiegeln. Dennoch wird das am Mittwoch gemeldete Wachstum für Deutschland und Euroland enttäuschend schwach ausgefallen sein.

Die wichtigsten weltwirtschaftlichen Indikatoren der kommenden Tage lesen Sie hier: 2014-08-08 Wochenvorschau

8-8-1Dienstag: Die jüngste sentix-Umfrage unter den Finanzmarktanalysten lieferte eine herbe Enttäuschung: Seit August 2011 – dem Monat der eskalierenden Schul­denkrise in Europa und der Staatshaushaltskrise in den USA – sind die Konjunkturerwartungen in Deutschland nicht mehr so stark gesunken wie im August 2014. Die Eskalation der Ukraine-Krise und das Verhängen schärferer Sanktionen gegen Russland waren schuld. Genau diese Gründe werden auch die ZEW-Konjunkturerwartungen für Deutschland spür­bar einknicken lassen. Das spiegelt derzeit allerdings lediglich das Bauchgefühl der Analysten wider und ist noch nicht durch harte Daten untermauert.

8-8-2Donnerstag: Das zweite Quartal lief sehr bescheiden für die deutsche Volkswirtschaft. Daher sollte es nicht verwundern, wenn das Statistische Bundesamt eine leichte Schrumpfung des Bruttoinlandprodukts veröffentlicht. Dabei gilt es aber zwei Dinge zu beachten: Erstens muss man das Minus vor dem Hintergrund des außergewöhnlich starken ersten Quartals sehen – die beiden Quartale zusammengefasst lieferten ein durchaus passables durchschnittliches Wachstum von 0,4 % gegenüber dem Vorquartal. Zweitens könnte aber alles auch ganz anders kommen, denn das System der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen wird grundlegend umgestellt und die Historie revidiert.

 8-8-3Donnerstag: Die schwache Konjunktur in den „Großen Drei“ Eurolands – Deutschland, Frankreich und Italien – dämpfte das Wachstum des Bruttoinlandsprodukts im zweiten Quartal. Einige kleine Länder dürften jedoch kräftiger gewachsen sein. So lastete im ersten Quartal der warme Winter in den Niederlanden auf der Konjunktur, weil weniger Energie produziert werden musste. In Portugal war eine partielle Stilllegung einer Raffinerie für die wirtschaftliche Misere zu Jahresbeginn verantwortlich. In beiden Ländern dürfte der Nachholeffekt zu einer höheren Dynamik im zweiten Quartal geführt haben.

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http://www.dekabank.de/db/de/research/index.jsp

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