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Al Gore: Die Zukunft – Sechs Kräfte, die unsere Welt verändern

1. September 2014

AlgoreEine Mammutaufgabe, der sich Al Gore da verschrieben hat. Schon viele Autoren sind am Vorhaben, einen Blick in die Zukunft der Menschheit zu werfen, gescheitert. Doch der ehemalige amerikanische Vizepräsident meistert diese Herausforderung hervorragend. Nüchtern und klar präsentiert Gore unzählige Fakten über die Strömungen, in denen  sich die Menschheit zurzeit bewegt. Wirklich interessant werden die Ausführungen durch Gores Fähigkeit, Verbindungen zu ziehen und Zusammenhänge aufzuzeigen. Der Kämpfer gegen den Klimawandel versteht es, das große Ganze zu sehen und es auch noch spannend darzustellen. Allerdings können die auf nahezu 500 Seiten zusammengetragenen Fakten (und der 120-seitige Anhang) auf den Leser auch erschlagend wirken und ihm das Gefühl geben, auf sich allein gestellt zu sein. Denn konkrete Antworten dazu, wie das von Gore geforderte Umdenken vollzogen werden kann, legt auch er nicht vor. getAbstract empfiehlt dieses Buch allen, die sich als Teil des Ökosystems Erde verstehen und Verantwortung für eine nachhaltige Zukunft übernehmen wollen, besonders allen Verantwortlichen in Wirtschaft und Politik. go to Abstract

Über den Autor
Al Gore ist ehemaliger Vizepräsident der USA und seit seiner Niederlage in den Präsidentschaftswahlen 2000 ein engagierter Kämpfer gegen den Klimawandel und für den Schutz der Umwelt. Im Jahr 2007 erhielt er für sein umweltpolitisches Engagement den Friedensnobelpreis. Zudem wurde ihm für seinen Film über die Gefahren des Klimawandels, Eine unbequeme Wahrheit, ein Oscar verliehen.

  1. Ulrich Bange
    6. September 2014 um 16:50

    Einige Bemerkungen zu diesem Abstract Artikel:

    Zu Erste Kraft:

    a) Outsourcing bezeichnet die Verlagerung von Arbeitsplätzen in Niedriglohnländer? Keineswegs, es bedeutet nur, dass Serviceabteilungen wie Recht, Verwaltung, Personal, IT ausgegliedert wer-den und nun von außen dem Unternehmen, zu dem sie zuvor als Abteilung gehörten, ihre Leistun-gen verkaufen; mit Niedriglohnländern hat das nichts zu tun. Dieses Outsourcing gibt es seit min-destens 40 Jahren – wieso ist das eine neue Kraft?

    b) Und dann das Robosourcing: dass Maschinen Menschen ersetzten, ist noch viel älter, das war ja die Neuheit der Industrialisierung in Europa. Und das hat auch vor 150 Jahren schon vor keiner Branche Halt gemacht.

    c) „die Mehrheit der Menschen immer weniger verdient“? Und Einkommensrückgang senkt „welt-weit die Nachfrage nach Produkten, und der Konsum verliert seine konjunkturfördernde Kraft“: Die Kluft zwischen arm und reich hängt von der primären und sekundären Einkommensverteilung ab, das hat mit den beiden genannten Trends nichts zu tun. Wieso sinkt die Nachfrage angesichts der beiden Trends, die beide schon immer gewirkt haben? Nein, die Nachfrage entscheidet sich daran, ob die angeblich neuen Trends durch Schaffung neuer Arbeitsplätze (über)kompensiert werden und wie der Kampf um die Verteilung der Produktivität ausgeht (die Lohn- und die Gewinnquote sind keineswegs eine technisch determinierte Größe).

    d) Und wie passt die Klage über den Einkommensrückgang und die sinkende Nachfrage zu dem Satz „Dennoch ist unbestritten, dass der Kapitalismus für die Menschheit derzeit das effizienteste Mittel ist, um Wohlstand hervorzubringen.“ Es ist doch ein glatter Widerspruch.

    Zur vierten Kraft
    Da fällt Gore oder den Get Abstract Leuten nur ein, dass das BIP nicht die richtige Messlatte ist? Diese Frage ist vollkommen irrelevant und hat auf die Wirtschaftspolitik keinerlei Einfluss (darum haben die CDU und die FDP Vertreter in der Bundestags-Enquete Kommission darauf herumgerit-ten, weil sie damit das Thema Wachstum und Wachstumskritik umgehen wollten – was sie ja auch geschafft haben). Auch diese Scheinkritik: mindestens 50 Jahre alt.

    So gut wie jeder Satz in diesem getAbstract Artikel ist fragwürdig, warum soll irgendwer dann noch die Langfassung davon lesen.
    Ulrich Bange

  1. 5. September 2014 um 16:11
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