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Konjunktursignale der nächsten Tage

19. Oktober 2014

Aus China werden am Montag die ersten gesamtwirtschaftlichen Wachstumsraten des dritten Quartals gemeldet. Mehr über das Gefühlsleben der europäischen Unternehmen erfährt man am Mittwoch mit den Einkaufsmanagerindizes für Oktober. Den Wochenabschluss bildet die Veröffentlichung des Asset Quality Review der Europäischen Zentralbank am Sonntag.

Die wichtigsten weltwirtschaftlichen Indikatoren der kommenden Tage lesen Sie hier: 2014-10-17 Wochenvorschau

17-10aDienstag: Angesichts der überraschend schwachen Entwicklung der Industrieproduktion und der anhaltenden Probleme am Immobilienmarkt dürfte das Bruttoinlandsprodukt in China im dritten Quartal schwächer gewachsen sein als im Vorquartal. Doch erwarten wir, dass die Wirtschaft nur leicht an Schwung verloren hat und das Bruttoinlandsprodukt mit 7,2 % gegenüber dem Vorjahresquartal zulegte (zweites Quartal: 7,5 %). Gestützt wird das Wachstum durch die gute Entwicklung des Außenhandels: Der Handelsbilanzüberschuss stieg im dritten Quartal auf 128 Mrd. US-Dollar, nachdem er im zweiten Quartal noch bei 86 Mrd. US-Dollar gelegen hatte.

17-10bDonnerstag: Der Gegenwind für die Erholung in Euroland ist zum Auftakt des vierten Quartals stärker geworden. Die geopolitischen Krisen und zahlreiche Abwärtsrevisionen von Konjunkturprognosen wie zuletzt durch den Internationalen Währungsfonds trüben die Stimmung. Gleichzeitig fehlen aber die Impulse für einen spürbaren Stimmungseinbruch. Dies sollten auch die Einkaufsmanagerindizes im Oktober für Euroland zum Ausdruck bringen. Die Teilindizes für die Dienstleister wie auch für das verarbeitende Gewerbe dürften beide leicht zurückgegangen sein. Damit würden sie weiterhin ein Signal für moderates Wachstum in Euroland für das vierte Quartal geben.

17-10cSonntag: Kurz vor der Übernahme der einheitlichen Bankenaufsicht in Euroland gibt die EZB die Ergebnisse ihrer umfassenden Bilanzuntersuchung bekannt. Der Asset Quality Review dient der schwierigen Aufgabe, Kredite und andere illiquide Bankaktiva korrekt und nach einheitlichen Kriterien zu bewerten. Der darauf aufbauende Stresstest bildet ab, wie sich ein Konjunktureinbruch und starke Marktverwerfungen auf die Bankbilanzen auswirken würden. Wir gehen davon aus, dass die EZB nur einzelne Finanzinstitute auffordern wird, sich zusätzliches Eigenkapital zu beschaffen. Daher sollten sich die Marktreaktionen auf die Veröffentlichung der Ergebnisse in Grenzen halten.

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http://www.dekabank.de/db/de/research/index.jsp

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