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Das Ergebnis vom Experiment am lebenden Griechen

18. Februar 2015

Es gibt Leute, die haben gleich nach Ausbruch der Krise Anfang 2010 davor gewarnt, dass die Austerität in Griechenland erstens ökonomisch „self defeating“ wirken wird – weil sie die Rezession verstärkt, was am Ende zu steigenden statt sinkenden Schulden führt – und zweitens gesellschaftlich und politisch auf Dauer nicht ertragbar sein wird – weil sie so enorm hohe Arbeitslosigkeit mit sich bringt. Nun ist es ziemlich genau so gekommen. Die Griechen haben so viel gekürzt wie kein anderes Land in den vergangenen Jahrzehnten – und bekamen dafür Rezession und trotzdem steigende Schulden, bis es politisch nun kracht. Und was lernen wir daraus? Die Deutschen, die das Austeriätsrezept ungeachtet aller Katastrophen immer noch verschreiben, haben trotzdem Recht.

Mehr noch: Wir stellen den Griechen Ultimaten und drohen, wenn sie die gescheiterte Politik nicht fortsetzen. Aufwachen!

Zu den Warnern zählten damals übrigens Nobelpreisträger wie Joe Stiglitz (Feb2010):
„Ohne Stimulierungsmaßnahmen kann die Defizitsenkung das Wachstum (in Griechenland) auch reduzieren. Dies würde zu Steuerausfällen und damit noch höherem Defizit führen (…).“

Dass man für eine solche Prognosen nicht einmal zwingend Nobelpreisträger sein muss (jedenfalls noch nicht), ist dem angehängten historischen Text aus dem frühen Frühjahr anno 2010 zu entnehmen:

„Die Kanzlerin drängt Athen zu etwas, was sie im eigenen Land als kontraproduktiv ablehnt: Mitten in der Rezession radikal zu konsolidieren. Ein waghalsiger Versuch (…) Es ist gut möglich, dass die Probanden (die Griechen) als abschreckendes Beispiel dafür enden, wie man es nicht macht.“

Kleiner Rückverweis aus aktuellem Anlass – zu lesen hier.

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