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Konjunktursignale der nächsten Tage

8. März 2015

Am Montag wird die Sentix-Umfrage Auskunft darüber geben, wie die Finanzmarktanalysten die jüngsten EZB-Beschlüsse bewerten. Nicht nur in Euroland, auch in China ist die Inflation drastisch zurückgegangen, doch der Februarwert, der am Dienstag veröffentlicht wird, dürfte ein kleine Gegenbewegung bringen. Später in der Woche, am Donnerstag, werden die US-Einzelhandelsumsätze publiziert.

Die wichtigsten weltwirtschaftlichen Indikatoren der kommenden Tage lesen Sie hier: 2015-03-06 Wochenvorschau

1 Montag: Die Sitzung des Zentralbankrats der EZB in Zypern dürfte neuen Stoff für Konjunkturträume geliefert haben. Erstens beschloss sie nun endgültig ihr Staatsanleihekaufprogramm, das die Inflations-erwartungen nach oben und den Euro nach unten treiben dürfte. Letzteres ist ein echtes Konjunktur-programm. Zweitens hob sie ihre Konjunktur-prognose beträchtlich an und erwartet nun für dieses Jahr ein Wachstum von 1,5 % – das ist mehr als der Consensus. Für 2017 kann sie sich sogar wieder Wachstumsraten oberhalb der 2 %-Marke vorstellen. In diesem Umfeld sollte sich die Konjunkturein-schätzung für Euroland der von sentix befragten Finanzmarktanalysten deutlich verbessern.

2 Dienstag: Dass sich die chinesische Wirtschaft in einer schwierigen Lage befindet, hat die Regierung anlässlich des laufenden Parteitags erneut eingeräumt. Das Bruttoinlandsprodukts-Wachstums-ziel für 2015 wurde auf 7 % reduziert. Die als Problem erkannten Überkapazitäten schlagen sich in einer niedrigen Inflationsrate nieder. Diese ist im Januar auf ein Fünf-Jahres-Tief von 0,8 % gefallen, was der Notenbank die jüngste Entscheidung, die Zinsen zu senken, erleichterte. Zwar hat die Inflation nach unserer Erwartung im Januar ihren Tiefpunkt erreicht und ist im Februar auf 1,1 % gestiegen, doch dürfte sie im weiteren Jahresverlauf deutlich unter dem neuen Inflationsziel von 3 % verharren.

3 Donnerstag: Nach zwei deutlichen Rückgängen dürften im Februar die US-Einzelhandelsumsätze gegenüber dem Vormonat angestiegen sein. Hauptverantwortlich für die zuletzt schwache Umsatzentwicklung waren die Benzinpreisrückgänge, die sich belastend auf die Umsätze der Tankstellen auswirkten. Im Februar sind die Benzinpreise landesweit um gut 5 % gegenüber dem Vormonat angestiegen, und von diesem Zuwachs bleibt auch nach der Saisonbereinigung noch ein Plus übrig. Schwach waren hingegen im Februar die Autoverkäufe. Zudem dürften einige Geschäfte witterungsbedingte Einbußen gehabt haben. Es ist daher insgesamt nur mit einer schwachen Umsatzentwicklung zu rechnen.

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http://www.dekabank.de/db/de/research/index.jsp

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