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Konjunktursignale der nächsten Tage

14. März 2015

Gleich zweimal blicken wir diese Woche über den Atlantik. Am Montag könnte einmal mehr ein US-Indikator negativ überraschen, dieses Mal die Industrieproduktion. Zwei Tage später entscheidet die US-Notenbank über die Zinsen. Unser Hauptaugenmerk gilt dabei aber der Pressemitteilung der Fed. Für Deutschland werden am Dienstag die ZEW-Konjunkturerwartungen publiziert.

Die wichtigsten weltwirtschaftlichen Indikatoren der kommenden Tage lesen Sie hier: 2015-03-13 Wochenvorschau

1Montag: Die US-Industrieproduktion dürfte auch im Februar gegenüber dem Vormonat nur leicht angestiegen sein. Zwar werden unüblich tiefe Temperaturen die Produktion der Versorger beflügelt haben. Hingegen werden die weiteren Industriezweige von der Witterung eher gebremst worden sein. Der Hafenarbeiterstreik ging zwar in der zweiten Februarhälfte zu Ende. Er dürfte dennoch nochmals belastet haben. Dass es in der Industrie zum Jahresauftakt nicht vollkommen rund gelaufen ist, ließ sich schon der Entwicklung der Stimmungsindikatoren entnehmen. Zudem ist die Wochenarbeitszeit in der Industrie im Februar gegenüber dem Vormonat gesunken.

2Dienstag: In Deutschland hat die Hochstimmung wieder Einzug gehalten. Mit dem Rückenwind des gesunkenen Ölpreises und des abwertenden Euro hat die Konjunktur kräftig an Fahrt aufgenommen und behält die Dynamik auch im ersten Quartal bei. Und die Perspektiven sind gut, denn nach dem Start der quantitativen Lockerung in Euroland gerät der Euro noch weiter unter Druck. Die Aktien- und Rentenmärkte feiern dies mit Kursgewinnen. Kein Wunder also, dass die Konjunkturerwartungen der vom ZEW befragten deutschen Finanzmarktanalysten im März weiter nach oben gehen werden.

3Mittwoch: Die Fed dürfte bei ihrem Zinsentscheid nochmals ihre Forward Guidance ändern. Hierdurch würden die FOMC-Mitglieder die Möglichkeit erlangen, beim übernächsten Zinsentscheid im Juni die Leitzinswende zu vollziehen. Mehrere FOMC-Mitglieder haben  eine größere Handlungsfähigkeit angemahnt. Erstmals in diesem Jahr haben die FOMC-Mitglieder die Möglichkeit, ihre makro-ökonomischen Projektionen anzupassen. Der größte Änderungsbedarf besteht bei der Arbeitslosenquote. Deren niedrigerer Verlauf spräche für eine Aufwärts-korrektur der Leitzinserwartungen. Allerdings scheiden zwei FOMC-Mitglieder aus dem „Falken-lager“ aus. Dies spräche für einen flacheren Zinspfad.

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http://www.dekabank.de/db/de/research/index.jsp

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