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Konjunktursignale der nächsten Tage

21. April 2015

Nach den schwachen chinesischen Bruttoinlandsproduktdaten vom ersten Quartal richtet sich nun der Blick nach vorne: Der HBC-Einkaufsmanagerindex für April wird am Donnerstag veröffentlicht. Am Freitagvormittag wird sich zeigen, ob die Unternehmensstimmung in Deutschland weiter nach oben strebt. Später am Tag werden die US-Auftragseingänge für langlebige Güter veröffentlicht, die sich nur langsam von den Witterungskapriolen und dem Hafenarbeiterstreik erholen.

Die wichtigsten weltwirtschaftlichen Indikatoren der kommenden Tage lesen Sie hier: 2015-04-17 Wochenvorschau

1Donnerstag: Die Märzzahlen zur chinesischen Industrieproduktion fielen enttäuschend aus und zeigen, dass sich das verarbeitende Gewerbe nach wie vor in einer Schwächephase befindet. Diese Probleme dürften sich auch im HSBC-Flash-PMI für April widerspiegeln, den wir bei 49,6 Punkten erwarten, was einer Seitwärtsbewegung gegenüber dem März entspricht. Die wichtigsten Wachstumsimpulse für die chinesische Wirtschaft kommen gegenwärtig von den Dienstleistungen und Infrastrukturinvestitionen, doch ohne eine Verbesserung der Lage am Immobilienmarkt und in der Industrie dürfte es nicht gelingen, das Wachstumsziel von 7 % in diesem Jahr zu erreichen.

2Freitag: Die Euroabwertung und der Ölpreisverfall sind wesentliche Treiber der konjunkturellen Entwicklung in Deutschland, doch in den Stimmungsindikatoren wie dem ifo Geschäftsklima sind diese längst eingepreist. Im April stehen wohl eher die jüngsten Enttäuschungen bei Konjunktur-indikatoren wie den Auftragseingängen im Vorder-grund. Zudem sind die jüngsten Zahlen bezüglich der Schwellenländerkonjunktur eher schwach ausgefallen. Wir erwarten daher einen leichten Rückgang des ifo Geschäftsklimas. Die Mehrheit der von Bloomberg befragten Analysten prognostiziert hingegen einen weiteren Anstieg des ifo Geschäfts-klimas im April. Dies wäre der sechste in Folge.

3Freitag: Die US-Aufträge für langlebige Güter in der Industrie sind, wenn man den volatilen Transportsektor außen vor lässt, zuletzt fünf Mal in Folge gesunken. Solch eine Durststrecke ist für Aufschwungphasen ungewöhnlich. Während die US-Wirtschaft insgesamt nach der witterungsbedingten Wachstumsschwäche langsam wieder Schwung aufnimmt, scheint die US-Industrie noch unter den Nachwirkungen (Ölpreisrückgang für Fracking-Industrie, Hafenarbeiterstreik) zu stehen. Zudem wirkt die Währungsaufwertung noch zeitverzögert. Daher ist im März sowohl bei den Aufträgen für langlebige Güter insgesamt als auch ohne Transport-sektor nur ein sehr magerer Anstieg zu erwarten.

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http://www.dekabank.de/db/de/research/index.jsp

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