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Konjunktursignale der nächsten Tage

9. Mai 2015

Es ist die Woche der Bruttoinlandsproduktsdaten in Euroland: Am Mittwoch werden die deutschen und die europäischen Wachstumszahlen für das erste Quartal 2014 veröffentlicht. Im Vereinigten Königreich wird am selben Tag der Inflationsbericht der Bank of England vorgestellt.

Die wichtigsten weltwirtschaftlichen Indikatoren der kommenden Tage lesen Sie hier: 2015-05-08 Wochenvorschau

1 Mittwoch: Die Stimmungsindikatoren hatten große Hoffnungen geweckt, und das konjunkturelle Umfeld schien diese zu rechtfertigen: Starke binnenwirtschaftliche Rahmenbedingungen trafen auf niedrige Energiepreise und eine abgewertete Währung. Doch letztlich kam es etwas anders. Außerhalb Europas nahm die Konjunktur keine Fahrt auf, der Welthandel sank sogar. Hinzu kamen nennenswerte Revisionen, die ursprünglich starke Konjunkturindikatoren eindampften. Dass am Ende des Tages dennoch ein vergleichsweise gutes Wachstum des Bruttoinlandsprodukts im ersten Quartal in Deutschland gemeldet werden dürfte, liegt in erster Linie am deutschen Konsumenten und der Bauwirtschaft.

2 Mittwoch: Im ersten Quartal dürfte die Wachstumsdynamik beim Bruttoinlandsprodukt in Euroland im Vergleich zum Vorquartal etwas zunehmen. Darauf deuten die wichtigsten Stimmungsindikatoren für Euroland und die ersten bereits veröffentlichten Länderdaten hin. Dazu gehört auch Spanien mit einem BIP-Wachstum von 0,9 % im ersten Quartal. Damit sollte Spanien neben Deutschland die wichtigste Wachstumsstütze für die Währungsunion im ersten Quartal gewesen sein. Aber auch Frankreich und Italien haben wohl einen positiven Wachstumsbeitrag geliefert. Dies wäre das erste Mal seit knapp fünf Jahren, dass die vier großen EWU-Länder wieder gemeinsam wachsen.

3 Mittwoch: Der quartalsweise Inflationsbericht der Bank of England (BoE) wird stark beachtet, da dies der einzige geldpolitische Termin ist, bei dem die BoE ihre Geldpolitik in einer Pressekonferenz erörtert. Der Fokus hierbei liegt auf der Interpretation der Prognosen der BoE zu Wirtschaftswachstum, Inflation und Lohnwachstum, um daraus Signale für die Leitzinswende abzuleiten. Die BoE dürfte bei sinkender Unterauslastung weiterhin kräftig steigende Löhne erwarten. Bei entsprechender Arbeitsmarktentwicklung könnte die Leitzinswende somit im dritten Quartal 2015 erfolgen. Allerdings dürfte die BoE bei diesem Inflationsbericht für das zweite Quartal, in Zeiten der neuen Regierungsbildung in UK, recht vorsichtig kommunizieren.

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http://www.dekabank.de/db/de/research/index.jsp

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