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Konjunktursignale der nächsten Tage

24. Mai 2015

Nicht nur wegen des Pfingstfeiertags richtet sich das Augenmerk auf die zweite Wochenhälfte. Am Donnerstag wird das Economic Sentiment für die Eurozone veröffentlicht. Der Freitag bringt Aufschluss über die Kreditvergabe in der Eurozone und die Konjunktur in der Schweiz.

Die wichtigsten weltwirtschaftlichen Indikatoren der kommenden Tage lesen Sie hier: 2015-05-22 Wochenvorschau

1Donnerstag: Die wirtschaftliche Stimmung in der Eurozone ist gut, und sie wird es auch im Mai geblieben sein. Wir erwarten eine Seitwärtsbewegung des Economic Sentiments. Dahinter stecken aber gänzlich unterschiedliche Entwicklungen: Während die Konsumentenstimmung nachgibt, stagniert das Industrievertrauen. Die Dienstleister, Einzelhändler und Bauunternehmer zeigen sich sogar zuversichtlicher. Die Länderaufteilung sollte ebenfalls heterogen sein. Zu den Verlierern wird Griechenland zählen, wo schon seit geraumer Zeit die unbewältigte Griechenlandkrise an der Stimmung nagt.

2Freitag: Nachdem die Schweizerische Nationalbank im Januar ihren Mindestkurs für den Schweizer Franken gegenüber dem Euro von 1,20 EUR-CHF aufgegeben hat, hat der Schweizer Franken deutlich aufgewertet. Der EUR-CHF-Kurs bewegte sich seitdem im Durchschnitt um 1,04. Die Frankenauf-wertung belastet die Schweizer Exporte, die am Bruttoinlandsprodukt der Schweiz einen Anteil von über 70 % haben. Dies dürfte sich in einer leichten Schrumpfung des Bruttoinlandsprodukts im ersten Quartal widerspiegeln. Die Wachstumsperspektiven der Schweiz hängen stark von der Wechselkursent-wicklung ab. Auf Jahressicht dürfte die Frankenstärke das Wachstum auf 0,4 % ausbremsen.

3Freitag: Die Kreditaggregate im Euroraum sind wieder nach oben gerichtet. In den letzten Monaten haben die Banken regelmäßig mehr neue Kredite vergeben als alte zurückgezahlt wurden, und die Jahresrate der ausstehenden Buchkredite kletterte zum ersten Mal seit drei Jahren in den positiven Bereich. Diese Entwicklung dürfte sich im April fortgesetzt haben. Dennoch bleibt die Belebung der Kreditvergabe im Vergleich zu früheren Aufschwungsphasen äußerst verhalten. Zwar haben die zahlreichen Maßnahmen der EZB zu einer Lockerung der Kreditbedingungen geführt. Gerade Unternehmen machen hiervon jedoch nur sehr zögerlich Gebrauch.

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http://www.dekabank.de/db/de/research/index.jsp

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