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Konjunktursignale der nächsten Tage

12. Juni 2015

Das wichtigste Ereignis der kommenden Woche ist der Zinsentscheid in den USA: Kommt die Zinswende im Juni oder gibt es Hinweise auf einen späteren Termin? Die Märkte erwarten dieses Datum mit großer Spannung. Die ZEW-Konjunkturerwartungen am Dienstag und der Arbeitsmarktbericht aus dem Vereinigten Königreich am Mittwoch stehen dagegen nur in der zweiten Reihe.

Die wichtigsten weltwirtschaftlichen Indikatoren der kommenden Tage lesen Sie hier: 2015-06-12 Wochenvorschau

1Dienstag: Die Konjunktur in Deutschland läuft – kein Grund zur Sorge. Dass die Finanzmarktanalysten dennoch skeptischer auf die Gegenwart und die Zukunft blicken, hat unter anderem mit Griechenland zu tun. Das ewige Hick-Hack zehrt an den Nerven und der Geduld. Die Märkte reagierten entsprechend verschnupft. Doch auch das Hin-und-Her um die US-Zinswende dürfte eher stimmungsdämpfend gewesen sein. Wir erwarten daher, dass die ZEW-Konjunkturerwartungen für Deutschland im Juni zum dritten Mal in Folge sinken werden.

2Mittwoch: Nach dem Inflationsbericht vom Mai, mit dem die Bank of England ihre aktuellen Prognosen kommuniziert hat, dürfte das Protokoll (Minutes) zum darauffolgenden Zinsentscheid im Juni kaum Neuigkeitswert haben. Mit den jüngsten Daten sollten sich die Mitglieder des geldpolitischen Komitees noch einig sein, dass das Leitzinsniveau von 0,50 % derzeit angemessen ist. Für baldige Zinserhöhungen spricht allerdings, dass die Auslastung am Arbeitsmarkt in UK das Vorkrisenniveau erreicht hat. Im April dürfte die Arbeitslosenquote weiter auf 5,4 % gefallen sein. Der Zeitpunkt der Leitzinswende in UK bleibt datenabhängig. Die erste Leitzinserhöhung erwarten wir gegen Ende 2015.

3Mittwoch: Wann kommt die Leitzinswende der Fed? Gemessen an den zwei wichtigsten Makroindikatoren der Fed – Arbeitslosenquote und Inflationsrate des PCE-Deflators (Kern) – hat die Fed beim Zinsentscheid im Juni keinen unmittelbaren Handlungsdruck, die Leitzinsen anzuheben. Die Fed hat allerdings in den vergangenen Monaten stets betont, ein breites Spektrum an Makrodaten zu betrachten. Gemessen hieran wäre nun eine Leitzinserhöhung zwingend erforderlich: Die Lohndynamik ist zu stark und die Inflationsentwicklung zu nah am Inflationsziel der Fed. Wir gehen allerdings davon aus, dass sich die Fed für die Leitzinswende nochmals Zeit nimmt, die sie möglicherweise nicht mehr hat.

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http://www.dekabank.de/db/de/research/index.jsp

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