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Konjunktursignale der nächsten Tage

12. September 2015

Diese Woche steht der Zinsentscheid der US-Notenbank im Mittelpunkt. Es ist mit einer Zinserhöhung um 25 Basispunkte zu rechnen. Die wichtigsten weltwirtschaftlichen Indikatoren der kommenden Tage lesen Sie hier: 2015-09-11 Wochenvorschau

1Dienstag: Die Ängste vor den Folgen der Konjunkturabschwächung in den Schwellenländern wachsen bei Unternehmen, Marktteilnehmern und Analysten. So gingen in der sentix-Umfrage bei Finanzmarktanalysten die globalen Konjunkturerwartungen vor allem wegen einer starken Korrektur der Einschätzung Asiens und Lateinamerikas spürbar zurück. Entsprechend skeptischer wurden die Konjunkturperspektiven Deutschlands gesehen. Ein ähnliches Bild sollte auch die Umfrage des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) ergeben. Wir rechnen mit einem merklichen Rückgang der Konjunkturerwartungen für Deutschland und einem moderaten Absinken der Lageeinschätzung.

 

2Mittwoch: Die Inflationsrate der US-Verbraucher­preise dürfte im August trotz gesunkener Energiepreise leicht angestiegen sein. Da im August 2014 die Energiepreise ebenfalls kräftig gefallen sind, wird die Inflationsrate jetzt im August (im Vorjahresvergleich gemessen) durch die rückläufigen Energiepreise nicht gedämpft werden. Im Juli noch sorgten mehrere Sondereffekte für einen schwächeren Preisanstieg im Bereich der Kernrate (also ohne Lebensmittel und Energie). Diese Sondereffekte dürften nun im August an Bedeutung verlieren. Mit 1,9 % erwarten wir die höchste Kerninflationsrate seit Juli 2014.

 

3Donnerstag: Zinserhöhung jetzt oder später? Die Entscheidung darüber, die Leitzinsen erstmals seit gut neun Jahren wieder anzuheben, dürfte der Fed nicht leicht fallen: Während makroökonomisch eine Anhebung sogar schon überfällig erscheint, ist nun mit den Finanzmarktturbulenzen und den Sorgen über den Wachstumsausblick der Schwellenländer ein neuer Risikofaktor aufgetaucht. Wir rechnen damit, dass die Fed dennoch im September die Leitzinsen anheben wird, wenngleich das Prognoserisiko sehr hoch ist. Janet Yellen hat in der anschließenden Pressekonferenz die Möglichkeit, die Entscheidung der FOMC-Mitglieder zu begründen. Zudem werden aktualisierte Projektionen veröffentlicht.

 

______________________________________________________________________________ http://www.dekabank.de/db/de/research/index.jsp

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