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Konjunktursignale der nächsten Tage

16. Oktober 2015

Am Montag werden noch in der Nacht die chinesischen Bruttoinlandsproduktsdaten für das dritte Quartal präsentiert. Das besondere Augenmerk gilt dabei der Umstellung der Statistik. Am Donnerstag tagt die Europäische Zentralbank und am Freitag werden die Schnellschätzungen der Einkaufsmanagerindizes der Eurozone veröffentlicht. Die wichtigsten weltwirtschaftlichen Indikatoren der kommenden Tage lesen Sie hier: 2015-10-16 Wochenvorschau

1Montag: Der Absturz chinesischer Aktien und die überraschende Abwertung des Renminbi haben in den vergangenen Monaten zu Turbulenzen an den globalen Finanzmärkten geführt. Wir erwarten, dass sich diese Verunsicherung auch in den BIP-Zahlen Chinas für das dritte Quartal niederschlägt. Allerdings dürfte der Rückgang der Wachstumsrate von 7,0 % auf 6,7 % moderat bleiben, so dass das Wachstumsziel für 2015 von 7 % am Ende nur leicht unterschritten wird. Die Sorgen vor einem anhaltenden abwärts gerichteten Wachstumstrend dürften somit nicht zerstreut werden, doch die Angst vor einem regelrechten Absturz der Wirtschaft erhält keine neue Nahrung.

2Donnerstag: Bei ihrer Ratssitzung im September hat die EZB zwar ihre makroökonomischen Projektionen gesenkt, sich aber nicht zu einer weiteren Lockerung ihrer Geldpolitik durchgerungen. Denn die Notenbanker hatten noch kein klares Bild darüber, inwieweit die wirtschaftliche Abschwächung in den Emerging Markets auf die Eurozone ausstrahlen wird. Diese Unsicherheit wurde bis zuletzt von Präsident Draghi und anderen Ratsmitgliedern betont, sodass auch bei der jetzt anstehenden Sitzung nicht mit geldpolitischen Schritten zu rechnen ist. Auf der Pressekonferenz dürfte neben weltwirtschaftlichen Risiken vor allem die Art und Weise einer potenziellen weiteren Lockerung diskutiert werden.

3Freitag: Die Konjunktur in Euroland steht zwar nicht vor einem abrupten Wachstumseinbruch durch die Schwäche in den Schwellenländern, aber mit einer Wachstumsverlangsamung im vierten Quartal ist durchaus zu rechnen. Darauf dürfte auch der Euroland-Einkaufsmanager­index im Oktober hinweisen. Dies gilt sowohl für den Teilindex der Dienstleister als auch für den Teilindex des verarbeitenden Gewerbes. Als positive Gegengewichte zu der Schwellenländerschwäche dienen bei den europäischen Stimmungsindikatoren die Wechselkursschwäche, die niedrigen Energiepreise und die Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank. ______________________________________________________________________________ http://www.dekabank.de/db/de/research/index.jsp

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