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Konjunktursignale der nächsten Tage

28. November 2015

Wichtigstes Ereignis in der kommenden Woche ist die Sitzung der Europäischen Zentralbank am Donnerstag, bei der die quantitative Lockerung in der Eurozone aufgestockt werden wird. Am Freitag wird der US-Arbeitsmarktbericht Hinweise auf den Zinsentscheid der US-Notenbank geben. Schon am Dienstag wird  der chinesische Einkaufsmanagerindex veröffentlicht. Die wichtigsten weltwirtschaftlichen Indikatoren der kommenden Tage lesen Sie hier: 2015-11-27 Wochenvorschau

1Dienstag: Bereits seit Beginn des Jahres bewegt sich der von CFLP veröffentlichte „offizielle“ Einkaufsmanagerindex (PMI) für das verarbeitende Gewerbe in China nahe der 50-Punkte-Marke. Damit hat der Index die Entwicklung der Industrieproduktion – schwächeres Wachstum, aber keine Schrumpfung – gut widergespiegelt. Da keine positiven Impulse vom Außenhandel kommen und die Regierung bislang auf ein großes Konjunktur-paket verzichtet hat, dürfte die Dynamik im November nicht nennenswert zugenommen haben. Wir erwarten dennoch einen leichten Anstieg des PMI, weil die Verunsicherung mit Blick auf die konjunkturellen Perspektiven Chinas etwas gesunken ist.

2Donnerstag: Präsident Draghi hat angekündigt, bei der anstehenden EZB-Ratssitzung zu überprüfen, ob der Kurs der Geldpolitik noch ausreichend expansiv ist. Wir gehen davon aus, dass die EZB das Niveau ihrer monatlichen Anleihekäufe zwar bei 60 Mrd. Euro belässt, zugleich aber deutlicher als bisher signalisiert, diese Käufe so lange fortzusetzen, bis sich das Inflationsumfeld hinreichend verbessert hat. Zudem dürfte die EZB den Einlagensatz auf -0,30 % senken. Medienberichte, denen zufolge die EZB einen gestaffelten Einlagensatz plant, bei dem Banken auf einen Teil ihrer Überschussreserven einen noch höheren Strafzins zu zahlen haben, halten wir durchaus für realistisch.

3Freitag: Der US-Arbeitsmarktbericht für Oktober fiel fulminant kräftig aus. Nicht nur der Beschäftigungsaufbau, sondern auch die Lohn-entwicklung hat deutlich positiv überrascht. Die bislang vorliegenden Frühindikatoren signalisieren für den November etwas schwächere Arbeitsmarkt-daten. Der Beschäftigungsaufbau dürfte mit 170.000 Stellen nur wenig oberhalb der schwachen Monate August und September liegen. Neben den Signalen der Frühindikatoren gibt es auch statistische Gründe, einen schwächeren Aufbau zu erwarten: Die Daten für den Monat November werden grundsätzlich zu niedrig veröffentlicht und in den Folgemonaten deutlich nach oben revidiert.

______________________________________________________________________________ http://www.dekabank.de/db/de/research/index.jsp

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