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Konjunktursignale der nächsten Tage

9. Januar 2016

Nächste Woche steht das Jahresergebnis für das deutsche Bruttoinlandsprodukt 2015 im Blickpunkt. Ebenfalls von Interesse sind der Zinsentscheid der Bank of England und der Einzelhandelsumsatz in den USA. Die BoE fährt ihren Kurs weiter, erst der Inflationsbericht im Februar bringt weitere Klarheit. Der US-Einzelhandelsumsatz dürfte in der weiten Abgrenzung leicht geschrumpft sein.

Die wichtigsten weltwirtschaftlichen Indikatoren der kommenden Tage lesen Sie hier: 2016-01-08 Wochenvorschau

1Donnerstag: Die gemischten Dezember-Daten dürften die Bank of England (BoE) in ihrer noch abwartenden Haltung bezüglich der Leitzinswende bestätigen: Zwar ist die Arbeitslosenquote weiter gefallen und die Kerninflation leicht angestiegen. Gleichzeitig aber hat das Lohnwachstum etwas nachgelassen und die Wachstumsdynamik abgenommen. Somit wird die BoE ihren Kurs beim Zinsentscheid im Januar noch unverändert beibehalten. Relevant für die Einschätzung des Zeitpunktes der Leitzinswende wird der Februar-Zinsentscheid, bei dem die BoE auch ihren quartalsweisen Inflationsbericht mit neuen Projektionen vorlegt und diesen in einer Pressekonferenz erläutern wird. Derzeit erwarten wir die Leitzinswende in Q2/2016.

2Donnerstag: 2015 war kein überschwängliches, aber ein gutes Konjunkturjahr. Erneut übertraf die Zunahme des deutschen Bruttoinlandsprodukts das Potenzialwachstum und gab damit den notwendigen Impuls für einen weiteren Beschäftigungsaufbau. Anders als in früheren Jahren war dieses Mal der Konsum die entscheidende Stütze der Konjunktur. Dabei war es in erster Linie das Zusammenspiel aus hohen Lohnzuwächsen und kaum merklicher Inflation, das den Konsum befeuerte. Angesichts der Probleme der Weltwirtschaft lief der Export erfreulich gut, was der dramatischen Abwertung des Euro zu verdanken war. Dennoch lieferte der Außenbeitrag aufgrund der regen Importnachfrage kaum Impulse. Verhalten blieb die Investitionstätigkeit, Lagerinvestitionen wurden sogar zurückgefahren.

3Freitag: Die US-Einzelhandelsumsätze dürften im Schlussmonat von 2015 leicht gegenüber dem Vormonat geschrumpft sein. Der Rückgang geht auf schwächere Autoverkäufe sowie leicht gesunkene Benzinpreise zurück. Klammert man die monatlich sehr volatilen Bereiche aus, dann ist mit einer unauffälligen Entwicklung zu rechnen. Insgesamt war 2015 ein umsatzschwaches Jahr. Nur gut 2 % dürfte das Jahresplus betragen haben. Für kein anderes Aufschwungsjahr wird seit Erhebungsbeginn Anfang der Neunzigerjahre ein so niedriges Umsatzplus ausgewiesen. Allerdings war hierfür ein benzinpreisbedingter Umsatzeinbruch von knapp 20 % im Bereich der Tankstellenbetreiber verantwortlich. Rechnet man diesen Teilbereich heraus, dann lag mit gut 4,5 % eine für Aufschwungphasen durchschnittliche Entwicklung vor.

______________________________________________________________________________ http://www.dekabank.de/db/de/research/index.jsp

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