Startseite > Chefökonom > Konjunktursignale der nächsten Tage

Konjunktursignale der nächsten Tage

16. Januar 2016

Eine spannende Woche steht bevor: Am Dienstag meldet China als erstes Land seine Wachstumszahlen für das vierte Quartal 2015. Donnerstags tagt der EZB-Rat und freitags werden die Einkaufsmanagerindizes für die Eurozone veröffentlicht. Die wichtigsten weltwirtschaftlichen Indikatoren der kommenden Tage lesen Sie hier: 2016-01-15 Wochenvorschau

1Dienstag: Die Schwäche des chinesischen Aktienmarkts und die Abwertung des Renminbi haben die internationalen Finanzmärkte zu Jahresbeginn verunsichert. Ein Teil dieser Verunsicherung rührt von anhaltenden Sorgen um die Wirtschaftslage Chinas her. Diese Sorgen dürften von den Bruttoinlandsprodukts-Zahlen für das vierte Quartal keine neue Nahrung erhalten. Das Wirtschaftswachstum dürfte knapp 7 % im Vergleich zum Vorjahr betragen haben. Damit lag es sehr nahe am Vorquartalswert. Was der Weltwirtschaft allerdings zu schaffen macht, ist die Schwäche des Industriesektors, für den am Dienstag ebenfalls die aktuellen Zahlen veröffentlicht werden. Das Wirtschaftswachstum wird sich nach unserer Prognose im laufenden Jahr moderat auf 6,5 % abschwächen.

2Donnerstag: Nach der Lockerung der Geldpolitik im Dezember ist bei dieser EZB-Ratssitzung im Januar mit keinen weiteren Maßnahmen zu rechnen. Die Senkung des Einlagensatzes um nur zehn Basispunkte und lediglich eine Verlängerung des Wert­papierkaufprogramms haben die Markterwartungen spürbar enttäuscht. Daraufhin sind Gerüchte aufgekommen, der EZB-Rat habe Präsident Draghi an einer stärkeren Lockerung gehindert. Diesen Eindruck wird er auf der nun anstehenden Pressekonferenz verwischen wollen, indem er unterstreicht, dass das Maßnahmenpaket im Dezember in großem Einvernehmen beschlossen wurde und zudem sehr wirkungsvoll sei. Darüber hinaus dürfte thematisiert werden, inwieweit die wirtschaftlichen Abwärtsrisiken seit der letzten Sitzung zugenommen haben.

3Freitag: Weder die Terroranschläge in Frankreich noch die Schwellenländerschwäche konnten im vierten Quartal die Stimmung bei den Unternehmen in Euroland trüben. Darauf deutet die Entwicklung der Einkaufsmanagerindizes in den vergangenen Monaten hin. Dies gilt sowohl für den Teilindex der Dienstleister als auch für den Teilindex des verarbeitenden Gewerbes. Zum Jahresstart im Januar ist mit einer Seitwärtsbewegung bei den Einkaufsmanagerindizes zu rechnen. Neue Impulse für eine weitere spürbare Stimmungsverbesserung sind in den vergangenen Wochen ausgeblieben. Es dürfte aber auch im Januar ein klares Wachstumssignal von den Einkaufsmanagerindizes für die Wirtschaft in Euroland ausgehen.

______________________________________________________________________________ http://www.dekabank.de/db/de/research/index.jsp

Folgen

Erhalte jeden neuen Beitrag in deinen Posteingang.

Schließe dich 153 Followern an