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Konjunktursignale der nächsten Tage

28. Februar 2016

Sie sinken wieder einmal! Gemeint sind die Inflationsrate in Euroland (Montag) und der chinesische Einkaufsmanagerindex (Mittwoch). Beides sind keine guten Nachrichten für die Notenbanken in Europa und in den USA. Dafür darf sich die Federal Reserve über einen weiteren guten Arbeitsmarktbericht am Freitag freuen. Die wichtigsten weltwirtschaftlichen Indikatoren der kommenden Tage lesen Sie hier: 2016-02-26 Wochenvorschau

1Montag: Die Inflation im Euroraum dürfte im Februar wieder knapp unter null gefallen sein. Wichtigste Ursachen hierfür sind die erneut gesunkenen Preise von Benzin, Diesel und Heizöl. Aber auch abgesehen davon sollte der Preisauftrieb eher gering gewesen sein. Die leichte Zunahme der Kerninflation im Januar führen wir vor allem auf saisonale Sondereffekte zurück, wie etwa wenig ausgeprägte Schlussverkäufe bei Bekleidung. Denn gerade bei Industriegütern ohne Energie spricht im Augenblick sehr wenig für steigende Verbraucherpreise. Die Import- und Erzeugerpreise sind nach unten gerichtet und der Euro hat in den letzten Monaten deutlich zugelegt, wenn man ihn gegenüber einem breiten Währungskorb betrachtet. Wir rechnen deshalb mit einem Rückgang der Kerninflation auf 0,9 %.

2Dienstag: Das Wachstum der chinesischen Industrieproduktion hat sich in den vergangenen Monaten kontinuierlich verlangsamt. Diese Schwäche im verarbeitenden Gewerbe beunruhigt die globalen Finanzmärkte. Der Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe dürfte signalisieren, dass auch im Februar keine Trendwende zu verzeichnen war. Da sich im Gegenzug das Dienstleistungsgewerbe gut entwickelt und vom Arbeitsmarkt keine ernsten Probleme berichtet werden, erwarten wir kein groß angelegtes Konjunkturprogramm. Allerdings werden Infrastrukturinvestitionen beschleunigt, um die Schwäche im Wohnungsbausektor zu kompensieren. Die Blicke richten sich auch auf den Parteitag, der am 5. März beginnt. Hier wird unter anderem das Wachstumsziel für 2016 bekannt gegeben, das wir bei 6,5% erwarten.

3Freitag: Der US-Arbeitsmarkt war in den vergangenen Quartalen die wichtigste Stütze der US-Wirtschaft. Die bislang vorliegenden Frühindikatoren zur Einschätzung der Arbeitsmarktentwicklung im Februar deuten an, dass die Beschäftigungsdynamik schwächer ausfallen dürfte als im Durchschnitt der vorherigen drei Monate. Der Blick auf die Arbeitslosenquote zeigt, dass am US-Arbeitsmarkt Vollbeschäftigung herrscht und sich das Arbeitsmarktangebot verknappt hat. Hohe Beschäftigungszuwächse wie 2014 und 2015 dürften daher in diesem Jahr nur noch vereinzelt vorkommen. Eine hohe Arbeitsnachfrage bei begrenztem Arbeitsangebot führt grundsätzlich zu einer steigenden Lohndynamik. Allerdings war die Lohndynamik im Januar außerordentlich stark, sodass im Februar zunächst nur ein leichter Zuwachs gegenüber dem Vormonat zu erwarten ist.

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