Startseite > Chefökonom > Konjunktursignale der nächsten Tage

Konjunktursignale der nächsten Tage

7. März 2016

Diese Woche steht alles im Schatten der Sitzung des EZB-Rates am Donnerstag. Nach der Absenkung des chinesischen Wachstumsziels wird die Industrieproduktion der Monate Januar und Februar am Freitag von besonderem Interesse sein. Produktionsdaten gibt es schließlich auch in Deutschland zu berichten. Sie werden am Dienstag veröffentlicht. Die wichtigsten weltwirtschaftlichen Indikatoren der kommenden Tage lesen Sie hier: 2016-03-04 Wochenvorschau

1Dienstag: Die globale Konjunktur ist schwächer geworden und die Effekte der Auswertung sind ausgelaufen. Folglich sind die Exporterwartungen in der ifo-Umfrage gesunken. Entsprechend schwer tut sich die exportorientierte deutsche Industrie. Zur Hilfe könnte im Januar aber die Witterung gekommen sein. So lag die Temperatur im Januar 2 Grad über der durchschnittlichen Temperatur für diesen Monat, der unter normalen Umständen Baubehinderungen mit sich bringt. Die große Unbekannte ist die Energieproduktion, die sehr schwankungsanfällig ist und unter dem milden Winter eher gelitten haben dürfte. Unterm Strich erwarten wir nach dem schwachen Dezember ein leichtes Plus der Produktion im produzierenden Gewerbe.

2Donnerstag: Im Januar hat Präsident Draghi angekündigt, den geldpolitischen Kurs der EZB bei dieser Ratssitzung zu überprüfen. Aufgrund konjunktureller Abwärtsrisiken und zu niedriger Inflationsraten ist mit einer erneuten Lockerung zu rechnen. Allerdings hielten sich Draghi und seine Ratskollegen bislang bedeckt, welche Instrumente sie dabei einsetzen wollen. Wir gehen von einer Senkung des Einlagensatzes um 10 Basispunkte aus und halten auch ein so genanntes gestaffeltes System für möglich. Zudem dürfte die EZB das Volumen ihrer monatlichen Anleihekäufe von bislang 60 Mrd. Euro anheben. Dazu müsste sie bei den Staatsanleihekäufen von ihrem Kapitalschlüssel abweichen oder zusätzliche Anleihekategorien in das Programm aufnehmen. Auch alternative Maßnahmen wie Langfristtender mit negativem Zins würden wir keinesfalls ausschließen.

3Samstag: Die Einkaufsmanagerindizes für das verarbeitende Gewerbe Chinas sind im Februar erneut gesunken. Damit ist es wahrscheinlich, dass die Industrieproduktion zu Jahresbeginn weiter an Schwung verloren hat. Aufgrund des chinesischen Neujahrsfestes werden die Zahlen für Januar und Februar aggregiert bekannt gegeben. Der am Wochenende beginnende Parteitag der Kommunistischen Partei dürfte jene enttäuschen, die angesichts der schwierigen Wirtschaftslage auf ein groß angelegtes Konjunkturpaket hoffen. Stattdessen dürfte ein weiterer Kapazitätsabbau in Teilen der Industrie angekündigt werden. Der Umbau der Wirtschaft wird noch viele Jahre in Anspruch nehmen.

______________________________________________________________________________ http://www.dekabank.de/db/de/research/index.jsp

Folgen

Erhalte jeden neuen Beitrag in deinen Posteingang.

Schließe dich 154 Followern an