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Konjunktursignale der nächsten Tage

19. März 2016

Es ist Super-Tuesday: Nein, nicht in den USA, sondern in Europa. Am Dienstag werden die Einkaufsmanagerindizes, das deutsche ifo Geschäftsklima und die deutschen ZEW-Konjunkturerwartungen für März veröffentlicht. Grob gesprochen, sollten sie sich seitwärts bewegen. Zudem wird die britische Inflationsrate für Februar bekanntgegeben. Die wichtigsten weltwirtschaftlichen Indikatoren der kommenden Tage lesen Sie hier: 2016-03-18 Wochenvorschau

1Dienstag: Das ifo Geschäftsklima ist auf einen Abwärtstrend eingeschwenkt. Die jüngsten drei Rückgänge in Folge sagen allerdings nichts darüber aus, wie lange der Trend andauern wird und wohin dieser führen wird. Wir erwarten im März eine Seitwärtsbewegung des ifo Geschäftsklimas. Sollte der Index sich weiter eintrüben, wird das Urteil maßgeblich davon abhängen, welche Komponente dafür verantwortlich ist. Unbedenklich wäre ein Rückgang der immer noch viel zu hohen Lageeinschätzung. Problematisch wäre dagegen ein weiterer spürbarer Rückgang der Erwartungen. Tatsächlich gibt es belastende Momente, denn der Euro hat in einem schwachen globalen Umfeld aufgewertet und das Vertrauen der Unternehmen in die Europäische Zentralbank schwindet.

2Dienstag: Euroland liegt im ersten Quartal auf Wachstumskurs. Auch die vorläufigen Werte der Einkaufsmanagerindizes für Euroland im März dürften das zum Ausdruck bringen. Dies gilt für den Teilindex des verarbeitenden Gewerbes wie auch für den Teilindex für die Dienstleister. Viel Spielraum für deutliche Bewegungen gibt es allerdings nicht. Auf der einen Seite haben sich Risikofaktoren wie Schwellenländerschwäche, US-Konjunk­tursorgen, Brexit und Finanzmarktturbulenzen nicht verschärft. Auf der anderen Seite gibt es bis auf die zusätzliche geldpolitische Unterstützung durch die Europäische Zentralbank keine neuen positiven Impulse. Unter dem Strich läuft es auf eine schwache Seitwärtsbewegung bei den Einkaufmanagerindizes im März hinaus.

3Dienstag: Die britische Inflationsrate lag im vergangenen Jahr 2015 bei 0,0 %. In diesem Jahr wird sie nur langsam Abstand zur Nulllinie gewinnen. Im Februar dürfte sie zum vierten Mal in Folge leicht angestiegen sein. Die Inflationsentwicklung unterliegt derzeit zwei gegenläufigen Effekten. Einerseits drücken die im Vergleich zum Vorjahr nochmals gesunkenen Energiepreise die Teuerung in Richtung der Nulllinie. Andererseits baut sich langsam binnenwirtschaftlicher Preisdruck auf, den eine starke Arbeitsmarktentwicklung fördert. In den Inflationszahlen wird dieser Preisdruck aber erst gegen Ende des Jahres sichtbar werden, wenn sich der Basiseffekt der Energiepreisrückgänge abbaut. Die Bank of England erwartet zum Jahresende hin Inflationsraten von knapp 1 %.

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