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Konjunktursignale der nächsten Tage

15. April 2016

Am Dienstag dürfte sich zeigen, dass die Stimmung der Finanzmarktanalysten – gemessen an den ZEW-Konjunkturerwartungen – sich im April verbessert hat. Keine neuen geldpolitischen Maßnahmen, aber Informationen über die Beschlüsse vom März wird die Pressekonferenz nach der Sitzung des EZB-rats am Donnerstag bringen. Zum Wochenausklang gibt es noch Informationen zur konjunkturellen Verfassung der Eurozone. Die wichtigsten weltwirtschaftlichen Indikatoren der kommenden Tage lesen Sie hier: 2016-04-15 Wochenvorschau

1Dienstag: Der DAX steht über 10.000 Punkten. Damit sollte die Welt der Finanzmarktanalysten eigentlich wieder ins Lot gekommen sein. Auch von der globalen Konjunktur kamen zuletzt freundlichere Signale: Der Ölpreis legte zu, die chinesische Volkswirtschaft zeigte klare Lebenszeichen, und der globale Einkaufsmanagerindex stieg spürbar an. Da tritt in den Hintergrund, dass der IWF seine von Anfang zu optimistische Konjunkturprognose nach unten korrigiert hat. Auch die Abwärtsrevision der Institutsprognosen für Deutschland werden nicht ausreichen, um die Stimmung der Finanzmarktanalysten zu vermiesen. Wir erwarten daher einen Anstieg der ZEW-Konjunktur­erwartungen für Deutschland im April.

2Donnerstag: Nach den umfangreichen Maßnahmen, die die EZB im März beschlossen hat, ist bei dieser Ratssitzung mit keinen neuen geldpolitischen Entscheidungen zu rechnen. Im Fokus der Pressekonferenz dürfte vielmehr der zukünftige Kurs der EZB stehen. So schloss Präsident Draghi im März weitere Senkungen des Einlagensatzes zwar nicht kategorisch aus, bezeichnete sie jedoch als wenig wahrscheinlich. Demgegenüber klang das Protokoll zu dieser Sitzung ausgewogener, und auch an den Finanzmärkten werden weitere Zinsschritte eingepreist. Darüber hinaus dürfte der Ankauf von Unternehmensanleihen, der in wenigen Wochen beginnen soll, thematisiert werden. Hier geht es vor allem um Fragen der Implementierung, insbesondere welche Anleihen sich für das Programm qualifizieren und wie die EZB mit kleineren Emittenten umgehen wird.

3Freitag: Zum Auftakt des zweiten Quartals stehen die Signale auf anhaltend moderatem Wachstum in Euroland. Darauf sollte der Einkaufsmanagerindex für Euroland im April hindeuten. Dies gilt sowohl für den Teilindex der Dienstleister als auch für den Teilindex für das verarbeitende Gewerbe. Die zahlreichen Unsicherheitsfaktoren für die europäische Wirtschaft u.a. die Schwellenländerschwäche, US-Konjunktursorgen und die Brexit-Diskussion bleiben zwar erhalten. Aber sie haben sich in den vergangenen Wochen zumindest nicht verschärft. Gleichzeitig gab es allerdings auch keine spürbaren positiven Impulse, sodass es bei einer schwachen Seitwärtsbewegung für die Einkaufsmanagerindizes im April bleiben dürfte.

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