Startseite > Chefökonom > Konjunktursignale der nächsten Tage

Konjunktursignale der nächsten Tage

24. April 2016

Die kommende Woche ist voll von wichtigen Indikatoren und Ereignissen. Am Mittwoch entscheidet die US-Notenbank Fed über die Zinspolitik. Am Folgetag wird das US-Bruttoinlandsprodukt im ersten Quartal veröffentlicht. Der Freitag schließlich bringt eine europäische Premiere: Die VORLÄUFIGE Schnellschätzung des Bruttoinlandsprodukts im ersten Quartal. Doch Vorsicht: Auch Eurostat kennt die Märzindikatoren noch nicht. Die wichtigsten weltwirtschaftlichen Indikatoren der kommenden Tage lesen Sie hier: 2016-04-22 Wochenvorschau

1Mittwoch: Die Fed dürfte auch beim Zinsentscheid im April an ihrer Zinsschraube nicht drehen. Bei diesem Entscheid werden weder neue Projektionen veröffentlicht noch findet anschließend eine Pressekonferenz statt. Etwaige Neueinschätzungen der FOMC-Mitglieder können daher nur dem Statement entnommen werden. Vermutlich werden die FOMC-Mitglieder auf eine zuletzt etwas schwächer gesamtwirtschaftliche Wachstumsdynamik hinweisen. Spannender sind aber mögliche Änderungen in der Passage zu den globalen und den Finanzmarktrisiken. Unserer Einschätzung nach werden die FOMC-Mitglieder auf noch bestehende Risiken hinweisen, die es zu beobachten gilt. Hierdurch wäre eine Leitzinserhöhung beim Folgemeeting im Juni noch möglich, aber nicht gänzlich vorbereitet.

2Donnerstag: Erneut dürfte die US-Wirtschaft auffallend schwach in ein Jahr gestartet sein. Für das erste Quartal erwarten wir einen Anstieg des Bruttoinlandsprodukts in Höhe von 0,5 % (annualisiert). Von drei Teilaggregaten sind negative Wachstumsbeiträge zu erwarten: Eine unauffällige Importdynamik sowie eine schwache Exportentwicklung führen zu einem Minus vom Außenhandel. Die Normalisierung der Lagerinvestitionen dürfte ebenfalls belastet haben und schließlich sorgten fallende Ölpreise für eine Schrumpfung der Gewerbebauinvestitionen. Neben diesen Belastungsfaktoren ist beim privaten Konsum und bei den Ausrüstungsinvestitionen mit geringeren Zuwächsen zu rechnen. Die jüngere Vergangenheit lehrt, dass ein schwacher Jahresstart nicht bedeuten muss, dass die US-Wirtschaft über das Gesamtjahr zur Schwäche neigen muss.

3Freitag: Die Unsicherheitsfaktoren für die Wirtschaft in Euroland sind zahlreich vorhanden. Dazu gehören die seit längerem anhaltende Schwellenländerschwäche, US-Konjunktursorgen, eine erhöhte Finanzmarktvolatilität oder auch die Diskussion um den EU-Austritt des Vereinigten Königreiches. Bereits im vierten Quartal 2015 ist ein spürbar bremsender Effekt auf die Konjunkturdynamik ausgeblieben. Für das erste Quartal 2016 deuten die Stimmungsindikatoren wie auch die vorliegenden „harten“ Daten (z.B. die Industrieproduktion) sogar auf eine leichte Beschleunigung der Wachstumsdynamik hin. Dabei dürfte das Plus beim Bruttoinlandsprodukt auf einem breiten Fundament stehen. Sowohl der Konsum als auch die Investitionen dürften wichtige Wachstumsbeiträge geliefert haben.

______________________________________________________________________________ http://www.dekabank.de/db/de/research/index.jsp

Advertisements