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Konjunktursignale der nächsten Tage

14. Mai 2016

Die Pfingstwoche ist konjunkturell eher eine ruhige. Größere Ereignisse sind zumindest in der Eurozone schwer zu finden. Ein Blick auf die Protokolle der letzten EZB-Ratssitzung lohnt sich am Donnerstag dennoch. Ansonsten werden in den USA am Dienstag Verbraucherpreise und in Japan am Mittwoch das Bruttoinlandsprodukt im ersten Quartal gemeldet. Die wichtigsten weltwirtschaftlichen Indikatoren der kommenden Tage lesen Sie hier: 2016-05-13 Wochenvorschau

1Dienstag: Die US-Verbraucherpreise dürften im April verhältnismäßig kräftig gegenüber dem Vormonat angestiegen sein. Der von uns erwartete Zuwachs um 0,4 % wäre der stärkste monatliche Preisanstieg seit Februar 2013. Hauptverantwortlich hierfür sind die Energiepreise, und hier besonders die Benzinpreise. Aufgrund dessen steigt auch die Inflationsrate von 0,9 % auf 1,1 % an. Von größerem Interesse ist aus geldpolitischer Sicht die Preisentwicklung der Kernrate, bei der Lebensmittel und Energie herausgerechnet werden. Nach starken monatlichen Preisanstiegen zu Beginn des Jahres hat sich die Preisdynamik im März wieder beruhigt. Auch für April rechnen wir hier mit einem unauffälligen Preisanstieg. Die Kernrate dürfte sogar zum zweiten Mal in Folge leicht gesunken sein.

2Mittwoch: Seit Beginn des globalen Aufschwungs im Jahr 2009 ist die japanische Volkswirtschaft bereits dreimal in eine neuerliche Rezession gerutscht. Für das Winterhalbjahr 2015/2016 könnte nun die vierte Rezession gemeldet werden, weil das Bruttoinlandsprodukt bereits im vierten Quartal 2015 geschrumpft ist und wir für das erste Quartal 2016 nur eine Stagnation erwarten, ein Minus wäre da nicht abwegig. Allerdings gibt es ein starkes statistisches Argument, das gegen ein rückläufiges Bruttoinlandsprodukt zum Jahresbeginn 2016 spricht: Dank einer unzureichenden Saisonbereinigung wurde in den vergangenen Jahren das Bruttoinlandsprodukt für das erste Quartal immer ungewöhnlich stark gemeldet.

3Donnerstag: Auf der Pressekonferenz zur EZB-Ratssitzung am 21. April zeigte sich Präsident Draghi zuversichtlich, dass die expansive Geldpolitik eine zunehmende Wirkung entfalte. Das finanzielle Umfeld habe sich verbessert und die wirtschaftliche Erholung im Euroraum habe sich trotz eines ungünstigen globalen Umfelds fortgesetzt. Mit diesen Aussagen hat er die Markterwartungen in Richtung einer weiteren Lockerung der Geldpolitik zwischenzeitlich zurückgedrängt. Bei der jetzt zur Veröffentlichung anstehenden Zusammenfassung dieser Ratssitzung wird es vor allem darauf ankommen, inwieweit Draghis optimistische Einschätzungen von den anderen Ratsmitgliedern geteilt werden. Je mehr dies der Fall ist, desto geringer sollte die Wahrscheinlichkeit insbesondere für eine erneute Senkung des Einlagensatzes angesetzt werden.

______________________________________________________________________________ http://www.dekabank.de/db/de/research/index.jsp

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