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Konjunktursignale der nächsten Tage

27. Mai 2016

Diese Woche stehen der EZB-Zinsentscheid und der US-Arbeitsmarkt im Vordergrund. Die wichtigsten weltwirtschaftlichen Indikatoren der kommenden Tage lesen Sie hier: 2016-05-27 Wochenvorschau

1Montag: Die Wirtschaft in der Europäischen Währungsunion befindet sich auf einem soliden Wachstumskurs. Dies dürfte auch das Economic Sentiment der EU-Kommission für den Mai zum Ausdruck bringen. Wie bereits der Gesamteinkaufs-managerindex gezeigt hat, ist der Spielraum für eine Verbesserung des Wirtschaftsvertrauens in Euroland allerdings gering. Dafür sind die politischen und wirtschaftlichen Unsicherheitsfaktoren doch zu zahlreich. Von politischer Seite stehen der EU im zweiten Quartal noch das Brexit-Referendum und kurz danach die spanische Parlamentswahl bevor. Allerdings scheinen sich nicht alle EWU-Länder von der politischen Verunsicherung anstecken lassen, wie das deutsche ifo Geschäftsklima im Mai gezeigt hat.

2Donnerstag: Nach der EZB-Ratssitzung im April klang Präsident Draghi verhalten optimistisch. Die Wirkung der expansiven Geldpolitik habe zugenommen und konjunkturelle Abwärtsrisiken nachgelassen. Diesen Eindruck dürfte er auf der jetzt anstehenden Pressekonferenz bekräftigen und dabei auch auf die neuen makroökonomischen Projektionen des Mitarbeiterstabs der EZB zurückgreifen. Die Vorhersage für das Wirtschaftswachstum insbesondere im Jahr 2016 besitzt ein wenig Luft nach oben. Zudem dürfte sich der Anstieg des Ölpreises in etwas höheren Inflationsprognosen niederschlagen. Draghis Kommentare hierzu sollten andeuten, dass eine weitere Lockerung der Geldpolitik zwar nach wie vor nicht ausgeschlossen, aber doch weniger wahrscheinlich geworden ist.

3Freitag: Die Beschäftigungsdynamik am US-Arbeitsmarkt hat in den vergangenen Monaten an Schwung verloren und dies dürfte sich im Mai in der Tendenz fortsetzen. Hintergrund hierfür ist das nur begrenzt zur Verfügung stehende Angebot an Arbeitskräften. Die unverändert hohe Arbeitsnachfrage wirkt daher mehr über die Lohnkomponente. Speziell im Mai sorgt aber noch ein Sondereffekt für eine Belastung für die Beschäftigungsentwicklung. In der Telekommunikationsbranche gab es einen größeren Streik und nach der Art und Weise der Datenerhebung zählen die Streikenden nicht zu den Beschäftigten. Da die Arbeitslosen in einer separaten Erhebung ermittelt werden, ist die Entwicklung der Arbeitslosenquote von diesem Sondereffekt nicht betroffen. Wir erwarten daher einen Rückgang der Arbeitslosenquote auf 4,9 %.

______________________________________________________________________________ http://www.dekabank.de/db/de/research/index.jsp

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