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Konjunktursignale der nächsten Tage

4. Juni 2016

Am Montag wird mit der Sentix-Konjunkturumfrage der erste Stimmungsindikator des Monats Juni veröffentlicht. Es folgen Produktionsdaten: am Dienstag aus Deutschland für April und am Sonntag aus China für Mai. Die wichtigsten weltwirtschaftlichen Indikatoren der kommenden Tage lesen Sie hier: 2016-06-03 Wochenvorschau

1Montag: Es gibt genügend Gründe für Finanzmarktanalysten gegenwärtig nervös zu sein: Im Vereinigten Königreich steht die Brexit-Abstimmung an, in Spanien wird ein neuer Versuch unternommen, durch Parlamentswahlen eindeutige Mehrheitsverhältnisse zu schaffen, in Frankreich lösen geringe Reformen massive Proteste aus und die EU-Kommission winkt Defizitsünder durch. Doch es gibt auch erfreuliche Signale. So steigen die Frühindikatoren in Europa, das ifo Geschäftsklima hat mit dem dritten Anstieg in Folge die Trendwende nach oben geschafft. In diesem Hin und Her an Informationen sollte sich die Sentix-Konjunkturumfrage im Juni seitwärts bewegen.

2Dienstag: Nach schwachen Einzelhandelsumsätzen und wohl einer gedämpften Auftragseingangsentwicklung im April ruhen nun die Hoffnungen auf der Produktion des produzierenden Gewerbes. Denn mit den bisher vorliegenden Daten liegt das deutsche gesamtwirtschaftliche Wachstum im zweiten Quartal noch knapp unter der Nulllinie. Diese Hoffnungen auf gute Produktionsdaten sollten sich erfüllen. Nach einer schwachen Bauproduktion im März ist eine Belebung im April zu erwarten. Bei der industriellen Erzeugung könnten im Vormonat das frühe Osterfest eine Belastung gewesen sein. Das sollte sich nun im April korrigieren. Alles in allem rechnen wir für die Produktion im deutschen produzierenden Gewerbe mit einem moderaten Plus von 0,5 % im Vormonatsvergleich.

3Sonntag: Die chinesischen Einkaufsmanagerindizes für Mai deuten auf eine stabile, aber verhaltene Entwicklung der Industrieproduktion hin. Wir erwarten, dass die Jahresveränderungsrate wie schon im April bei 6,0% gelegen hat. Der Industriesektor wächst damit weiterhin schwächer als die Gesamtwirtschaft. Der Industrie fehlen Impulse von der Exportnachfrage, für die die Zahlen bereits am Mittwoch veröffentlicht werden. Da die Regierung das Ziel verfolgt, Überkapazitäten im Stahl- und Kohlesektor abzubauen, gibt es auch von dieser Seite Gegenwind. Die Devisenreserven dürften im Mai gesunken sein, da die US-Dollar-Stärke zu einem Wertverlust der Reserven, die in anderen Währungen denominiert sind, geführt hat. Vor dem Hintergrund der jüngsten Abwertung des Renminbi gegenüber dem US-Dollar könnte dies zu neuer Verunsicherung führen.

______________________________________________________________________________ http://www.dekabank.de/db/de/research/index.jsp

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