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Konjunktursignale der nächsten Tage

4. Juli 2016

Der Brexit ist da, doch wie reagieren die Stimmungsindikatoren darauf? Am Montag wird mit den Sentix-Konjunkturerwartungen der erste davon veröffentlicht. Einen Rückblick auf den Mai liefert die deutsche Produktion im produzierenden Gewerbe am Donnerstag. Zum Wochenschluss folgt dann noch der US-Arbeitsmarktbericht. Die wichtigsten weltwirtschaftlichen Indikatoren der kommenden Tage lesen Sie hier: 2016-07-01 Wochenvorschau

1Montag: Bis Juni befanden sich die Stimmungsindikatoren im Steigen. Trotz vorhandener politischer Risiken wurden die konjunkturellen Rahmenbedingungen insbesondere auch die Exportperspektiven besser beurteilt. Die sentix-Umfrage ist nun die erste nach dem Brexit-Votum der Briten. Inzwischen zeigt sich, dass die Konjunkturprognosen für Euroland und Deutschland moderat nach unten revidiert werden. Naturgemäß schauen die befragten Finanzmarktanalysten auch auf die Aktienmarkt-, Kapitalmarkt- und Devisenmarktentwicklung. Auch hier zeigten sich besonne Reaktionen: Nach dem ersten Schock kam es zu einer Stabilisierung. Wir erwarten daher eine merkliche, aber nicht panische Korrektur der sentix-Konjunkturerwartungen im Juli.

2Donnerstag: Nach einem unerwartet kräftigen Anstieg der deutschen Produktion im produzierenden Gewerbe im April rechnen wir für den Mai mit einer Korrektur nach unten. Insbesondere die Industrie sollte sich angesichts nur schleppender Auftragseingänge im bisherigen Quartalsdurchschnitt schwächer präsentieren. Von der Bauproduktion könnten dagegen wieder positive Impulse ausgehen. In den Wintermonaten konnten die Auftragsbestände dank der milden Witterung schneller als gewöhnlich abgearbeitet werden. Zuletzt fehlten daher Aufträge. Allmählich dürfte sich die Situation etwas entspannen, doch große Impulse sind nicht zu erwarten. Insgesamt dürfte die Produktion im deutschen produzierenden Gewerbe im Mai gesunken sein.

3Freitag: Der US-Arbeitsmarktbericht für Juni verspricht Spannung. Zuletzt sorgten geringere Beschäftigungszuwächse für Zweifel an der Robustheit des US-Arbeitsmarktes. Bekannt ist, dass ca. 35.000 Angestellte streikbedingt in der Mai-Statistik nicht enthalten waren. Der Streik ist beendet, was den Beschäftigungsaufbau im Juni nach oben treibt. Die vorliegenden Frühindikatoren bestätigen zwar unsere Einschätzung, dass sich die Beschäftigungsdynamik aufgrund eines zu geringen Arbeitsangebots verlangsamt. Allerdings haben die vergangenen beiden Monate diesen Abwärtstrend überzeichnet, was wiederum die Wahrscheinlichkeit eines positiven Rückpralleffekts erhöht. Zu beachten ist auch die Jahresveränderungsrate der durchschnittlichen Stundenlöhne. Diese könnte ein neues zyklisches Hoch erreichen.

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