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Konjunktursignale der nächsten Tage

10. Juli 2016

Die Briten haben für den Brexit gestimmt. Nun geht es um die Schadensbegrenzung. Vor diesem Hintergrund ist das Treffen der Bank of England am Donnerstag von hohem Interesse. Am Freitag werden chinesische Daten zum Bruttoinlandsprodukt im zweiten Quartal und zur US-Inflation veröffentlicht. Die wichtigsten weltwirtschaftlichen Indikatoren der kommenden Tage lesen Sie hier: 2016-07-08 Wochenvorschau

1Donnerstag: Kehrtwende für die Bank of England (BoE): Nach dem Brexit-Votum wird die BoE statt der zuvor avisierten Leizinserhöhungen nun wohl noch länger expansiv bleiben. Höhere Inflation (aufgrund der Pfund-Abwertung) und schwächeres Wachstum (aufgrund hoher Unsicherheit über die zukünftige Beziehung zur EU) prägen jetzt ihren Ausblick. Laut BoE-Chef Carney plant die BoE Lockerungsmaßnahmen in diesem Sommer. Im Zuge dessen erwarten wir eine Leitzinssenkung von 0,50 % auf 0,25 %. Besser zu erläutern wäre dies beim Zinsentscheid im August mit turnusmäßigen neuen Prognosen und einer Pressekonferenz. Allerdings könnte die BoE schon im Juli aktiv werden.

2Freitag: Der Umstrukturierungsprozess der chinesischen Wirtschaft schreitet voran. Die Dienstleistungssektoren verzeichnen solides Wirtschaftswachstum, während die Industrie unter dem notwendigen Abbau von Überkapazitäten und der Schwäche der Exportnachfrage leidet. Der private Konsum steuert einen immer größeren Beitrag zum Bruttoinlandsprodukt bei, während das Investitionswachstum nachlässt. Entgegen dem Ziel der Regierung tut sich der Privatsektor allerdings mit Investitionen schwer. Dies dürfte nicht zuletzt darauf zurückzuführen sein, dass Banken staatliche Unternehmen bei der Kreditvergabe nach wie vor bevorzugen. Die Umstrukturierung lastet auf der wirtschaftlichen Dynamik, weshalb das Bruttoinlandsprodukts-Wachstum im zweiten Quartal erneut leicht auf 6,6 % gegenüber dem Vorjahr gesunken sein dürfte.

3Freitag: Wann nimmt die US-Inflation Fahrt auf? Die Inflationsrate der US-Verbraucherpreise dürfte im März ihren Jahrestiefstand mit 0,9 % erreicht haben. Nur wenig höher erwarten wir die Inflationsrate für Juni mit 1,2 %. Hauptgrund für diesen schwachen Anstieg ist, dass die negativen energiepreisbedingten Basiseffekte bislang nur langsam wegfallen und im Juli sogar wieder leicht zunehmen werden. Erst mit den Septemberzahlen kann mit einem Inflationsschub gerechnet werden – es sei denn, die Energiepreise sinken in diesem Zeitraum wieder deutlich. Abgesehen von diesen einzelnen Schwankungen in der Inflationsrate ist der zugrundeliegende Inflationstrend nach oben gerichtet. So wird die Inflationsrate in der engeren Abgrenzung (ohne Lebensmittel und Energie) mit 2,2 % zum siebten Mal in Folge oberhalb der 2 %-Grenze liegen.

______________________________________________________________________________ http://www.dekabank.de/db/de/research/index.jsp

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