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Konjunktursignale der nächsten Tage

5. August 2016

Alle Blicke ruhen in dieser Woche auf dem Freitag. Noch in der Nacht werden die chinesische Industrieproduktion und der Einzelhandelsumsatz veröffentlicht. Zum Frühstück wird das deutsche Bruttoinlandsprodukt im zweiten Quartal gemeldet und am frühen Nachmittag die US-Einzelhandelsumsätze. Die wichtigsten weltwirtschaftlichen Indikatoren der kommenden Tage lesen Sie hier: 2016-08-05 Wochenvorschau

1 Freitag: Die Einkaufsmanagerindizes (PMI) für das verarbeitende Gewerbe in China haben für Juli deutlich abweichende Tendenzen gezeigt. Einem leichten Rückgang des offiziellen PMI stand ein Anstieg des Caixin-Index um fast zwei Punkte gegenüber. Wir sehen gegenwärtig kein Umfeld für eine deutliche Zunahme der Industriedynamik und bewerten den Anstieg des Caixin daher als „Ausreißer“. Aufgrund eines Basiseffekts dürfte das Wachstum der Industrieproduktion im Juli dennoch leicht von 6,2 % auf 6,3 % im Vorjahresvergleich gestiegen sein. Die Industrie leidet unter der Schwäche des Außenhandels und der allmählichen Reduzierung von Überkapazitäten in Teilen der Schwerindustrie. Angesichts der guten Entwicklung des Dienstleistungssektors bleibt das Wirtschaftswachstumsziel von 6,5 % bis 7 % aber in Reichweite.

2Freitag: Das deutsche Bruttoinlandsprodukt im zweiten Quartal dürfte schwach ausgefallen sein. Eine Wachstumsabkühlung wird zwar allgemein erwartet, doch mit einem Anstieg von nur knapp 0,2 % gegenüber dem Vorquartal bleibt es hinter den Erwartungen zurück. Tatsächlich zeigen sich fast alle Bereiche schwach. Schon ohne die Verunsicherung durch das Brexit-Votum befanden sich die Ausrüstungsinvestitionen auf Schrumpfkurs. Noch stärker sollte es die Bauinvestitionen mitgenommen haben, die unter den Nachwehen des milden Winters leiden. Und selbst der private Konsum zeigte sich leblos. Einzig der Export gab Lebenszeichen von sich, sodass bei schrumpfenden Importen der Außenbeitrag einen Wachstumsimpuls gesetzt haben sollte.

3Freitag: Der private Konsum war im vergangenen Quartal der mit Abstand gewichtigste Wachstumstreiber für die US-Wirt­schaft. Die Einzelhandelsumsätze, die ein knappes Drittel der Gesamtausgaben ausmachen, dürften im Juli erneut überdurchschnittlich stark angestiegen sein. Zu Beginn dieser Woche wurde bekannt, dass die Fahrzeugverkäufe ungewöhnlich stark gegenüber dem Vormonat angestiegen sind. Drei Viertel des von uns erwarteten Umsatzplus stammt daher von den Autohändlern. Allerdings sind auch die Benzinpreise im landesweiten Durchschnitt vergleichsweise deutlich gegenüber dem Vormonat gesunken. Hierdurch dürfte die Umsatzentwicklung der Tankstellenbetreiber belastet worden sein.

______________________________________________________________________________ http://www.dekabank.de/db/de/research/index.jsp

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