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Konjunktursignale der nächsten Tage

4. Oktober 2016

Die Woche beginnt mit einem Blick in die USA, wo am Nachmittag der ISM-Einkaufsmanagerindex veröffentlicht wird. Zwei weitere Höhepunkte werden am Freitag gesetzt: Morgens die deutschen Produktionsdaten für August und am Nachmittag der US-Arbeitsmarktbericht. Die wichtigsten weltwirtschaftlichen Indikatoren der kommenden Tage lesen Sie hier: 2016-09-30-wochenvorschau

1Montag: Die Stimmung der Unternehmen in den USA hatte sich im August überraschend deutlich verschlechtert. Für den Septemberwert der vom ISM (Institute for Supply Management) erhobenen Einkaufsmanagerindizes erwarten wir sowohl im verarbeitenden Gewerbe als auch bei den Dienstleistern nun wieder Verbesserungen. Allerdings deuten bereits für September vorliegende regionale Stimmungsindikatoren unterschiedliche Ausprägungen an: Für das verarbeitende Gewerbe legen die Indikatoren nur einen leichten Anstieg nahe. Hingegen scheint sich außerhalb des verarbeitenden Gewerbes die Stimmung rascher erholt zu haben. Hier dürfte der Anstieg im September stärker ausfallen und damit das Juli-Niveau nur noch leicht unterschritten werden.

2Freitag: Schlechter hätte der Start in das dritte Quartal für das deutsche produzierende Gewerbe kaum ausfallen können. Stark rückläufige Industrieproduktionszahlen und schwache Auftragseingänge prägten das Bild. Vielerorts wurde die Lage der Schulferien als Grund hierfür angeführt. Letztlich waren es im Juli aber kaum mehr Ferientage als im vergangenen Jahr. Ein wesentlicher Grund für die schwachen Zahlen lag in einem überraschenden Rückgang der Pkw-Produktion. Die gute Nachricht für den August ist, dass es zu einem sehr starken Rückprall in dieser Branche gekommen ist. Das lässt für die Industrie insgesamt und das produzierende Gewerbe als Ganzes auf einen soliden Anstieg der Produktionstätigkeit im August in Deutschland  hoffen.

3Freitag: Der US-Arbeitsmarktbericht für August war eher durchwachsen und läutete zudem eine Serie weiterer enttäuschender US-Konjunkturindikatoren ein. Fokussiert man nur auf den Stellenaufbau, dann dürfte auch der Arbeitsmarktbericht für September schwächer als gemeinhin erwartet ausfallen. Denn die vorliegenden Arbeitsmarktindikatoren signalisieren einen Beschäftigungsaufbau von erneut nur 150.000 Stellen. Der Blick in die Revisionshistorie zeigt aber, dass mit dem Septemberbericht auch eine Aufwärtsrevision der Vormonate gemeldet werden könnte. Zudem deuten die Frühindikatoren an, dass die Lohnentwicklung einen Ausgleich zum schwächeren Beschäftigungsaufbau liefern wird und die Arbeitslosenquote auf 4,8 % fällt.

______________________________________________________________________________ http://www.dekabank.de/db/de/research/index.jsp

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