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Konjunktursignale der nächsten Tage

23. Oktober 2016

Drei wichtige Fragen werden in dieser Woche beantwortet werden: Wie nachhaltig die starke Stimmungsaufhellung in Deutschland ist, wird das ifo Geschäftsklima am Dienstag zeigen. Wie stark der Brexit die britische Konjunktur bislang belastete, darüber geben am Donnerstag die BIP-Daten des Vereinigten Königreichs für das dritte Quartal Aufschluss. Und ob die Konjunktur in den USA so schwach war wie von manchem US-Notenbanker befürchtet, werden die US-Zahlen am Freitag demonstrieren. Die wichtigsten weltwirtschaftlichen Indikatoren der kommenden Tage lesen Sie hier: 2016-10-21-wochenvorschau

1Dienstag: Was für ein Sprung nach oben! Im vergangenen Monat machte das ifo Geschäftsklima nicht nur den enttäuschenden August sondern auch einige andere vergangene schwache Monate wett. In diesem fulminanten Tempo kann es nicht weiter nach oben gehen, doch etwas Luft nach oben existiert noch. So haben sich beispielsweise zuletzt die globalen Frühindikatoren weiter verbessert. In den Umfragen der Finanzmarktanalysten hat sich dies schon gezeigt. Die Klimaindikatoren der Umfragen von sentix und dem Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) legten beide im Oktober zu. Für die das ifo Geschäftsklima rechnen wir ebenfalls mit einer leichten Verbesserung.

2Donnerstag: Nach dem Brexit-Votum im Juni dürfte den Briten die anfangs befürchtete unmittelbar folgende Rezession erspart bleiben. Die Stabilisierung des Wirtschaftsvertrauens nach dem Brexit-Schock ist dank dem glaubwürdigen Brexit-Kurs der neuen Premierministerin Theresa May sowie der geldpolitischen Lockerung der Bank of England gelungen. Die Makro-Indikato­ren deuten auf ein kleines Plus für das britische Wirtschaftswachstum im dritten Quartal gegenüber dem starken Vorquartal hin. Doch in den folgenden Quartalen dürften sich die Brexit-Belastungen stärker entfalten. Vor allem werden wohl die schrumpfenden Unternehmensinvestitionen, welche aus der hohen Unsicherheit über die künftigen Handelsbeziehungen mit der EU resultieren, das britische Wirtschaftswachstum belasten.

3Freitag: Zögerlicher und später als ursprünglich erwartet nimmt die US-Wirtschaft wieder Fahrt auf. Nach drei ungewöhnlich schwachen Quartalen erwarten wir für das Bruttoinlandsprodukt im dritten Quartal 2016 einen Anstieg um 2,3 % (gegenüber dem Vorquartal und annualisiert). Der mit Abstand stärkste Wachstumstreiber war der private Konsum. Allerdings dürfte sich dessen Dynamik nach einem überaus starken Vorquartal abgeschwächt haben. Im Gegensatz zum Vorquartal dürfte von den Lagerinvestitionen keine Belastung kommen. Ein großer Schub ist von dieser Komponente jedoch nicht zu erwarten. Ungeachtet der im Vergleich zum Vorquartal stärkeren gesamtwirtschaftlichen Dynamik ist die Investitionsdynamik der Unternehmen unverändert gering.

______________________________________________________________________________ www.dekabank.de

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