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Konjunktursignale der nächsten Tage

26. November 2016

Mit dem OPEC-Treffen am Montag und dem italienischen Referendum am 4. Dezember haben es zwei politische Ereignisse ganz nach oben auf die Agenda der kommenden Woche geschafft. Daneben sollte man aber auch auf den US-Arbeitsmarktbericht am Freitag achten. Die wichtigsten weltwirtschaftlichen Indikatoren der kommenden Tage lesen Sie hier: 2016-11-25-wochenvorschau

1Mittwoch: Die OPEC-Kartellmitglieder nehmen bei ihrem Treffen in Wien erneut Anlauf, um eine Einigung über eine gemeinsame Ölförderkürzung oder zumindest über ein Einfrieren der Ölförderung auf dem aktuellen Niveau zu erzielen. Nach jüngsten Informationen hat der Irak wohl einer Förderkürzung zugestimmt. Jetzt versucht Saudi-Arabien, noch den Iran und Russland zu überzeugen. Am Morgen vor dem eigentlichen OPEC-Treffen sind Nicht-OPEC-Mitglieder wie Russland zu einem gemeinsamen Frühstück geladen. Auch wenn der Druck auf die Staatskassen aufgrund des anhaltend niedrigen Ölpreises enorm gestiegen ist, halten wir es für unwahrscheinlich, dass die Absprache gelingt – entweder scheitert der Einigungsversuch gleich bei dem Treffen, oder später bei der Umsetzung. Insofern dürften die Auswirkungen auf den Ölpreis begrenzt bleiben.

2Freitag: Vor dem Zinsentscheid der Fed Mitte Dezember steht als letztes wichtiges Datum nur noch der US-Arbeitsmarkt-bericht für November zur Veröffentlichung an. Dieser wird vermutlich hinreichend kräftig ausfallen, sodass eine Leitzinserhöhung erfolgen dürfte. Die bislang vorliegenden Frühindikatoren deuten an, dass der Beschäftigungsaufbau im Bereich von 170.000 Stellen liegt. Er läge damit nur leicht unterhalb des bisherigen Jahresdurchschnitts in Höhe von gut 180.000 Stellen. Mit etwas Verzögerung, aber zunehmend deutlicher zeigt sich in diesem Jahr, dass eine Knappheit des Arbeitsangebots vorliegt. Denn die im Vergleich zum Vorjahr schwächere Beschäftigungsdynamik fällt mit einer zunehmenden Lohndynamik zusammen. Für die Arbeitslosenquote erwarten wir mit 4,9 % ein im Vormonatsvergleich unverändertes Niveau.

3Sonntag: In Italien stimmt die Bevölkerung in einem Referendum über die geplante Verfassungsreform ab. Deren Kernstück ist eine Begrenzung der Aufgaben und Befugnisse des Senats, durch die eine Beschleunigung der politischen Entscheidungsprozesse erreicht werden soll. Dieses Vorhaben ist in Italien stark umstritten. Teile der Opposition wollen das Referendum nutzen, um Ministerpräsident Renzi zu Fall zu bringen, während andere die Verfassungsreform aufgrund vermuteter Demokratie-Defizite ablehnen. Die politischen Folgen eines „Nein“ hängen von den genauen Umständen nach dem Referendum ab. Obwohl wir vorgezogene Neuwahlen für unwahrscheinlich halten, würden die Chancen für wirtschaftspolitische Reformen vermutlich abnehmen. Diese Aussichten haben bereits im Vorfeld italienischen Staatsanleihen und Aktien belastet.

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