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Konjunktursignale der nächsten Tage

21. Januar 2017

Donald Trump und die USA sind die beherrschenden Themen der kommenden Woche: Die Einkaufsmanagerindizes am Montag und mehr noch das ifo Geschäftsklima am Dienstag geben Auskunft darüber, ob die von Trump ins Spiel gebrachten protektionistischen Maßnahmen die Stimmung der Unternehmen belasten. Am Freitag wird das US-Wachstum im vierten Quartal publiziert. Die wichtigsten weltwirtschaftlichen Indikatoren der kommenden Tage lesen Sie hier: 2017-01-20-wochenvorschau

grafik_1_2017Dienstag: Die Äußerungen von Donald Trump über geplante handelsbeschränkende Maßnahmen wurden in den vergangenen Wochen konkreter und häufiger. Dies dürfte sich im Januar negativ auf die Stimmung der Unternehmer in Euroland ausgewirkt haben. Wir rechnen mit einem leichten Rückgang des Einkaufsmanagerindex für Euroland im Januar. Davon dürfte der Teilindex für die Industrie stärker als der Teilindex der Dienstleister betroffen sein. Vor dem Hintergrund der starken Entwicklung der Vormonate sollte dieser Dämpfer aber nicht überbewertet werden. Der Teilindex für die Industrie erreichte im Dezember sogar den höchsten Stand seit mehr als fünf Jahren.

grafik_2_2017Mittwoch: Die deutsche Konjunktur läuft gegenwärtig richtig gut, und das wird auch in der Umfrage des ifo Instituts zum Ausdruck gebracht werden – zumindest bei der Beurteilung der aktuellen Geschäftslage. Die Weltkonjunktur zieht an und entfaltet wieder mehr Schubkraft für deutsche Exporte, die Binnenkonjunktur läuft weiter rund. Und dennoch mischt sich immer wieder ein mulmiges Gefühl in diese heitere Gemütslage. Aktuell sorgen hierfür die Personalpolitik und die Äußerungen des neuen US-Präsidenten Trump. Ankündigungen von Strafzöllen gegen Automobilproduzenten, deren Fahrzeuge nicht in den USA gefertigt werden, lassen Befürchtungen aus der Zeit des Wahlkampfs erneut hochkochen und  dämpfen die Geschäftserwartungen. Unterm Strich steigt das ifo Geschäftsklima im Januar aber nochmals leicht an.

grafik-2017_neuFreitag: Die US-Wirtschaft fand nach einem überraschend schwachen ersten Halbjahr 2016 in der zweiten Jahreshälfte wieder auf einen höheren Wachstumspfad zurück. Nach einem Zuwachs des Bruttoinlandsprodukts um 3,5 % (annualisierte Quartalsveränderungsrate) erwarten wir für das vierte Quartal 2016 einen Anstieg um 2,3 %. Die größte Änderung im Vergleich zum Vorquartal betrifft den Außenhandel. Aufgrund eines Sondereffekts schob dieser im dritten Quartal überaus deutlich. Aus der anschließenden Normalisierung folgt nun im vierten Quartal ein spürbar negativer Wachstumsbeitrag. Von den Anlageinvestitionen ist erstmals seit dem dritten Quartal 2015 wieder ein positiver Wachstumsschub zu erwarten. Hingegen dürfte die Konsumdynamik der privaten Haushalte etwas abgenommen haben.

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