Startseite > Chefökonom > Konjunktursignale der nächsten Tage

Konjunktursignale der nächsten Tage

24. Februar 2017

Die kommende Woche ist etwas für Nachtmenschen: In der Nacht zum Mittwoch spricht Donald Trump vor dem Kongress und in China werden die Einkaufsmanagerindizes veröffentlicht. Zu einer zivileren Zeit – um 11:00h –  wird am Donnerstag die jüngste Inflationsrate der Eurozone bekanntgegeben.
Die wichtigsten weltwirtschaftlichen Indikatoren der kommenden Tage lesen Sie hier: 2017-02-24-wochenvorschau

1_24-2_grafikDienstag: Im Laufe des Tages findet in den USA eine Senatssitzung zusammen mit dem Präsidenten statt. Donald Trump hatte am 9. Februar angekündigt, innerhalb von zwei bis drei Wochen ein neues Steuerkonzept vorzustellen. Die Senatssitzung würde sich hierfür anbieten. Allerdings hat Finanzminister Mnuchin in einem Interview in dieser Woche die Erwartungen nach unten geschraubt. Vermutlich wird erst im August eine Steuerreform präsentiert werden. Die Vorstellungen zwischen Kongress und Weißem Haus sind derzeit wohl noch zu weit auseinander. Immerhin könnte Trump in der Senatssitzung seine (aktuelle) Position zu den Themen Unternehmenssteuerreform, Außenhandelspolitik und Einkommensteuerreform verdeutlichen.

2_24-2_grafikMittwoch: Aufgrund des chinesischen Neujahrsfestes werden die ersten „harten“ binnenorientierten Konjunkturzahlen eines Kalenderjahres immer erst im März veröffentlicht. Bis dahin muss man auf Außenhandelszahlen, Kreditvergabe und Einkaufsmanagerindizes schauen, um sich ein Bild davon zu machen, wie die Wirtschaft in das Jahr gestartet ist. Laut diesen Indikatoren ist der Start gut gelungen. Wir erwarten, dass sich der offizielle Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe im Februar auf solidem Niveau gehalten hat und nur leicht von 51,3 auf 51,2 Punkte gesunken ist. Damit würde er eine stabile Wirtschaftsentwicklung anzeigen, die weder verstärkte Konjunkturimpulse noch Maßnahmen zur Abkühlung erwarten lässt.

3_24-2_grafikDonnerstag: Während die Veröffentlichung des Verbraucherpreisanstiegs um vermutlich über 2 % in Deutschland am Dienstag noch ein echter Hingucker sein wird, kann sich die Europäische Zentralbank mit Blick auf die Euroland-Inflation wieder etwas zurücklehnen. Wir erwarten mit einem Anstieg des Harmonisierten Verbraucherpreisindex für Februar um 1,9 % gegenüber dem Vorjahresmonat eine Inflationsrate, die im Zielbereich der Notenbank liegt. Wie stark die Basiseffekte aus dem Rohölpreis hierbei durchwirken, zeigt die Kerninflationsrate (ohne Energie- und Lebensmittelpreise), die laut unserer Prognose mit einem Wert von immer noch unter 1 % gemeldet werden wird. Einen geldpolitischen Kurswechsel bedingen diese Inflationsdaten nicht.

______________________________________________________________________________ www.dekabank.de

Advertisements