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Konjunktursignale der nächsten Tage

27. Mai 2017

Hinweise auf die globale Konjunktur darf man sich von den chinesischen Einkaufsmanagerindizes versprechen, die am Mittwoch veröffentlicht werden. Am selben Tag präsentiert Eurostat die Verbraucherpreise der Eurozone. Zum Wochenausklang gibt es den US-Arbeitsmarktbericht. Die wichtigsten weltwirtschaftlichen Indikatoren der kommenden Tage lesen Sie hier: 2017-05-26 Wochenvorschau

Mittwoch: Die Aprildaten deuten darauf hin, dass die chinesische Wirtschaft zuletzt an Schwung verloren hat. Zumindest im ersten Quartal 2017 lag das Wirtschaftswachstum mit 6,9 % gegenüber dem Vorjahr aber noch deutlich über dem Zielwert für 2017 von 6,5 %. Die aktuelle konjunkturelle Abkühlung wäre durchaus im Sinne der Regierung. Denn das Wirtschaftswachstum wird nach wie vor von einem starken Anstieg der Verschuldung getrieben, und dieser Verschuldungsanstieg war für Moody’s in dieser Woche Anlass, das Rating um eine Stufe auf A1 zu senken. Wir erwarten, dass der offizielle Einkaufsmanagerindex im Mai von 51,2 auf 50,9 Punkte fällt. Er bliebe damit für chinesische Verhältnisse auf hohem Niveau und sollte keinen Grund für ausgeprägte Wachstumsängste liefern.

Mittwoch: Im Euroraum dürfte der Preisauftrieb im Mai auf breiter Front nachgelassen haben. Wir rechnen mit einem Rückgang der Inflationsrate auf 1,4 % gegenüber dem Vorjahr. Maßgeblich dazu beigetragen haben die wieder gesunkenen Preise von Benzin, Diesel und Heizöl. Auch im Bereich saisonaler Lebensmittel dürfte sich die Teuerung weiter abgeschwächt haben. Der wichtigste Grund für die rückläufige Inflation hat jedoch mit den saisonalen Verwerfungen rund um Ostern zu tun. Die in diesem Jahr späten Osterferien hatten zur Folge, dass die Preise von Pauschalreisen und anderen saisonabhängigen Dienstleistungen im April stark nach oben geschossen sind. Dies dürfte sich im Mai korrigiert haben, sodass die Kerninflationsrate wieder auf 0,9 % im Vergleich zum Vorjahr fällt.

Freitag: Beim US-Arbeitsmarktbericht für Mai dürfte ein weiterer verhältnismäßig kräftiger Beschäftigungsaufbau gemeldet werden. Zwar haben sich die Frühindikatoren zuletzt etwas abgeschwächt. Insgesamt deuten diese aber einen Beschäftigungsaufbau von 200.000 Stellen an. Angesichts der niedrigen Arbeitslosenquote sind solch hohe Beschäftigungszuwächse ungewöhnlich. Die Lohndynamik nimmt zwar derzeit in der Tendenz zu, aber von einer kräftigen Entwicklung kann weiterhin nicht gesprochen werden. Für Mai erwarten wir sogar nur einen leichten monatlichen Lohnzuwachs. Die Arbeitslosenquote ist in den vergangenen Monaten auffallend deutlich gefallen. Üblich ist, dass solche Phasen von gelegentlichen Anstiegen unterbrochen werden. Wir gehen daher davon aus, dass die Arbeitslosenquote auf 4,5 % leicht ansteigt.

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