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Konjunktursignale der nächsten Tage

10. Juni 2017

Diese Woche stehen der US-Zinsentscheid und Inflationsdaten aus den USA im Vordergrund. Die wichtigsten weltwirtschaftlichen Indikatoren der kommenden Tage lesen Sie hier: 2017-06-09 Wochenvorschau

Sonntag: Gut einen Monat nach den Präsidentschaftswahlen findet in Frankreich am 11. Juni die erste Runde der Wahlen zur Nationalversammlung statt. Die Umfragen deuten darauf hin, dass Präsident Macron durch eine Mehrheit seiner Partei LREM („La République en Marche“) unterstützt werden wird. Vermutlich kommt es zu einer Koalition, die mindestens aus LREM und MoDem („Mouvement Démocrate“) bestehen wird. Sollte diese keine Parlamentsmehrheit erreichen, stehen wohl schon reformreformorientierte Republikaner und Sozialisten für deren Unterstützung bereit. Aufgrund des Mehrheitswahlrechts ist nur mit einer untergeordneten Rolle des rechtspopulistischen „Front National“ von Marine Le Pen sowie der linkssozialistischen Sammlungsbewegung „La France insoumise“ zu rechnen.

Mittwoch: Noch kurz vor dem Zinsentscheid der Fed werden die US-Konsumentenpreise für Mai veröffentlicht. Wir erwarten einen im Vergleich zum Vormonat nahezu unveränderten Preisindex sowie eine Verringerung der Jahresteuerungsrate auf 2,2 %. Ein preisdämpfender Effekt dürfte von den Energiepreisen ausgehen. Spannender wird die Preisentwicklung außerhalb der Bereiche Nahrungsmittel und Energie. Die sogenannte Kernrate enttäuschte sowohl im März als auch im April. Wir gehen nicht davon aus, dass nun stark gegenläufige Effekte gemeldet werden. Vielmehr erwarten wir einen eher unauffälligen Preisanstieg um 0,2 % gegenüber dem Vormonat. Die Inflationsrate dürfte damit bei 1,9 % verharren.

Mittwoch: Die zweite Leitzinserhöhung der US-Notenbank Fed in diesem Jahr ist von den FOMC-Mitgliedern in den vergangenen Wochen gut vorbereitet worden und sollte daher niemanden mehr überraschen. Das Leitzinsintervall läge dann bei 1,00 % bis 1,25 %. Im Statement dürften die FOMC-Mit­glieder auf die stärkere wirtschaftliche Dynamik sowie auf die nochmals niedrigere Arbeitslosenquote verweisen. Wenig Änderungsbedarf besteht bei den Projektionen für das Wirtschaftswachstum und Inflation. Anfang April ist Board-Mitglied Tarullo ausgeschieden. Da dieser einen weniger straffen geldpolitischen Kurs bevorzugte, könnten die Leitzinsprojektionen für 2018 alleine durch seinen Wegfall von drei auf dreieinhalb Zinsschritte nach oben korrigiert werden.

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