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Konjunktursignale der nächsten Tage

23. Juni 2017

Neues Allzeithoch oder nicht? Diese Frage wird am Montag mit der Veröffentlichung des ifo Geschäftsklimas beantwortet. Auch wenn viele weitere interessante Indikatoren in dieser Woche gemeldet werden, muss man sich dennoch für die nächsten Höhepunkte bis Freitag gedulden: Dann werden in China der neue Einkaufsmanagerindex und in Euroland die Inflationsdaten für Juni publiziert. Die wichtigsten weltwirtschaftlichen Indikatoren der kommenden Tage lesen Sie hier: 2017-06-23 Wochenvorschau

Montag: Das ifo Geschäftsklima befindet sich auf einem neuen Allzeithoch. Doch läuft es in Deutschland wirklich derartig gut? Der Konjunkturmotor läuft rund, er dreht aber nicht auf Hochtouren. Eigentlich wäre eine Korrektur des ifo Geschäftsklimas nach unten fällig. Doch die Nachrichtenlage ist derzeit so erfreulich, dass die Unternehmen hierfür wohl keinen Anlass sehen. Grund dafür sind u.a. ein Reformpräsident in Frankreich und eine in den Brexit-Verhandlungen geschwächte britische Premierministerin. Wir erwarten daher im Juni einen weiteren Anstieg des ifo Geschäftsklimas. Dieser ist allerdings nicht mehr durch die schon rekordhohe Lageeinschätzung bedingt, sondern durch einen Anstieg der vergleichsweise zurückhaltenden Geschäftserwartungen.

Freitag: Die Einkaufsmanagerindizes für das verarbeitende Gewerbe Chinas sendeten im Mai unterschiedliche Signale aus: Während der offizielle, von CFLP veröffentliche PMI stabil bei 51,2 Punkten blieb, sackte der von Caixin veröffentlichte um 0,7 Punkte auf 49,6 ab. Das Wachstum der Industrieproduktion blieb unverändert bei 6,5% (ggü. Vorjahr) und bestätigte damit die Tendenz des offiziellen PMI. Die Industrie zeigt sich damit unbeeindruckt vom Anstieg der Geldmarktzinsen, der eine Folge des Kampfes der Zentralbank gegen Spekulation im Schattenbankenmarkt ist. Da auch die Investitionstätigkeit im verarbeitenden Gewerbe auf Erholungskurs bleibt, erwarten wir für den Juni eine stabile Entwicklung und prognostizieren einen PMI von 51,2 Punkten.

Freitag: Die Inflation im Euroraum dürfte im Juni erneut nachgelassen und sich damit noch weiter vom Zielwert der EZB entfernt haben. Der erwartete Rückgang der Jahresrate auf 1,2 % beruht vor allem auf dem zuletzt wieder gesunkenen Ölpreis, der Tanken und Heizen günstiger gemacht hat. Aber auch in der Abgrenzung ohne Energie sowie Nahrungs- und Genussmittel dürfte der Preisauftrieb mit 0,9 % (ggü. Vorjahr) auffallend schwach geblieben sein. Inflationsdruck kommt derzeit weder aus dem Inneren der Eurozone noch von der Weltwirtschaft. Denn trotz der deutlich gesunkenen Arbeitslosenquote hat sich der Anstieg der Löhne bislang nicht wesentlich beschleunigt. Zudem sind nicht nur die Weltmarktpreise von Öl, sondern auch die vieler anderer Rohstoffe nach unten gerichtet.

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